Wandern im Siebengebirge – In 5 Touren über alle 7 Berge

Schon mein ganzes Leben habe ich im Siebengebirge gewohnt, gewandert bin ich hier aber seit meiner Kindheit nur sehr selten. Nachdem aber dieses Jahr klar war, dass größere Reisen erstmal nicht möglich sein werden, habe ich mir vorgenommen meine Region wieder mehr zu erkunden und in diesem Jahr alle 7 Namensgebenden Berge des Siebengebirges zu erwandern. In diesem Artikel findet ihr meine Routen zum Nachwandern sowie weitere Routenvorschläge zum Wandern im Siebengebirge.

Das Siebengebirge

Das Siebengebirge ist ein Mittelgebirge am Rhein, südlich von Bonn und an der Grenze zu Rheinland-Pfalz gelegen. Es ist vor über 25 Millionen Jahren entstanden und vulkanischen Ursprungs. Seinen Namen hat es wahrscheinlich sowohl von der Bezeichnung „Siefen“, was feuchtes Bachtal bedeutet, als auch von seinen sieben markantesten Bergen: Drachenfels, Wolkenburg, Petersberg, Nonnenstromberg, Löwenburg, Lohrberg und Ölberg. Tatsächlich gibt es im Siebengebirge aber über 50 Berge. Der Ölberg ist mit ca. 461m der höchste von ihnen.
Außerdem ist das Siebengebirge eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands (es wurde bereits 1922 unter Naturschutz gestellt). Der heutige Naturpark Siebengebirge umfasst ungefähr 4.800ha Fläche und 200km ausgeschilderte Wanderwege.

Tour 1: Runde über den Drachenfels und die Wolkenburg

Der Drachenfels ist mit Abstand das beliebteste Ziel zum Wandern im Siebengebirge. Zahlreiche Tagesausflügler lassen sich aber auch von der Zahnradbad ab Königswinter hinaufbringen. Bei meiner Wanderung habe ich Drachenfels und Wolkenburg zu einer Runde von ca. 11km kombiniert.

Aussicht auf den Rhein, auf dem Weg zum Dranchefels.

Start ist am Rhöndorfer Bahnhof, von hier geht es die Löwenburgstraße hinauf, bevor man nach ca. 600m links in den Weinberg abbiegt. Ab hier muss man bis zum Gipfel einfach den Rheinsteig Symbolen folgen, der Drachenfels ist als Ziel aber natürlich auch ausgeschildert. Vom Ulanendenkmal führt der Weg weiter in den Wald, wo es teils steil und über schmale Serpentinen hinaufgeht. Kurz vor dem Gipfel belohnt eine kleine Aussichtsplattform mit traumhaftem Blick über das Rheintal für den anstrengenden Aufstieg. Von dort geht es über ein paar Treppen zum Drachenfelsplateau. Die Burgruine befindet sich noch ein kleines Stückchen höher.
Wieder zurück vom Gipfel, folgen wir jetzt ein kurzes Stück der Straße neben den Schienen der Zahnradbahn, biegen aber bei erster Gelegenheit direkt wieder rechts in den Wald ab Richtung Milchhäuschen. Der Wanderweg umrundet hier die Wolkenburg. Der Weg über den Gipfel ist seit einiger Zeit gesperrt. Wir gehen weiter bis zum Milchhäuschen und von dort Richtung Königswinter. Hier führt der Weg an großen Wiesen vorbei. Gegenüber von einer dieser Wiesen kommt nach etwa einem Kilometer Schloss Drachenburg ins Blickfeld. Von hier biegen wir rechts ab ins Nachtigallental, das uns bis nach Königswinter führt. Wer möchte kann die Tour hier beenden und ab Königswinter Bahnhof zurückfahren, wir sind noch ein paar Kilometer weiter gewandert und an der Rheinpromenade zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.

Weg auf den DrachenfelsDas Drachenfelsplateau kurz unterhalb der Ruine.

Daten zu dieser Tour: 11,1km, Höhenmeter: 250m, Gehzeit: ca. 3 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dem Drachenfels, beim Milchhäuschen und in Königswinter.
Anreise: Entweder mit dem Regionalzug RB 27/RE8 (ab Köln oder Koblenz), oder der Straßenbahnlinie 66 (ab Bonn) bis Rhöndorf Bahnhof, oder mit dem Auto über die B42.

Alternativen zu dieser Tour: Wer nicht die Runde um die Wolkenburg laufen will, kann natürlich auch nur eine Wanderung auf den Drachenfels unternehmen. Diese kann man sowohl von Rhöndorf, als auch von Königswinter aus starten. Von Königswinter empfehle ich auf jeden Fall den Weg durchs Nachtigallental, dieser ist am schönsten. Zum Gipfel würde ich dann ab Schloss Drachenburg weiter über den Eselsweg. Von hier hat man einen tollen Blick auf das Schloss mit dem Rheintal im Hintergrund.

Tour 2: Über den Rheinsteig auf die Löwenburg

Insgesamt drei Etappen des Rheinsteigs führen durchs Siebengebirge und bei fast jeder Wanderung läuft man ein Stück dieser Route. So auch bei meiner Tour auf die Löwenburg, die mit 455m der zweithöchste Berg im Siebengebirge ist.

Aussicht auf Drachenfels und Wolkenburg vom Großen Breiberg.

Wie schon die Wanderung auf den Drachenfels, startet auch meine Tour auf die Löwenburg am Rhöndorfer Bahnhof. Wir folgen wieder der Löwenburgstraße, biegen diesmal allerdings nicht in den Weinberg ab, sondern gehen weiter geradeaus in den Wald. Kurz hinter dem Waldfriedhof biegt der Rheinsteig dann nach rechts ab. Von hier aus sind es ca. 4km bis zum Gipfel der Löwenburg. Die ersten Kilometer gilt es schon einige steilere Abschnitte zu erwandern. Als wir an der Breiberg Hütte vorbeikommen entschließen wir uns außerdem spontan, diesen Gipfel auch noch zu erklimmen. Der Große Breiberg gehört mit ca. 313m zu den höheren Bergen im Siebengebirge. Vom Gipfel hat man einen tollen Ausblick auf Drachenfels und Wolkenburg.
Nach diesem lohnenswerten Abstecher folgen wir wieder dem Rheinsteig. Erst geht es weiter über schmale Wanderwege, dann stößt der Wanderpfad wieder auf einen breiteren Weg, der um den Gipfel herum und am Löwenburger Hof vorbei führt. Bis zum Gipfel der Löwenburg ist jetzt ein letzter steilerer Anstieg zu überwinden, bevor man die Burgruine erreicht.
Für den Rückweg entscheiden wir uns für den steilen Weg hinunter nach Rhöndorf. Dieser führt, recht gleichmäßig abfallend, entlang eines Bachlaufs hinunter durchs Löwenburger Tal.

Steiler Pfad am RheinsteigSchmale Pfade am Rheinsteig.Die Burgruine auf der Löwenburg

Daten zu dieser Tour: 10,9km, Höhenmeter: 380, Gehzeit: ca. 3 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es im Löwenburger Hof (kurz unterhalb des Gipfels) und in Rhöndorf.
Anreise: Entweder mit dem Regionalzug RB 27/RE8 (ab Köln oder Koblenz), oder der Straßenbahnlinie 66 (ab Bonn) bis Rhöndorf Bahnhof, oder mit dem Auto über die B42.

Alternativen zu dieser Tour: Es gibt viele Möglichkeiten auf die Löwenburg zu wandern. Eine beliebte Route führt z.b. auch ab Bad Honnef durch das Tretschbachtal (schwer). Wer nicht so viele Höhenmeter überwinden möchte, kann am Wanderparkplatz an der Margaretenhöhe starten. Aus der entgegengesetzten Richtung kommend, gibt es auch eine Route ab einem Wanderparkplatz im Schmelztal. Eine alternative Route ins Rheintal führt über den Drei Seen Blick Richtung Jungfernhard und über die Kuckstein Hütte. Auch ist es möglich ab Jungfernhard bis zum Milchhäuschen zu gehen und von dort nach Königswinter hinunter zu wandern.

