Madeira Sehenswürdigkeiten: Meine 21 Highlights auf der Blumeninsel

Zwei Wochen habe ich Anfang März auf Madeira verbracht. Die Insel und das gleichnamige Archipel Madeira gehören zu Portugal. Das Archipel liegt im Atlantik zwischen den Azoren und den Kanaren. Aufgrund des milden Klimas, der Vegetation und der Landschaft wird Madeira oft auch Blumeninsel oder das Hawai Europas genannt. Während meines Urlaubs hatte ich genug Zeit, die Insel ausgiebig zu erkunden. Was meine Highlights waren und welche Sehenswürdigkeiten du auf Madeira entdecken kannst, liest du in diesem Artikel.

Madeira Sehenswürdigkeiten

1. Funchal, die Hauptstadt Madeiras

Ein Besuch in der Hauptstadt Funchal darf bei keinem Madeira Urlaub fehlen. Viele der Touristen kommen hier mit dem Kreuzfahrtschiff an, oder übernachten in einem Hotel in der Stadt. Zwischen dem Hafen und der Altstadt gibt es viel zu entdecken in Funchal: alte Gassen und Gebäude, schöne Parks und die Markthalle sind nur einige der Highlights. Mehr über die Stadt liest du in meinem Artikel zu den Sehenswürdigkeiten in Funchal.

Straße mit Ausblick auf die Kathedrale von Funchal

2. Botanischer Garten: die Blumenvielfalt der Insel

Im Botanischen Garten von Funchal merkt man, wieso Madeira den Beinamen Blumeninsel trägt. Selten sieht man so viele unterschiedliche Pflanzen an einem Ort blühen. Besonders gut gefallen hat mir dort der Kakteengarten, aber auch der Rest ist wirklich sehenswert und obendrein genießt man einen tollen Ausblick auf die Stadt. Wer möchte, kann sich auch ganz bequem mit den Seilbahnen von der Altstadt aus hochfahren lassen.

Blumenteppich im botanischen Garten in Funchal.Zwischen den Kakteen im botanischen Garten in Funchal.Ausblick aus der Seilbahn über Funchal.

3. Eine Levada Wanderung unternehmen

Die Levadas gehören ganz sicher auch zu den Top Sehenswürdigkeiten auf Madeira. Die ganze Insel wird durchzogen von diesen Wasserkanälen, die auch tolle Möglichkeiten bieten die vielfältige Landschaft zu erwandern. Eine der beliebtesten Levada Wanderungen führt zu den 25 Quellen, einem kleinen Wasserfall, der in 25 Fontänen an der Wand hinabfließt. Wenn du keine Höhenangst hast, kann ich diese, oder eine andere Levada Wanderung unbedingt für deinen Madeira Urlaub empfehlen. Mehr zu den 25 Quellen und den beiden anderen Levada Wanderungen, die ich während meinem Urlaub unternommen habe, liest du in meinem Artikel zum Wandern auf Madeira.

Schmale Wege bei der Levada Wanderung zu den 25 Fontes25 Fontes auf Madeira

4. Curral das Freias (Nonnental)

Das Curral das Freias, oder auch Nonnental, liegt recht abgeschieden im Inselinneren im Tal zwischen den höchsten Gipfeln Madeiras. Früher diente es den Bewohnern als Zufluchtsort bei Überfällen. Der Ort selbst ist nicht unbedingt sehenswert, wohl aber das Panorama, dass man von einem Aussichtspunkt in der Nähe genießen kann.

Blick auf Nonnental, mit Bergen im Hintergrund.

5. Cabo Girão

Mit dem Cabo Girão findet man auf Madeira eine der höchsten Steilklippen von ganz Europa. Ca. 580 Meter fallen die Klippen Richtung Meer ab. Betrachten kann man das ganze von einem Skywalk, der bei gutem Wetter tolle Ausblicke auf die Küste ermöglicht. Mit etwas Pech liegt der Aussichtspunkt aber auch schonmal in einer Wolke.

Blick Steil hinunter vom Cabo Girao.