Tour 3: Runde vom Kloster Heisterbach über Weilberg, Stenzelberg, Nonnenstromberg und Petersberg

Diese Tour führt insgesamt über vier Berge, von denen der Nonnenstromberg und der Petersberg zu den „großen“ sieben gehören. Es ist mit ca. 8km eine schöne, abwechslungsreiche Route, die vor allem am Wochenende auch sehr beliebt ist. Da die Route über so viele Berge geht und keiner einheitlichen Beschilderung folgt, habe ich diesmal öfter die Karte zurate gezogen.

Weg über den Stenzelberg.

Start der Wanderung ist am Parkplatz am Kloster Heisterbach. Hier machen wir einen Abstecher zur Klosterruine, dem ersten Highlight bei dieser Tour. Danach überqueren wir die Straße und folgen den Waldwegen Richtung Weilberg. Wir folgen allerdings nicht dem ganzen Weilberg Rundweg, sondern legen nur einen Stopp auf dem Aussichtspunkt ein, von dem man in den alten Steinbruch blicken kann. Weiter geht es Richtung Stenzelberg. Auf dem Weg kommen wir an zwei weiteren Wanderparkplätzen vorbei und überqueren erneut die Landstraße. Zunächst laufen wir ein Stück um den Stenzelberg herum, biegen dann aber auf den schmalen Pfad ab, der quer über den Berg führt. Auf dem Stenzelberg bietet sich eine tolle Landschaft, denn man durchquert hier einen weiteren Steinbruch, der eine spannende Abwechslung zu den restlichen Waldwegen bietet. Heraus kommen wir wieder an einer anderen Stelle des Rundwegs und biegen rechts ab Richtung Einkehrhaus. Von dort folgen wir dem breiten Weg Richtung Petersberg, biegen aber nur ein paar Meter weiter auf den schmaleren Pfad zum Nonnenstromberg ab. Dieser schlängelt sich in Serpentinen bis auf den Gipfel und auf der anderen Seite wieder hinunter. Hier stoßen wir wieder auf den Rheinsteig und folgen den Symbolen erst bis auf den Petersberg, wo wir schöne Ausblicke ins Siebengebirge und ins Rheintal genießen können, und anschließend auch beim Abstieg, bis zum Ausgangspunkt am Kloster Heisterbach.

Klosterruine Heisterbach.Steinbruch auf dem Weilberg.Steinbruch auf dem Stenzelberg.Waldweg am Nonnenstromberg.

Daten zu dieser Tour: 8km, Höhenmeter: 200, Gehzeit ca. 3 Stunden (mit kleinen Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dieser Route kurz nach dem Abstieg vom Stenzelberg und auf dem Petersberg
Anreise: Mit dem Regionalzug RB 27/RE 8 (ab Köln oder Koblenz) bis Niederdollendorf Bf und dann mit dem Bus 520 weiter bis Kloster Heisterbach oder mit dem Auto bis zum selbigen Wanderparkplatz. Alternativ gibt es die Straße weiter hoch noch zwei weitere Parkplätze. Wer mit dem Auto kommen möchte, sollte vor allem am Wochenende jedoch früh anreisen, da die Parkplätze oft schnell voll sind.

Tour 4: Runde um den großen Ölberg

Mit knapp 461m ist der große Ölberg der höchste Berg des Siebengebirges. Wir erwandern ihn auf einer kleinen Rundtour, ab der Margaretenhöhe. Auf einem der Parkplätze stellen wir für 3€ Tagesgebühr unser Auto ab und folgen dem Ölberg-Rundweg gegen den Uhrzeigersinn. Den ersten Kilometer geht es noch die Straße entlang und schließlich in den Wald, wo wir nach einem weiteren Kilometer einen kurzen Abstecher auf den Gipfel des kleinen Ölbergs unternehmen. Der gesamte Rundweg um den Ölberg ist 4km lang und ohne Steigung, hier sind wir etwa eine Stunde unterwegs.
Anschließend machen wir uns auf zum Gipfel des großen Ölbergs. Vom Parkplatz aus führt ein breiter Schotterweg nach oben bis zum Restaurant auf dem Gipfel. Ein bisschen acht geben muss man auf das ein oder andere Auto, das dorthin fährt. Zum Aussichtspunkt kommt man nur über die Terrasse des Restaurants. Von hier hat man einen tollen Blick über die gesamt Umgebung. Auf dem Rückweg nach unten werfen wir noch einen kurzen Blick in den alten Steinbruch. Der Weg dorthin ist aber jetzt im Sommer ziemlich zugewachsen mit Brenneseln und Brombeerranken und so bleibt es beim Blick aus der Ferne, bevor wir wieder ganz zur Margaretenhöhe absteigen.

Aussicht vom Großen Ölberg.Der kleine Ölberg.

Daten zu dieser Tour: ca. 7km, Höhenmeter: 140, Gehzeit ca. 2 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es an der Margaretenhöhe und auf dem Gipfel des großen Ölbergs.
Anreise: Mit dem Regionalzug RB27/RE 8 (ab Köln oder Koblenz) bis Königswinter Bahnhof und dann mit dem Bus 521 bis Königswinter Margaretenhöhe oder mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz dort. Es gibt einen großen Parkplatz rechts der Straße und einen weiteren links direkt am Ölberringweg. Das Parken kostet dort 3€ für einen ganzen Tag.

Tour 5: Durch das Tretschbachtal, rund um den Lohrberg und Abstieg über den Drachenfels nach Königswinter

Für den letzten Berg, den Lohrberg, habe ich mir eine längere, anspruchsvollere Route ausgesucht, die ich am Ende sogar noch spontan um einige Kilometer verlängert habe. Mit insgesamt 15,5km ist es meine längste Wanderung im Siebengebirge, aber auch hier gibt es einige kürzere Alternativen.

Wandern im Tretschbachtal.

Start ist an der Bahnstation der Linie 66 „Am Spitzenbach“, direkt am Rheinufer. Von hier geht es über die Brücke, dann links und bei nächster Gelegenheit direkt wieder rechts durch den Park Reitersdorf. Wir überqueren die Rhöndorfer Straße beim Zebrastreifen, laufen den Messbeuel hoch, biegen nach rechts in den Frankenweg und direkt wieder nach Links in die Schaffhausenstraße der wir weiter folgen. Etwa 1,5 km nach dem Start erreichen wir den Waldrand. Hier geht es erst ein Stück durchs Annatal und an der Anna Hütte biegen wir rechts ab Richtung Tretschbachtal. Im ersten Abschnitt des Tretschbachtals ist der Weg nicht gekennzeichnet. Er ist teils sehr schmal und man muss an einige Stellen über umgefallene Bäume klettern. Deswegen würde ich da auf jeden Fall den gekennzeichneten Weg empfehlen. Aber auch der zweite, längere Abschnitt der dann gekennzeichnet ist) hat es in Sich: immerhin ist es einer der Zuwege zum Rheinsteig. Auf einer Länge von ca. 1,2km geht es auf schmalen Wegen und über einige Holzstege neben dem Bach den Berg hinauf. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall Trittsicherheit und gutes Schuhwerk, denn die Wege können schnell matschig werden. Nebenbei überwindet man beim Aufstieg auch noch um die 140 Höhenmeter.
Nachdem wir das Tretschbachtal verlassen haben, nehmen wir den breiten Wanderweg Richtung Löwenburg, bis zum Löwenburger Hof. Ab hier folgen wir der Beschilderung des Lohrberg-Rundwegs gegen den Uhrzeigersinn. Dieser verläuft erst ein langes Stück auf asphaltierter Straße (hier kann auch schonmal ein Auto vorbeifahren) und biegt nach ungefähr einem Kilometer links auf einen gekiesten Waldweg. Hier tun sich jetzt zwischen den Bäumen einige schöne Ausblicke auf die anderen Berge des Siebengebirges auf. Besonders empfehlenswert ist auch der Aussichtspunkt „Drei-Seen-Blick“, bei dem man zwischen den Bergen hindurch an drei Stellen Teile des Rheins sehen kann. Der gesamte Lohrberg-Rundweg ist knapp 3km lang. Einen gekennzeichnet Weg auf den Gipfel des Lohrbergs gibt es nicht.
Kurz bevor wir wieder am Ausgangspunkt des Rundwegs ankommen, biegen wir scharf rechts ab und folgen zunächst den Schildern Richtung Milchhäuschen. Wer möchte, kann wie wir, ab der Lietschen Hütte eine Abstecher über den Geisberg und den Schallenberg einbauen. Hier folgt man wieder eine kurze Zeit dem Rheinsteig und vom Geisberg hat man nochmal einen schönen Ausblick. Nach diesem kurzen Umweg trifft man wieder auf den breiten Weg Richtung Milchhäuschen.
Mein Ursprünglicher Plan war es, vom Milchhäuschen direkt Richtung Königswinter abzusteigen. Spontan habe ich mich dann aber doch dazu entschieden noch einmal um die Wolkenburg und bis zum Drachenfelsplateau zu laufen und erst von dort den Weg nach Königswinter einzuschlagen. Das hat meine Tour zwar um ein paar Kilometer und Höhenmeter verlängert, der Ausblick auf das Rheintal hat dafür aber wieder entschädigt. Hinab ging es dann über den Eselsweg und ab Schloss Drachenburg links durchs Nachtigallental, das einen kurz vorm Regionalbahnhof wieder ausspuckt.

Weg über Holzplanen im Tretschbachtal.Aussicht auf den Großen Ölberg.Wanderung am Lohrberg-Rundweg.Aussicht auf den Drachenfels vom Geisberg.Aussicht auf Schloss Drachenburg und den Rhein.

Daten zu dieser Tour: 15,4km; Höhenmeter: 350, Gehzeit: 3 Stunden 45 Minuten (ohne Pausen) ich war insgesamt 4 ½ Stunden unterwegs
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es am Löwenburger Hof, im Milchhäuschen, auf dem Drachenfels und in Königswinter.
Anreise: Von Bonn mit der Linie 66 bis zur Haltestelle „Bad Honnef – Am Spitzenbach“, zurück geht es dann ab Königswinter. Wer mit dem Auto anreist findet an der Endhaltestelle der Linie 66 „Bad Honnef – Stadtbahn“ einen Park & Ride Parkplatz. Von Königswinter kann man dann bequem mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurückfahren. Der Regionalbahnhof von Bad Honnef, an dem die Linien RB27 und RE8 halten befindet sich noch ein Stück weiter.

Alternativen zu dieser Tour: Wer den Lohrberg Rundweg wandern möchte hat mehrere Möglichkeiten: zum Löwenburger Hof führen mehrere Wege unter anderem kann man über den Rheinsteig von Rhöndorf aus aufsteigen (siehe Tour 2 zur Löwenburg). Statt in das Treschtbachtal abzubiegen, kann man auch weiter durch das Annatal laufen (hier ist ebenfalls ein Weg zur Löwenburg ausgeschildert). Wer nicht so viele Höhenmeter überwinden möchte, kann auch an der Margaretenhöhe starten. Bei dieser Variante kann man die Lohrberg Rundweg auch gut mit dem Aufstieg zur Löwenburg kombinieren.

Zusatztour: 7 auf einen Streich

Diese Tour ist nur was für sportliche, denn sie führt an einem Tag über alle sieben Berge des Siebengebirges. Das Wanderevent mit diesem Namen findet einmal im Jahr, im Mai statt. Die Route kann man den Rest des Jahres natürlich auch auf eigene Faust gehen.
Die Offizielle Route ist 26km lang und startet an der Endhaltestelle der Linie 66 in Bad Honnef. Von dort geht es am Rhein vorbei bis nach Rhöndorf, von wo der Aufstieg zum Drachenfels startet. Von dort geht es weiter um die Wolkenburg, bis zum Milchhäuschen und dann quer durchs Tal bis zum Petersberg. Weiter geht es in einer Runde um den Nonnenstromberg und mit einem Abstecher zum Stenzelberg hinauf bis zum großen Ölberg. Nachdem man nun den höchsten Berg erklommen hat, geht es ein Stück bergab, rund um den Lohrberg und hinauf zur Löwenburg. Am Schluss folgt dann der Abstieg wieder hinunter nach Bad Honnef.

Route zum Nachwandern bei outdooractive.

Allgemeine Tipps zum Wandern im Siebengebirge:

– Im Siebengebirge wandert man größtenteils auf gut ausgebauten Waldwegen, und kleinen Pfaden. Manchmal sind auch steinigere Wege dabei. In jedem Fall empfiehlt es sich ein gutes paar Wanderschuhe zu tragen.
– Die Wege sind mit roten und gelben Pfeilen markiert. Rot gekennzeichnete Wege sind für Wanderer freigegeben, gelbe auch für Radfahrer.
– Der Naturpark Siebengebirge ist ein Naturschutzgebiet. Deshalb halte dich bitte an folgende Regeln: laufe nur auf den gekennzeichneten Wegen und nicht abseits im Wald, hinterlasse keinen Müll und nimm Abfälle wieder mit, sammle keine Pflanzen, Pilze oder Beeren, Rauchen ist im Naturschutzgebiet verboten, Hunde sollten an der Leine geführt werden, parke dein Auto nur auf ausgewiesenen Wanderparkplätzen, wenn du mit dem Rad unterwegs bist, halte dich an die dafür freigegebenen Wege. Siehe auch Schutzfunktion des Naturparks.

Weiterlesen zu Bonn und der Region:
Das Siebengebirge im Herbst
Ausflugsziele im Frühling in Bonn und Umgebung
Ausflugsziele im Herbst in Bonn und Umgebung
Vegan in Bonn

Auf kulinarischer Schnitzeljagd durch Bonn: mein Erfahrungsbericht

Am letzten Samstag im Juli fand die erste kulinarische Schnitzeljagd in Bonn statt. Was sich hinter diesem Titel verbirgt, welche Restaurants ich bei der Tour entdeckt habe und ob die Schnitzeljagd auch was für Veganer ist, lest ihr in meinem Erfahrungsbericht.

Was ist die kulinarische Schnitzeljagd?

Die kulinarische Schnitzeljagd ist eine Eventreihe von Food-Touren, die es bisher in verschiedenen Städten in NRW gibt. Am 25.07.2020 fand das erste Mal eine kulinarische Schnitzeljagd in Bonn statt, die ich besucht habe. Anders als bei anderen Food-Touren ist man nicht in kleiner Gruppe mit Guide, sondern individuell unterwegs.

Bei jeder Schnitzeljagd machen ca. 10-15 Läden mit, die man dann am Eventtag besuchen kann. Dabei kann man die Reihenfolge selbst festlegen und natürlich auch Läden auslassen. Überall bekommt man dann eine Kleinigkeit zum probieren (wobei es von Laden zu Laden varriiert, wie groß die Probierportion ist).

Bei der kulinarischen Schnitzeljagd gibt es übrigens immer auch etwas vegetarisches zum probieren, oft auch etwas veganes. In der Restaurantliste die man sich auf der Webseite ansehen kann ist gekennzeichnet wo es was gibt (das grüne Blatt steht dabei für vegetarisch, das Blatt mit dem V für vegan). In unserem Fall haben wir in Bonn 11 der 14 Läden besucht, die an diesem Tag mitgemacht haben und überall haben wir etwas veganes bekommen. Darunter waren auch Läden wo es laut der Webseite „nur“ etwas vegetarisches geben sollte. Es lohnt sich also, auch bei anderen Läden vorbeizuschauen und zu fragen.

Kosten: Tickets für die kulinarische Schnitzeljagd gibt es ab 30€ im Vorverkauf. Man bekommt als Ticket ein Armband zugeschickt, dass man während der Tour tragen muss.

Diese Läden habe ich während er kulinarischen Schnitzeljagd in Bonn besucht:

– Nishas Restaurant

In diesem Restaurant gibt es ayurvedische Küche aus Sri Lanka. Zum probieren konnten wir uns am Buffet eine kleine Schale mit Reis und verschiedenen Currys zusammenstellen.

Currys bei Nishas Restaurant

– La Sorbettiera

Bei dieser Eisdiele in der Bonner Südstadt konnten wir uns je zwei Kugeln aussuchen. Es gibt dort auch einige Sorbets, die alle vegan sind und vegane Waffeln. Wir probierten die Sorten Acai-Kokos, dunkle Schokolade, Himbeer-Ingwer und Pfirsich.

veganes Eis bei La Sorbettiera

– Juut Food

Weiter ging unsere Tour nach Poppelsdorf, wo wir bei der Imbissbude Juut Food jeweils eine klein Portion Pommes mit Currysoße zum probieren bekamen.