6. Ribeira Brava

Ein kleiner Ort an der Südküste Madeiras. Wir hatten hier einen kurzen Stopp auf einem unserer Ausflüge und sind ein bisschen durch die Stadt spaziert. Schön war hier vor allem der Blick ins Tal und wir haben einen kleinen Supermarkt entdeckt in dem wir relativ günstig Obst bekommen haben.

Ausblick ins Tal von Ribera Brava.

7. Ponta do Sol

Ein weiterer kleiner Ort an der Südküste mit einem Kiesstrand und einem kleinen Wasserfall, den wir auf der Tour entlang der Südküste besucht haben.

Strand von Ponta do Sol, an der Südküste.

8. Ponta do Pargo

Dieser Aussichtspunkt ganz im Westen Madeiras war das Ziel der Südküstentour. Von dem kleinen Leuchtturm aus kann man ein bisschen an der Küste entlanglaufen und bei gutem Wetter tolle Ausblicke genießen.

Leutturm an der Ponta do Pargo.Aussicht von der Ponta do Pargo.

9. Paul da Serra

Die Hochebene Paul da Serra im Westen Madeiras verschwindet, wie auch die anderen hohen Berge, öfter unter einer Wolkendecke. Bei unserer Wanderung zu den 25 Quellen, die von dort aus startete konnten wir noch etwas von dem gelb blühenden Ginster sehen, einen Tag später, bei unserer Tour an die Westküste, reichte die Sicht kaum 100 Meter weit.

Gelb blühender Ginster auf der Hochebene Paul da Serra

10. Porto Moniz

Die Stadt Porto Moniz liegt im Nordwesten von Madeira und bietet eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: die Felsenpools. Da Madeira keine natürlichen Sandstrände hat und das Meer an der Küste sehr rau ist, gibt es nur wenige Möglichkeiten für ein Bad direkt im Meer. Eine davon sind die Felsenpools in Porto Moniz. Das Meerwasser sammelt sich hier in teils natürlichen teils angelegten Felsenpools in denen man schwimmen kann. Es gibt sowohl kleine, frei zugängliche Pools, als auch ein größeres Schwimmbad, das einen kleinen Eintritt verlangt. Bei unserem Besuch war es leider zu kalt für ein Bad, beeindrucken fand ich es trotzdem. Bei sehr starkem Wellengang werden die Pools zudem gesperrt, da es sonst zu gefährlich ist dort zu schwimmen.

Meeresschwimmbad in Porto Moniz.Felsenpools in Porto Moniz

11. Miradoura do Véu da Noiva (Wasserfall)

Auf unserem Rückweg von Porto Moniz machten wir bei unserer Tour noch Halt an einem kleinen Aussichtspunkt an der Nordküste: dem Miradouro do Véu da Noiva, von dem man einen tollen Blick auf die Küste und mehrere Wasserfälle, die aus den Bergen hinabfließen, hat. Besonders schön ist der größere Wasserfall, der direkt ins Meer mündet.

Wasserfall an der Küste von Madeira

12. Grotten in São Vicente

In São Vicente an der Nordküste Madeiras kann man eine Sehenswürdigkeit besichtigen, die vom vulkanischen Ursprung des Archipels erzählt. Die Grotten, die vor mehreren hunderttausend Jahren bei einem Vulkanausbruch entstanden. Zu den Grotten gehört ein Informationszentrum, in dem eine kleine Ausstellung und zwei (wirklich sehr alte) Filme über die Entstehung der Grotten und des Archipels berichten. Anschließend kann man die Grotten mit einem Guide besichtigen. Bei unserem Besuch war das aber leider nicht möglich, da durch ein Erdbeben ein paar Tage zuvor eine Einsturzgefahr noch nicht ausgeschlossen werden konnte.

Berge in Sao Vicente.