Pommes bei Juut Food

– Die Kichererbse

Auf dem Weg in die Innenstadt kamen wir bei einem weiteren Imbiss der „Kichererbse“ vorbei, wo es ein Falafel mit Hummus zum probieren gab.

Falafel von der Kichererbse

– Cassius Garten

Das nächste Restaurant auf unserer Route war der Cassius Garten in der Nähe vom Bonner Hauptbahnhof. Dort stand eine Portion Gazpacho für jeden bereit.

Gazpacho beim Cassius Garten

– Flaschengeist

In diesem Feinkostladen in der Bonner Innenstadt gab es außer ein paar Häppchen, die leider nicht vegan waren, auch Getränke zum probieren. Zum einen Weißwein mit Melone und ein Wasser mit Mangoessig.

Drinks bei Flaschengeist

– Iss dich Glücklich

In diesem kleinen Restaurant mit persischer Küche in der Nähe der Uni gab es zum probieren ebenfalls etwas Hummus mit Brot und gefüllte Weinblätter.

Hummus und Brot bei Iss dich Glücklich

– ZEN

Am Bertha-von-Suttner Platz konnten wir dann noch das vietnamesische ZEN Restaurant ausprobieren. Dort bekamen wir Sommerrollen als vegane Alternative.

Sommerrollen bei ZEN

– Coppeneur Chocolatier

Bei Coppeneur konnten wir verschiedene kleine Täfelchen Schokolade und je zwei Pralinen zum probieren mitnehmen. Dazu waren schon kleine Tütchen vorbereitet, die veganen Pralinen haben sie uns aber auf Nachfrage direkt aus der Kühltheke geholt.

Pralinen von Coppeneur

– Yomaro Frozen Yogurt

Hier konnte sich jeder einen kleinen Frozen Yogurt mit einem Topping und einer Soße nach Wahl zusammenstellen. Es gibt sowohl eine vegane Joghurtbasis, als auch verschiedene vegane Toppings und Soßen. Ich entschied mich für Manner Waffeln und Erdbeersoße.

Veganer Frozen Yogurt

– Pizzeria Spaccanapoli

Zum Abschluss unserer Tour ging es über den Rhein nach Beuel, wo es in der Pizzeria Spaccanapoli auch eine Pizza Marinara zum probieren gab.

Pizza Marinara

Mein Fazit: Lohnt sich die kulinarische Schnitzeljagd auch für Veganer?

Allgemein gefällt mir das Konzept der kulinarischen Schnitzeljagd sehr gut. Zum einen dass man individuell unterwegs ist, zum anderen, dass die vegetarische und/oder vegane Alternative direkt mitgedacht wird. Letzteres ist vor allem ein Pluspunkt, wenn man so eine Tour mit nicht veganen Freunden machen möchte, da so jeder etwas findet, dass ihm schmeckt und man kann so viele neue Restaurants auf einmal in einer Stadt entdecken. Einige von den Restaurants, die ich bei der Tour kennengelernt habe werde ich sicher nochmal besuchen. Wenn genügend Restaurants mit veganen Optionen mitmachen, würde ich so eine Tour sicher auch nochmal mit nicht veganen Freunden machen. Ansonsten fände ich vor allem eine komplett vegane Schnitzeljagd, wie es sie schonmal in Düsseldorf gab interessant.

Positiv überrascht war ich davon, in wie vielen Läden ich letztendlich doch etwas veganes bekommen habe. Laut der Webseite wären es 5 gewesen, letztendlich habe ich aber in allen 11 Läden in denen wir waren etwas veganes bekommen. Es lohnt sich also sehr, auch bei den anderen Läden vorbeizuschauen.

Die Probiergröße war von Laden zu Laden sehr unterschiedlich. Insgesamt war es so, dass man gut alle Läden an einem Tag besuche konnte, ohne das Gefühl zu bekommen, dass man zu viel gegessen hat. Wären es für Veganer allerdings tatsächlich nur die 5 Läden gewesen, wäre das im Nachhinein betrachtet etwas wenig gewesen.

Discliamer: Ich wurde zu der kulinarischen Schnitzeljagd vom Veranstalter eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine Meinung bleibt aber natürlich meine Eigene.

Weiterlesen zu Bonn und der Region:
Vegan in Bonn
Ausflugsziele im Frühling in Bonn und Umgebung
Ausflugsziele im Herbst in Bonn und Umgebung

Sehenswürdigkeiten in Funchal – Die Hauptstadt Madeiras entdecken

Funchal liegt im Südosten Madeiras und ist mit ca. 120.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel und auch ihre Hauptstadt. Außerdem ist Funchal das touristische Zentrum Madeiras. Die meisten Urlauber übernachten hier in einem Hotel, oder kommen von einem der Kreuzfahrtschiffe die im Hafen vor Anker liegen. Funchal ist aber nicht nur Ausgangspunkt für Erkundungen auf Madeira, sondern bietet selbst auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen. Dabei kann man, egal ob man nur einen Tag Vorort ist oder mehr Zeit hat, wie ich, jede Menge Entdecken. Welche Sehenswürdigkeiten in Funchal du nicht verpassen solltest erfährst du hier.

Straße mit Ausblick auf die Kathedrale von Funchal

Das Zentrum erkunden und an der Hafenpromenade entlang schlendern

Das Zentrum von Funchal ist relativ überschaubar und lässt sich gut in ein paar Stunden zu Fuß erkunden. Besonders schön ist es dabei, an der mit Palmen gesäumten Promenade entlang zu laufen und den Blick auf den Hafen und das Meer zu genießen. Für Fußballfans gibt es am westlichen Ende der Promenade das erste Highlight: das CR7 Museum, das dem Fußballer Christiano Ronaldo gewidmet ist, der in Funchal geboren ist. Gegenüber davon führt eine Treppe hinauf in den Parque de Santa Catarina, einer der vielen kleinen Parks, die sich über die ganze Stadt verteilen. Von hier geht es weiter hinunter ins Zentrum, wo kleine Läden zum stöbern und Restaurants zum verweilen einladen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Funchal zählen hier noch die Kathedrale von Funchal und die Câmara Municipal (die Stadthalle). Wer sich durch die Straßen treiben lässt, wird auch noch weitere interessante Gebäude entdecken. Für einen tollen Blick über die Stadt lohnt sich ein Aufstieg bis zum Fortaleza de São João Baptista do Pico.

Statue von Christiano Ronaldo an der Promenade in Funchal.Die Kathedrale von Funchal.Straße mit Bäumen im Zentrum Funchals.Parque de Santa Catarina in Funchal

Delfine beobachten bei einer Katamarantour

Delfin schwimmt an Katamarin vorbei.

Vom Hafen Funchals aus starten täglich mehrere Anbieter für eine Tour zur Wal- und Delfinbeobachtung. Delfine sind dabei ganzjährig in den Gewässern vor der Küste Madeiras anzutreffen, die Chance Wale zu sehen gibt es von Juni bis Oktober. Wir waren im März dort, da ich aber noch nie Delfine in freier Wildbahn gesehen habe, wollte ich unbedingt eine Tour machen. Wir entschieden uns für eine dreistündige Katamarantour (Kosten 30€ pro Person), die am Nachmittag startete. Wir hatten Glück und trafen schon nach kurzer Fahrzeit auf eine Gruppe Delfine, die sich in Küstennähe vor Funchal tummelten. Ein wirklich tolles Erlebnis, wenn auch schwierig zu fotografieren, da die Delfine sehr schnell auf- und wieder abtauchen. Einen sah ich in einiger Entfernung sogar mehrere Meter aus dem Wasser springen. Unser Boot fuhr dann eine ganzes Stück aufs Meer hinaus, da dort wohl am Morgen ein Wal gesichtet wurde. Den haben wir aber leider nicht gefunden. Zurück ging es dann mit Blick auf die Steilküste am Cabo Girão, wo wir nochmal auf eine Gruppe Delfine trafen. Für mich war die Tour eins der Highlights bei meinem Madeira Urlaub und genau wie schon beim Whale Watching in Nordisland kann ich es nur empfehlen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Delfine im Wasser vor der Küste Funchals.Neugieriger Delfin im Wasser

Wer seine Tour schon im Voraus buchen möchte findet zahlreiche Angebote z.B. bei getyourguide (*Affiliate-Link).

Streetart und Drinks in Funchals Altstadt

Die Altstadt von Funchal liegt östlich des Zentrums. Von hier startet auch die Seilbahn nach Monte. Interessant sind die kleinen Gassen vor allem, weil man hier auf den Türen tolle Streetart entdecken kann. Sie gehören zum Projekt „Painted doors of Funchal“, dass die Altstadt zu einer eigenen kleinen Kunstgalerie macht. Wir haben auf jeden Fall einige tolle Motive entdeckt. In der Altstadt findet man außerdem nochmal einige schöne Restaurants, wo man auch nur auf einen Drink einkehren kann. Probieren kann man da auf Madeira z.b. den traditionellen Poncha (eine Mischung aus Madeira Rum, Zitronensaft und Honig), oder einen Nikita (ein Cocktail aus Madeirawein, Bier und Eis). Wir waren auch schön Essen in der Risotteria del Mundo, einem Restaurant mit Terrasse am Wasser, kurz hinter dem Forte de São Tiago.

Tür mit Meerjungfrau und Delfin bemalt.Tür mit Strelitzien bemalt.Gelbes Forte de Sao Tiago am Wasser.

Neue Obstsorten probieren auf dem Markt von Funchal

die Markthalle in Funchal

Vom Mercado de Funchal habe ich in meinem Madeira vegan Guide schon geschrieben. Er gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Funchal und ist dementsprechend auch sehr touristisch. Wer kann sollte unbedingt freitags herkommen, wenn auch Bauern aus der Umgebung ihre Waren in der alten Markthalle anbieten. Auch die Einheimischen erledigen dann hier ihre Einkäufe und man kann viele der Obstsorten zu einem wesentlich günstigeren Preis probieren, als an den touristischen Ständen, die die ganze Woche über da sind. Unbedingt probieren sollte man die verschiedenen Maracuja-Sorten (Achtung: die werden an den touristischen Ständen meist nachgesüßt), die Ananas Banane (die Frucht der Monstera Deliciosa) und die Cheremoyas (auch bekannt als Zuckerapfel). Aber auch viele hier bekannte Obstsorten wie Kiwis, Ananas oder Orangen schmecken auf Madeira um ein vielfaches besser, weil sie direkt dort angebaut werden.

Frisches Obst auf dem Markt in Funchel

Die Aussicht auf Funchal genießen bei einer Seilbahnfahrt

Ausblick aus der Seilbahn über Funchal.

Zwischen Altstadt und Promenade liegt die Talstation der Seilbahn von Funchal. Mit den Gondeln kann man sich bequem von dort bis nach Monte fahren lassen und kann währenddessen die Aussicht auf Funchal und die Küste genießen. Eine Fahrt dauert ca. 20 Minuten und kostet 11€ für die einfache Fahrt oder 16€ Return (Stand Juni 2020). Die Seilbahnfahrt kann man außerdem super mit zwei weiteren Sehenswürdigkeiten in Funchal verbinden: den Gärten (Monte Palace oder dem botanischen Garten) und der Korbschlittenfahrt in Monte.

Blumenvielfalt bestaunen in den Gärten von Funchal

Blüte einer Strelitzie

Madeira ist ja als Blumeninsel bekannt und am besten erkundet man diese Seite der Insel in den Gärten von Funchal. Es gibt über die ganze Stadt verteilt immer wieder kleine Parks, die größte Vielfalt findet man aber im botanischen Garten von Funchal und im Monte Palace Tropical Garden. Beide liegen weit oben am Hang und man kann sie vom Zentrum aus gut mit der Seilbahn erreichen. Der Monte Palace befindet sich direkt links von der Bergstation der großen Seilbahn. Um zum botanischen Garten zu gelangen, nimmt man eine zweite Seilbahn, die ein paar hundert Meter rechts von der Bergstation über ein Tal führt. Wer den botanischen Garten besuchen und mit der Seilbahn fahren will, kann direkt ein Kombi-Ticket kaufen. Darin enthalten sind für 31,40€ Return Tickets für beide Seilbahnen und der Eintritt in den Botanischen Garten (6€ für Erwachsene). Tickets für den Monte Palace Tropical Garden kosten 12,50€. (Alle Preise Stand Juni 2020).

Wir haben beide Gärten besucht und uns einen ganzen Tag dafür Zeit genommen. Beim Besuch sind unbedingt feste Schuhe und bequeme Kleidung zu empfehlen, denn die Gärten liegen am Hang und man muss einige steile Wege und Treppen bewältigen.

Botanischer Garten Funchal

Blumenteppich im botanischen Garten in Funchal.

Der botanische Garten ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Funchal. Er wurde 1960 eingerichtet und beherbergt auf 35.000 Quadratmetern über 2.500 verschiedene Pflanzen von allen Kontinenten. Der Garten ist dabei in verschiedene Bereiche aufgeteilt, unter anderem das „Amphitheater“ mit dem großen Blumenteppich, einem Bereich für endemische Pflanzen, wie die Strelitzie und den Kakteengarten, mit Sukkulenten die überwiegend aus Südamerika stammen. Letzteren fand ich dabei besonders spannend, da ich noch nie so große Kakteen gesehen habe und auch einige Pflanzen entdeckt habe, die ich noch gar nicht kannte.

Zwischen den Kakteen im botanischen Garten in Funchal.

Monte Palace Tropical Garden

Das Gelände des Monte Palace gehörte früher zu einem Hotel und wurde ab Ende der 80er Jahre in den heutigen Garten umgewandelt. Im oberen Teil führen die Wege durch einen tropischen Wald, in dem unterschiedliche Baumarten von verschiedenen Kontinenten angepflanzt sind. Weiter unten gibt es einen kleinen See, sowie einen japanischen Garten mit mehreren Kioteichen. Über das ganze Areal verteilen sich außerdem Skulpturen, sowie große Azulejos, auf denen die portugiesische Geschichte dargestellt ist. Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel von Wasser und Pflanzen im Monte Palace. Kleine Bäche fließen durch den ganzen oberen Garten und münden in Fontänen und in einem großen künstlichen Wasserfall in den See.

See im mittleren Teil des Monte Palace Tropical Garden.Eindrücke aus dem Monte Palace.Im japanischen Garten im Monte Palace Madeira.

Eine Korbschlittenfahrt unternehmen in Monte

Kirche in Monte

In Monte wartet die touristischste der vielen Sehenswürdigkeiten in Funchal: die Korbschlittenfahrt. Besonders viel los ist hier, wenn zahlreiche Gruppen von einem Kreuzfahrtschiff hier eintreffen. Dabei hat die Korbschlittenfahrt in Monte eine lange Tradition. Erfunden wurden die Korbschlitten Mitte des 19. Jahrhunderts und damals fuhren die Bewohner von Monte damit bis ins Zentrum von Funchal. Sie waren ein häufig genutztes Verkehrsmittel auf der Insel. Heute dienen die Korbschlitten allerdings nur noch als Touristenattraktion. Ab Monte geht es auf einer Strecke von knapp 2km hinab. Der Schlitten wird dabei von zwei Carreiros gelenkt und natürlich kann man am Ende der Fahrt zahlreiche Souvenirs und ein Erinnerungsfoto kaufen. Trotzdem macht die Korbschlittenfahrt Spaß und das Erlebnis ist genau so einmalig wie das Transportmittel. Eine Fahrt kostet 25€ für eine und 30€ für zwei Personen. (Stand 06/2020)

Carroeiros in Monte warten auf die Abfahrt mit dem Korbschlitten.
Tipp: Wir haben die Korbschlittenfahrt im Rahmen einer Tour nach Monte und ins Nonnental (*Affiliate-Link) gemacht. So wurden wir von unserem Bus am Endpunkt der Schlittenfahrt abgeholt und haben uns uns den steilen Weg zurück nach Monte, oder die teure Taxifahrt ins Zentrum gespart.