13. Miradoura da Beira da Quinta (Aussichtspunkt Nordküste)

Nach unserem Besuch in São Vicente ging unsere Tour weiter entlang der Nordküste von Madeira. Hier führt die alte Straße in unzähligen Kurven die Berge hinauf und hinunter, es bieten sich aber auch immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Küste. Ein etwas größerer Aussichtspunkt, an dem man halten kann, ist der Miradoura da Beira da Quinta. Bei klarer Sicht kann man an der Küste entlang bis nach Porto Moniz schauen. Auch die Nachbarinsel Porto Santo konnten wir draußen auf dem Meer entdecken.

Aussicht auf die Nordküste von Madeira.

14. Santana

Der Ort Santana war einer der Stopps auf unserer Tour durch den Osten Madeiras. Hauptsehenswürdigkeit in Satana sind die alten, typischen Strohgedeckten Häuser, wie es sie früher häufig auf Madeira gab. Heute gibt es nur noch wenige dieser Häuser, da das Strohdach regelmäßig erneuert werden muss. Damit man sich die alte Bauweise trotzdem anschauen kann, wurden in Santana neben dem Rathaus einige dieser Häuser zu touristischen Zwecken errichtet. Man kann dort Fotos machen und die den Häusern Souvenirs wie Blumen, Gebäck und den typischen Poncha (ein Drink aus Madeirarum, Zitronensaft und Honig) kaufen.

Typisches Haus mit Strohdach in SantanaStrelitzien blühen vor den Strohäusern in Santana

15. Porto da Cruz

Wo wir schon bei Poncha sind, kommen wir gleich zur nächsten Madeira Sehenswürdigkeit: Im Ort Porto da Cruz an der Nordküste kann man eine Schnappsbrennerei besichtigen. Der Rum für den Poncha wird auf Madeira nämlich noch komplett selbst produziert: vom Anbau des Zuckerrohrs bis zur Produktion in der Zuckerrohrfabrik. Zuckerrohr wird auf Madeira seit dem 15. Jahrhundert angebaut. Damals machte es die Insel bekannt und reich, bis der Zucker noch billiger aus Südamerika importiert werden konnte. Zur Produktion von Madeirarum und von Sirup wird aber immer noch Zuckerrohr auf der Insel angebaut. Besonders interessant ist ein Besuch der Fabrik sicher zur Erntezeit (im April), da die Maschinen nur dann in Betrieb sind. Ansonsten kann man sich den Prozess auf Video anschauen und natürlich einige der Produkte als Mitbringsel kaufen. Eine weitere Zuckerrohrfabrik kann man übrigens in Calheta an der Südküste besichtigen.

16. Ponta de São Lourenço

Die Ponta de São Lourenço gehört zu meinen liebsten Sehenswürdigkeiten im Osten von Madeira. Schon beim Landeanflug konnte ich die Landspitze aus dem Flugzeug bestaunen, ein paar Tage später konnten wir dann die Aussicht von einem Viewpoint genießen. Die raue Felsenküste ist einfach wunderschön. Sehr gerne hätte ich auch eine Wanderung unternommen, wie Eva von Days, Weekends & More, dafür hatten wir bei unserer Tour leider keine Zeit.

Raue Felsen an der Ponta de Sao Lorenco.

17. Machico

Statt der Wanderung stattet wir dann noch der ehemaligen Hauptstadt Machico einen kurzen Besuch ab. Der war perfekt um die Füße kurz im Meer abzukühlen, denn in Machico gibt es einen kleinen (angelegten) Sandstrand. Etwas weiter gibt es auch noch einen schönen Aussichtspunkt, bei dem man sowohl auf Machico, als auch auf die Ponta de São Lourenço einen schönen Blick hat.

Aussicht auch Machico, mit Sandstrand im Hafenbecken.

18. Der Markt in Santo da Serra

In Funchal haben wir uns natürlich auch die typische, alte Markthalle angesehen. Da wir gerne verschieden Märkte besuchen, haben wir aber zusätzlich einen Ausflug zu dem etwas weniger touristischen Markt in Santo da Serra gebucht. Dieser findet einmal die Woche Sonntags statt. In einer alten Halle findet man dort jede Menge Stände mit frischem Obst und Gemüse. Nebenbei kann man frischgebackenes Bolo de Caco oder einen Poncha genießen. In dem Ort gibt es außerdem eine Kirche und einen Park mit Wildtiergehege zu sehen.