Hoteltipp für Funchal

Wenn du ein Hotel in Funchal suchst, kann ich das Madeira Panoramico (*Affiliate-Link) empfehlen. Hier haben wir angenehme zwei Wochen in einem kleinen, aber gemütlichen Zimmer verbracht. Besonders schön ist der Ausblick von der Terrasse auf die Stadt, den man auch vom Außenpool aus genießen kann. Am Buffet findet man auch als Vegetarier oder Veganer sowohl beim Frühstück, als auch beim Abendessen eine große Auswahl.
Das Hotel liegt außerhalb es großen Hotelviertels von Funchal, dank dem kostenlosen Shuttlebus kommt man aber trotzdem sehr flexibel ins Zentrum.

Mein Lieblingsort im Hotel: der Pool mit Ausblick

Weitere Unterkünfte in Funchal findet ihr z.b. bei booking.com (*Affiliate-Link).

Weitere Tipps:
– Für unseren Madeira Urlaub hatten wir den DuMont direkt Reiseführer (*Affiliate-Link) dabei. Darin finden sich auch zahlreiche Tipps für Funchal.
– Funchal ist der optimale Ausgangspunkt, wenn man ohne Auto unterwegs ist und viele geführte Touren unternimmt. Wir haben mehrere Touren im Vorfeld bei getyourguide (*Affiliate-Link) gebucht und wurden immer direkt bei unserem Hotel abgeholt. So konnten wir auch ohne selbst zu fahren viel von der Insel sehen.
– Renate von rausinsleben.de war ebenfalls im Monte Palace. Über ihre Eindrücke schreibt sie hier.

Weiterlesen zu Madeira und Portugal:
Madeira Sehenswürdigkeiten
Wandern auf Madeira – 3 Levada Touren für Anfänger
Lissabon – Über Treppen, Tram fahren und den Tejo

Rezept: veganer Erdbeerkuchen mit Biskuitboden

Erdbeeren gehören ja zu meinen liebsten Obstsorten und sie landen während der Saison täglich in meinem Frühstücksjoghurt. Auch für fruchtiges Gebäck nehme ich gerne Erdbeeren und in meiner Rezeptübersicht findet ihr schon viele Rezepte mit der kleinen roten Frucht. Diesmal gibt’s ein klassisches Rezept, wobei mein veganer Erdbeerkuchen durch den Sahne-Mandelrand einen Tick Richtung Torte geht.

veganer Erdbeerkuchen

Zutaten:
für den Biskuit (gibt am Ende 2 Böden in einer Form mit 26cm Durchmesser):
400g Mehl
200g Puderzucker
1 Päckchen Backpulver
1 Päckchen (Bourbon) Vanillezucker
100ml Rapsöl
180g Sojajoghurt
280ml Sprudelwasser
für das Topping:
400-500g Erdbeeren
1 Päckchen veganen Tortenguss
250ml Wasser
2 EL Zucker
300ml vegane Schlagsahne
3 TL Sahnesteif
30g gehobelte Mandeln

1. Für den Biskuit Mehl, Puderzucker und Backpulver in eine Schüssel sieben und mit dem Vanillezucker vermischen.
2. Dann Rapsöl, Sojajoghurt und Sprudelwasser dazugeben und alles zu einem Teig verrühren.
3. Eine Backform mit Backpapier auslegen, den Teig hineingeben, glattstreichen und bei 180°C auf mittlerer Schiene ca. 45- 50 Minuten im Backofen backen. Vor dem weiterverarbeiten gut auskühlen lassen, das Backpapier vorsichtig abziehen. Die Kuppel vom Biskuit oben gerade abschneiden und den Rest waagerecht in zwei Böden schneiden.
4. Für den veganen Erdbeerkuchen brauchen wir nur einen der beiden Biskuitböden, den anderen kann man gut einfrieren. Alternativ kann man nur die Hälfte des Teigs machen, dann verringert sich allerdings die Backzeit.
5. Die Erdbeeren waschen, den Strunk entfernen, halbieren und den Biskuit damit belegen. Den Tortenguss nach Packungsanweisung zubereiten (meiner wurde mit 250ml Wasser und 2 EL Zucker vermischt und dann aufgekocht) und gleichmäßig über den Erdbeeren verteilen. (Bei diesem Schritt hatte ich den Kuchen in einem Tortenring, der verhindert, dass der Tortenguss über den Rand läuft.)
6. Für den Sahnerand die Sahne mit dem Sahnesteif aufschlagen und die Mandeln 5-10 Minuten bei niedriger Hitze in einer Pfanne bis zum gewünschten Bräunungsgrad rösten.
7. Ein Teil Sahne wird jetzt gleichmäßig am Rand des Kuchens verteilt. Ich habe zwischen die Erdbeeren am Rand auch jeweils noch einen Tupfen gesetzt. Den Rest habe ich dann so zum Kuchen serviert. Zum Schluss werden die gerösteten Mandeln über den Rand gestreut.

veganer Erdbeerkuchenveganer Erdbeerkuchen

Mein veganer Erdbeerkuchen kam bei meiner Omni Familie super an und nicht nur, weil ich den zweiten Boden noch eingefroren haben, wird es ihn bald nochmal geben. Die Erdbeersaison muss schließlich ausgenutzt werden.

veganer Erdbeerkuchenveganer Erdbeerkuchen

Weitere Rezepte mit Erdbeeren:
Vegane Erdbeer Cupcakes
Erdbeer Bananen Muffins
Erdbeer-Joghurt Kuchen (vegan)

Rezept: vegane Mannerschnitten Torte mit Nougat-Füllung

Wenn ich eins liebe, dann sind es wandelbare Rezepte: einfache ein paar Zutaten austauschen und schon hat man geschmacklich etwas Neues. Genauso ist es auch bei meinen Torten Rezepten. Den Nussbiskuit habe ich bereits bei meinem Rezept für vegane Schoko-Nuss Torte verwendet, diesmal dient er als Basis für die vegane Mannerschnitten Torte, die durch die Nougat-Füllung eine schokoladige Note bekommt.

vegane Mannerschnittentorte

Zutaten für eine kleine Form mit ca.18cm Durchmesser
für den Haselnussbiskuit:
100g Mehl
100g gemahlene Haselnüsse
100g Puderzucker
½ Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
50ml Rapsöl
90g Sojajoghurt Natur
140ml Sprudelwasser
für die Sahnecreme:
300ml aufschlagbare vegane Sahne (ich hatte Soyatoo)
100g Manner Waffeln
2 TL San Apart (Sahnesteif)
außerdem:
125g veganen Nougat (ich hatte den von Ruf)
Manner Waffeln zum verzieren

1. Für den Biskuit Mehl, Puderzucker und Backpulver in eine Schüssel sieben und mit dem Vanillezucker und den gemahlenen Haselnüssen vermischen. Tipp: Ich kaufe immer ganze Haselnüsse und zerkleinere sie im Mixer.
2. Dann Rapsöl, Sojajoghurt und Sprudelwasser dazugeben und alles zu einem Teig verrühren.
3. Eine Backform (ca. 18cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen, den Teig hineingeben, glattstreichen und bei 180°C auf mittlerer Schiene ca. 45 Minuten im Backofen backen. Unbedingt eine Garprobe machen und gegebenenfalls noch etwas länger backen lassen. Vor dem weiterverarbeiten gut auskühlen lassen, das Backpapier vorsichtig abziehen und den Biskuit waagerecht in zwei Teile schneiden.
4. Für die Sahnecreme die Sahne mit dem Sahnesteif aufschlagen, die Manner Waffeln im Mixer zerkleinern und unterheben.
5. Bevor man mit dem Schichten anfängt den Nougat im Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Zum Schichten am besten einen Tortenring zur Hilfe nehmen. Darin erst einen der Böden platzieren, anschließen den Nougat gleichmäßig darauf verteilen. Ein bisschen Nougat sollte dabei noch für die Deko übrig bleiben.
6. Auf die Nougatschicht kommt nun eine Schicht der Sahne (ungefähr 1/3 der gesamten Creme). Diese muss vorsichtig verteilt werden, da der Nougat noch flüssig ist. Danach kommt der zweite Boden und noch eine Schicht Sahne (nochmal 1/3 der Creme). Der restliche Nougat wird mit einem Löffel in Fäden über der Torte verteilt. Nun muss die Torte nochmals ca. 1 Stunde kaltgestellt werden, bis der Nougat wieder fest geworden ist.
7. Jetzt den Tortenring vorsichtig mit einem Messer lösen (der Nougat klebt evtl. leicht daran fest) und den Rand der Torte mit der restlichen Creme einstreichen. Zur Deko kommen noch in Würfel geschnittene Manner-Waffeln an den Rand der Torte. Diese solltet ihr, wenn ihr die Torte nicht direkt serviert und sie im Kühlschrank lagert allerdings erst kurz vor dem Verzehr darauf verteilen, da sie sonst weich werden.

vegane Mannerschnittentortevegane Mannerschnittentorte

Für meine Familie zu Hause mache ich meist nur eine kleine Torte, so auch hier bei der veganen Mannerschnitten Torte. Ist die Torte für eine größere Runde nehme ich dann einfach eine größere Backform (28cm Durchmesser) und verdopple die Menge der Zutaten. Besonders wenn man eine größere Form verwendet, lohnt es sich in ein paar Tortenhelfer zu investieren. Ich benutze zum Schneiden der Böden z.b. ein spezielles Tortenmesser (*Affiliate-Link), das länger und schärfer ist, als ein normales Brotmesser. Zum Schichten empfiehlt sich unbedingt ein Tortenring (*Affiliate-Link), besonders wenn es flüssigere Schichten, wie hier den Nougat gibt. Ich stelle jedenfalls auch bei kleinen Torten immer fest, dass das Ergebnis nicht so schön wird, wenn ich keinen Tortenring verwende.

Welche Tortenrezepte mögt ihr am liebsten? Habt ihr noch weitere Tipps zum Torten backen und schichten?

Weitere Rezeptideen:
Haselnumuffins mit Nougatkern
Vegane Oreo Torte
Vegane Nougatknödel

Madeira vegan: Restaurants, Hotels und typisches Essen

Als ich meine Reise nach Madeira geplant habe, habe ich mich neben der Natur besonders auf die kulinarischen Entdeckungen in diesem Urlaub gefreut. Denn auch, wenn die kleine Insel im Atlantik mit knapp 270.000 Einwohnern nicht unbedingt mit vielen veganen Restaurants aufwarten kann, gibt es auch für Veganer einige Köstlichkeiten zum probieren. Welche das sind und warum Madeira ein super Reiseziel für Veganer ist, erfahrt ihr in meinem Madeira vegan Guide.

Madeira vegan

Madeira vegan: Restaurant-Tipps für Funchal

Bei meiner Reise nach Madeira habe ich diesmal gar nicht so viele vegane Restaurants getestet. Meistens habe ich im Hotel gegessen, oder hatte ein kleines Picknick bei einem Ausflug dabei. Ein paar der Restaurants in Funchal habe ich aber doch ausprobiert. Außerhalb von Funchal findet man bisher sowieso nur sehr wenige vegane Angebote.

Mundo Vegan

Das aktuell einzige komplett vegane Restaurant auf Madeira. Es liegt im Hotelviertel westlich vom Zentrum Funchals und hat sowohl schöne Plätze im Restaurant, als auch eine kleine Terrasse draußen. Auf der Karte stehen unterschiedliche Burger, Bowls und noch ein paar andere Gerichte wie Risotto und Pasta. Wir entschieden uns für einen Burger mit hausgemachtem Bohnen-Patty, eine große Gemüse-Bowl und zum Nachtisch gab es noch ein Stück Erdnuss-Schoko-Torte. Alles hat uns sehr gut geschmeckt und wir haben inklusive der Getränke weniger als 30€ gezahlt. Wegen dem leckeren Essen ist es mein Favorit auf Madeira.

Adresse: Rua velha da ajuda n°2 edifício Costa do sol III
Funchal | Facebook-Seite

veganer Burger mit Pommes im Mundo veganGemüsebowl mit Bohnen, Süßkartoffeln und AvocadoTorte im Mundo vegan

Risotteria del Mundo

Ein Besuch in diesem Restaurant lohnt sich schon allein wegen dem tollen Ausblick, den man von der Terrasse hat. Es liegt am Rande der Altstadt von Funchal, hinter dem Forte de Sao Tiago, direkt an der Küste. Von der überdachten, windgeschützten Terrasse hat man einen tollen Blick aufs Meer. Auf der Karte stehen, wie der Name schon verrät, Risottos in vielen Variationen. Als vegan gekennzeichnet ist zwar keins davon, man kann aber etwa das vegetarische Gemüserisotto vegan bestellen, dann wird es ohne Käse und Butter zubereitet. Mit 15-20€ für ein Hauptgericht, ist dieses Restaurant etwas teurer, wir haben hier aber sehr lecker gegessen und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Adresse: Rua de Santa Maria, nº 274, Funchal | Webseite

Essen mit Aussicht aufs Meer in Funchalveganes Gemüse Risotto

Ervilha Doce

In diesem kleinen Café mitten in Funchal gibt es ein täglich wechselndes Lunch Menü, bei dem auch vegane Optionen vorhanden sind. Bei unserem Besuch gab es Karottensuppe und Risotto mit Zucchini, Erbsen und Pilzen. Beides ganz lecker, aber nichts besonderes. Dafür war es hier super günstig und wir haben keine 10€ pro Person gezahlt. Für mich keine absolute Empfehlung, aber da die Auswahl an veganfreundlichen Restaurants in Funchal auch nicht super riesig ist, wollte ich es trotzdem mit aufzählen.

Adresse: R. do Padre Gonçalves da Câmara 10, Funchal | Facebook-Seite

Veganes Risotto im Ervilha Doce Karotten Suppe

Ottavia Gelateria

Diese Eisdiele im Zentrum von Funchal hat mehrere vegane Sorbets zur Auswahl. Sie sind zwar in der Auslage nicht gekennzeichnet, auf Nachfrage habe ich aber die veganen Sorten aufgezählt bekommen. Probiert habe ich das Beeren-Sorbet, was sehr lecker, mit 2€ pro Kugel aber auch nicht ganz günstig war.

Adresse: Rua do Comboio N. 20, Funchal | Facebook-Seite

veganes Eis in Funchal

Vegan Einkaufen auf Madeira

In fast allen Orten, die wir auf Madeira besucht haben, gab es im Ortskern nur kleine Mini Supermärkte und auch in Funchal haben wir in der Innenstadt keinen größeren Laden entdeckt. Da wir ohne Auto unterwegs waren, haben wir immer nur in diesen kleinen Läden eingekauft. Aber auch dort gab es etwa Pflanzendrinks, veganen Pudding und natürlich frisches Obst und Gemüse. Tofu oder ähnliches haben wir allerdings nur im Biomarkt gefunden. Da wir ohnehin meist im Hotel gegessen haben, mussten wir nur etwas für das Picknick unterwegs finden.

Mercado dos Lavradores in Funchal

Wenn ihr in Funchal seid, gehört ein Besuch beim bekannten Mercado dos Lavradores unbedingt dazu. In der großen Markthalle werden Blumen, Souvenirs, aber auch jede Menge frisches Obst und Gemüse verkauft. Wenn ihr es einrichten könnt, geht am besten Freitags hin, dann sind auf der unteren Ebene auch viele Stände von Bauern aus der Umgebung. Hier kaufen dann auch die Einheimischen ein und ihr bekommt die meisten Sachen wesentlich günstiger, als bei den touristischen Ständen im Obergeschoss. An diesen Ständen könnt ihr zwar auch unter der Woche einige der Früchte probieren, besonders die Maracujas werden dort aber meist nachgesüßt und die Preise sind dafür sehr hoch. Welche Obstsorten ihr unbedingt probieren solltet und mit welchen Preisen ihr rechnen könnt, lest ihr weiter unten.

Adresse: Mercardo dos Lavradores Loja 2, Funchal

die Markthalle in FunchalFrisches Obst auf dem Markt in Funchel

Bio-Logos

In diesem Bioladen in Funchal bekommt ihr viele vegane Produkte, die ihr im Supermarkt sonst nicht findet. Vor allem Fleischalternativen, aber auch verschiedene vegane Kekse und viele weitere Basic-Produkte, die wir sonst in keinem Supermarkt gesehen haben, haben wir dort entdeckt. Die meisten Sachen sind importiert und es gab auch viele Produkte deutscher Marken.