Marktstand in Santo da Serra mit Obst und Gemüse.

19. Pico do Arieiro – auf den höchsten Gipfeln Madeiras

Mit 1.818m ist der Pico do Arieiro der dritthöchste Berg auf Madeira. Er ist über eine Straße angebunden und man kann daher auch ohne eine anstrengende Wanderung das Panorama genießen (vorausgesetzt die Wolkendecke versperrt nicht die Sicht). Wir waren bei unserer Tour durch den Osten Madeiras dort und hatten eine super Sicht auf die umliegende Berge. Von hier aus startet auch eine beliebte Wanderung auf den Pico Ruivo, dem höchsten Berg der Insel.

Aussicht auf die Gipfel von Madeira

20. Santa Cruz: den Flugzeugen beim Landeanflug zusehen

Flugzeugfans kommen in Santa Cruz auf ihre Kosten. In dem kleinen Ort im Osten der Insel befindet sich der Flughafen Madeiras, bei dem man aufgrund der relativ kurzen Landebahn und der Lage immer wieder spektakuläre Landeanflüge beobachten kann. Das geht z.b. gut von dem Kiesstrand im Ort, oder aber von der Plattform im Terminal, kurz bevor man den Heimflug antritt. Als gefährlich würde ich den Landeanflug übrigens nicht beschreiben. Zwar dürfen nur extra geschulte Piloten dort landen, aber die Landebahn wurde erst im Jahr 2000 verlängert und bei starken Winden werden die Flugzeuge im Zweifel auf die Nachbarinsel Porto Santo umgeleitet.

Kiesstrand mit Palmen in Santa Cruz

21. Camacha: Besuch in einer Korbflechterei

Die Korbflechterei besteht in Camacha seit dem späten 19. Jahrhundert und ist neben dem Zuckerrohranbau ein weiterer traditionsreicher Industriezweig der Insel. Im Ort kann man eine alte Fabrik besuchen, in der man sowohl ungewöhnliche Korbwaren in einem kleinen Museum besichtigen kann, als auch direkt bei der Herstellung zusehen kann. Zusätzlich gibt es einen Shop, in dem man das ein oder andere Mitbringsel erwerben kann.

Korbwarenausstellung in der Farbrik in Camacha

Allgemeine Tipps für deinen Madeira Urlaub:

Reisezeit und Dauer: Die touristische Hochsaison auf Madeira ist Ende März bis Mai, wenn die meisten Blumen blühen. Es herrscht aber das ganze Jahr ein angenehmes, mildes Klima. Wir waren Anfang März für insgesamt zwei Wochen dort. Ich würde einen Aufenthalt von mindestens 7-10 Tagen empfehlen.

Unterkunft: Die meisten Hotels befinden sich in Funchal. Wir haben im Madeira Panoramico (*Affiliate-Link) übernachtet, dass uns sehr gut gefallen hat (vor allem der Pool mit Aussicht auf Funchal). Weitere Unterkünfte auf Madeira findet ihr z.b. über booking.com (*Affiliate-Link).

Mein Lieblingsort im Hotel: der Pool mit Ausblick

Ausflüge: Wir hatten keinen Mietwagen und haben unsere Ausflüge (außer der Wanderungen) alle über getyourguide (*Links zu getyourguide sind Affiliate-Links) gebucht.

Die Touren waren relativ günstig (30€ für eine Tagestour: zum Vergleich: für ähnliche Touren in Europa haben wir schon knapp 100€ pro Person gezahlt), wir haben viel von der Insel gesehen und bei jeder Tour interessante Infos über Madeira erhalten.

Wir haben 6 verschieden Touren gemacht: die Ost-Tour, die West-Tour, die Nord-Tour und die Süd-Tour (jeweils Tagestouren) und die Tour zum Markt in Santo da Serra und zum Nonnental, mit Besuch in Monte und Korbschlittenfahrt (Halbtagestouren). Besonders empfehlen kann ich die Ost- und die West-Tour, da dort die interessantesten Sehenswürdigkeiten von Madeira angefahren werden.

Weitere Infos: Wir hatten den DuMont direkt Reiseführer (*Affiliate-Link) für Madeira dabei, in dem wie immer einige gute Tipps zu finden waren.

Weiterlesen zu Madeira und Portugal:
Sehenswürdigkeiten in Funchal
Wandern auf Madeira – 3 Levada Touren für Anfänger
Madeira vegan: Restaurants, Hotels und typisches Essen
Lissabon: über Treppen, Tram fahren und den Tejo
Algarve Travel Diary

Rezept: Hefeschnecken mit Schoko-Mandel-Füllung

Wer mag sie nicht: fluffige Hefeschnecken, frisch aus dem Ofen. Für mich gehören sie jedenfalls zu den Klassikern beim veganen Backen, sind mit unterschiedlichen Füllungen super variabel und trotz Gehzeit beim Hefeteig sehr schnell fertig. Diesmal habe ich Hefeschnecken mit Schoko-Mandel-Füllung in einer kleinen runden Backform gebacken.

Hefeschnecken mit Schoko-Mandel-Füllung

Zutaten für 10-12 Stück:
für den Hefeteig:
250g Mehl
½ Würfel frische Hefe
40g Margarine
125ml Sojamilch
40g Zucker
für die Füllung:
70g Mandeln
30g Margarine
2EL Zucker
100g Schokodrops (alternativ gehackte Schokolade)

1. Für den Hefeteig das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde formen und die Hefe hinein brökkeln. 1 EL von dem Zucker darüber verstreuen, die Sojamilch kurz erhitzen, bis sie lauwarm ist, etwas Sojamilch zur Hefe geben und zu einem Vorteig verrühren. Diesen 15min an einem warmen Ort gehen lassen. Wichtig: das Mehl wird noch nicht komplett mit eingerührt.
2. Nun die Margarine und den Rest Sojamilch und Zucker dazugeben und alles zu einem Teig kneten. Den Teig nochmal eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat.
3. Für die Füllung die Mandeln im Mixer klein hacken, die Margarine schmelzen und mit dem Zucker und den gehackten Mandeln verrühren. Zuletzt die Schokodrops untermischen.
4. Den Teig nochmal gut durchkneten und möglichst rechteckig ausrollen. Die Füllung gleichmäßig darauf verstreichen und den Teig von der langen Seite her aufrollen.
5. Von der Teigrolle ca. 2cm breite Stücke abschneiden und die Schnecken in einer eingefetteten Form platzieren. Die Schnecken werden bei 180°C Umluft ca. 20-25min im Ofen gebacken.

Hefeschnecken mit Schoko-Mandel-FüllungHefeschnecken mit Schoko-Mandel-Füllung

Die Hefeschnecken halten sich 3-4 Tage, wobei Hefeteig natürlich frisch immer am besten schmeckt. Alternativ kann man sie auch gut einfrieren (vorausgesetzt es bleibt etwas übrig). So ein Hefeteig ist mit etwas Übung auch schnell zusammengeknetet und bei der Füllung hat man so viel Optionen. Ich habe hier auch einfach das genommen, was ich noch da hatten. Sehr gut eignen sich z.b. verschiedene Nüsse, Schokolade, Beeren oder Marmelade. Auch Hefeschnecken mit Puddingfüllung oder mit Zimt sind sehr lecker. Wer lieber auf fertigen Teig zurückgreift, für den sind vielleicht auch meine Blätterteig-Nuss Schnecken interessant.