Adresse: R. Nova de São Pedro 34, Funchal

Madeira vegan: Hotel-Tipp

Ein komplett veganes Hotel auf Madeira ist mir nicht bekannt, ich habe aber während meinem Urlaub in einem veganfreundlichen Hotel übernachtet, bei dem ich am Buffet immer etwas gefunden habe. Alternativ bietet es sich natürlich an, eine Ferienwohnung mit Kochmöglichkeit zu mieten, wenn man vegan essen möchte.

Madeira Panoramico

Unsere Reise nach Madeira haben wir relativ kurzfristig gebucht, und da wir nicht viel Zeit zum suchen hatten, wurde es eine Pauschalreise mit Flug und Hotel. Beim Madeira Panoramico (*Affiliate-Link) stand zwar online nicht explizit etwas von veganen Optionen, laut dem Reiseveranstalter sollte es aber auf jeden Fall vegetarisches und glutenfreies Essen am Buffet geben. Meinen Wunsch nach veganer Verpflegung habe ich im Vorfeld per Mail angekündigt und ich hatte sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen immer genug Auswahl.

Beim Frühstück gab es verschiedene Pflanzendrinks, Müsli und viel frisches Obst. Darunter etwa Orangen, Bananen, Papayas, Ananas, Erdbeeren, Kiwis und Cheremoya. Dazu habe ich mir dann meistens von den warmen Gerichten noch Baked Beans, Pilze und gebackene Kartoffeln geholt und Brötchen mit Marmelade gab es auch noch.

veganes Frühstück im Madeira PanoramicoFrühstück auf der Terrasse + Sonnenaufgang über Funchal
Abends gab es immer wechselnde Gerichte vom Buffet und von dem vegetarischen Essen war vieles auch vegan. Da es nicht gekennzeichnet war, habe ich immer nachgefragt, welche Gerichte ich essen kann. Ein paarmal gab es z.B. Gemüsesuppe als Vorspeise, jeden Abend ein Salatbuffet und bei den warmen Gerichten gab es meist Nudeln oder Reis mit Gemüse oder Pommes. Am italienischen Abend habe ich außerdem extra Nudeln mit Pilzen und Tomatensoße bekommen, an einem anderen Tag zusätzlich marinierten, gebackenen Tofu. Sehr lecker war auch das Essen am regionalen Abend, da gab es Süßkartoffeln, Bolo do Caco (Knoblauchbrot) und Milho Frito (frittierte Maismehlwürfel). Zum Nachtisch gab es auch immer frisches Obst.

typisches veganes Essen im Madeira Panoramico am regionalen Abend gab es Süßkartoffeln, Bolo do Caco und Milhos Fritos vegane Pasta am italienischen AbendObstvariation zum Nachtisch

Auch sonst hat mir das Madeira Panoramico gut gefallen. Wir hatten ein hübsches kleines Zimmer, mit eigenem Balkon, haben unser Frühstück bei gutem Wetter auf der Terrasse genossen und haben neben den Ausflügen auch viel Zeit am Pool, mit Blick auf Funchal verbracht. Der Ausblick war besonders morgens zum Sonnenaufgang wunderschön. Außerdem waren wir ganz froh, dass das Hotel nicht direkt im Touriviertel lag. So hatten wir unsere Ruhe und mit dem kostenlosen Hotelbus konnten wir trotzdem super in die Stadt und wieder zurück fahren.

Adresse: R. dos Estados Unidos da América 34, Funchal

Mein Lieblingsort im Hotel: der Pool mit Ausblick

Landestypisches Essen auf Madeira

Madeira ist ja nicht nur als Blumeninsel bekannt, es wachsen dort auch einige tropische Früchte, die man in Deutschland gar nicht, oder nur selten bekommt. Die bekanntesten möchte ich euch hier kurz auflisten:

1. Die verschiedenen Maracuja-Sorten

Drachenfrucht, Bananen und Maracujas auf dem Markt in Funchal
Auf Madeira wachsen gleich mehrere Sorten Maracujas. Zusätzlich zu der klassischen Passionsfrucht haben wir bei unserem Besuch Tomaten Maracuja und Bananen Maracuja probiert, die auf der Insel angebaut wurden. Auf dem Markt in Funchal gab es auch noch weitere Sorten, die aber zumindest zu der Jahreszeit nicht auf der Insel wuchsen und importiert waren. Für die Importieren Sorten haben wir auch 19,50€ pro Kilo gezahlt, die anderen haben wir aber an den nicht touristischen Ständen auf dem Bauernmarkt freitags wesentlich günstiger bekommen.

2. Ananasbanane (Monstera Deliciosa)

Monstera Deliciosa an der Pflanze
Bei der Ananasbanane handelt es sich um die kolbenförmige Frucht der Monstera Pflanze. Die dicken, grünen Schalenplättchen lösen sich, wenn die Frucht reift, von alleine und dann kann man das Fruchtfleisch darunter essen. Geschmacklich erinnert sie an eine Mischung aus Ananas und Banane, woher der auf Madeira gebräuchliche Name stammt. Schon reifere Früchte werden in Plastikfolie eingewickelt verkauft, damit die Schale nicht abgeht. Wir haben ganze Früchte schon zu einem Preis von 3€ pro Stück bekommen.

Eine Reife Ananas Banane

3. Cherimoya

Cherimoya beim Frühstück im Hotel
Die Cherimoya, auch Zuckerapfel genannt, gehört zu den Annonengewächsen und stammt ursprünglich aus Südamerika, sie werden aber auch auf Madeira angebaut. Essbar ist das helle Fruchtfleisch, wenn die Frucht weich ist, Schale und Kerne sollte man nicht mitessen. Bei uns gab es sie auch häufig im Hotel zum Frühstück, wir haben aber auch selbst welche gekauft und dafür ab 1,50€ pro Kilo gezahlt.

Diese drei Obstsorten solltet ihr bei eurem Madeira Besuch auf jeden Fall probieren. Man findet dort aber natürlich auch noch vieles anderes exotisches Obst, dass man auch ganz ohne schlechtes Gewissen essen kann, weil es auf der Insel angebaut wird. Dazu gehören zum Beispiel Avocados, Bananen, Ananas, Papaya, Kiwis und Orangen. Bei unserem Besuch gab es außerdem oft Mispeln, die gerade Saison hatten und je nach Jahreszeit wachsen auch Mangos auf der Insel. Bei unseren Touren über die Insel, sind wir auch oft an Gärten vorbeigekommen, wo das ein oder andere Obst angebaut wurde. Besonders die Bananenplantagen gibt es im Süden von Madeira überall.

Abgesehen von dem Obst gibt es auch ein paar typische Beilagen, die man auf Madeira vegan probieren kann. Ganz vorn dabei ist da das leckere Bolo de Caco. Das ist ein Fladenbrot aus einem Teig, der traditionell mit Süßkartoffeln gemacht wird. Zum Essen wird das Fladenbrot geröstet und mit Knoblauchbutter oder -öl bestrichen. Die nicht vegane Version wird auch mit Käse und Chorizo gefüllt verkauft. Ich habe mir öfter so ein Brot gekauft (ohne Knoblauchbutter) und es dann belegt mit Avocado und etwas Tofu für unterwegs mitgenommen. Der perfekte Snack und wesentlich leckerer als die labbrigen Brötchen, die man sonst auf Madeira bekommt.
Zu den Beilagen zählen außerdem noch die Süßkartoffeln, die viel auf der Insel angebaut werden und Milhos Fritos, die frittierten Maismehlwürfel, die ich allerdings nur im Hotel probiert habe.

Wenn ihr weitere portugiesische Spezialitäten probieren wollt, schaut auch doch mal meine Rezepte für Caldo Verde, Pao de Deus und Pasteis de Nata an.

Weiterlesen zu Portugal:
Vegan in Lissabon
Madeira Sehenswürdigkeiten
Wandern auf Madeira
Sehenswürdigkeiten in Funchal
Lissabon – Über Treppen, Tram fahren und den Tejo
Algarve Travel Diary