Weitere Rezeptideen:
Pizzaschnecken
Hefekranz
Tschechische Kolatschen
Pao de Deus (Hefebrötchen mit Kokoskruste aus Portugal)

Rezept: Süßkartoffel Brötchen (Bolo de Caco) aus Madeira

Das heutige Rezept habe ich aus meinem Madeira Urlaub Anfang März mitgebracht. Dort gibt es ein typisches Fladenbrot, Bolo de Caco, das zu einem Teil aus Süßkartoffeln besteht. Mein Rezept ist etwas abgewandelt zu Süßkartoffel Brötchen. Die schmecken besonders lecker frisch aus dem Ofen mit etwas Kräuterbutter bestrichen und erinnern mich an die schöne Zeit auf der Blumeninsel.

Süßkartoffel Brötchen

Zutaten: für 16 Süßkartoffel Brötchen
500g Mehl Typ 550
300g pürierte Süßkartoffel
1 TL Salz
½ Würfel frische Hefe
100ml warmes Wasser

für die Kräuterbutter:
250g vegane Butter (ich hatte Alsan)
1TL Meersalz
½ Bund frischer Schnittlauch

optional als weitere Füllung:
veganer Schmelzkäse

1. Für den Teig die Süßkartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und ca. 15 Minuten in einem Topf garen, bis sie weich sind. Mit der Gabel zu Püree zerdrücken.
2. Das Mehl und das Salz in einer Schüssel mischen, 300g von dem Süßkartoffelpüree dazugeben. Die Hefe im Wasser auflösen, in die Schüssel geben und alles zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Diesen jetzt ca. 1 Stunde gehen lassen.
3. Den Teig nochmals gut durchkneten und zu 16 ca. gleich großen Brötchen formen. Da er recht klebrig ist, nimmt man am besten noch etwas Mehl dazu. Die Brötchen auf zwei Backbleche verteilen und nochmals ca. 10 min gehen lassen.
4. Den Backofen auf 220°C vorheizen, auf den Boden eine (ofenfeste!) Schale mit Wasser stellen. Jetzt werden die Bleche mit den Brötchen nacheinander auf Mittlerer Schiene ca. 20 min lang gebacken. Wer ähnlich flache Brötchen wie das Bolo de Caco haben will, kann wie ich die Brötchen nach der Hälfte der Backzeit mit dem Pfannenwender umdrehen und etwas flach drücken.
5. Für die Kräuterbutter die vegane Butter in grobe Stücke schneiden. Den Schnittlauch klein hacken (oder mit einer Schere kleine Stücke abschneiden) und zusammen mit dem Meersalz zur Butter geben. Alles mit dem Mixer verrühren, bis sich Salz und Kräuter gleichmäßig verteilt haben. Dann in eine beliebige Form geben und wieder in den Kühlschrank stellen.
6. Die Brötchen kurz etwas abkühlen lassen, halbieren und mit der Innenseite nach unten 2-3min in einer Pfanne rösten. Anschließend umdrehen, mit der Kräuterbutter bestreichen und optional mit dem veganen Schmelzkäse belegen. Die beiden Brötchenhälften zusammenklappen, einen Deckel über das Brötchen legen und warten, bis der Käse geschmolzen ist.

Süßkartoffel BrötchenSüßkartoffel Brötchen

Wie schon gesagt, ist mein Rezept etwas abgewandelt. Meine Süßkartoffel Brötchen sind sehr knusprig, das originale Bolo de Caco ähnelt eher einem Fladenbrot. Auf Madeira bekommt man aber sowohl andere Mehlsorten, als auch andere Süßkartoffeln, aus denen das Brot hergestellt wird. Außerdem wird es traditionell in der Pfanne und nicht im Ofen gebacken. Es wird dort etwa zum Essen dazugereicht, oder als Snack verkauft, meist noch warm, mit etwas Kräuterbutter bestrichen, oder mit Käse und Chorizo gefüllt.
Ich habe meine Süßkartoffel Brötchen am liebsten nur mit Kräuterbutter gegessen. Wenn man die Brötchen mit nichts anderem belegen will, kann man sie auch frisch aus dem Ofen servieren und sich den Schritt mit dem rösten in der Pfanne sparen.

Von meinen Portugal Reisen habe ich übrigens schon einige Rezepte mitgebracht:
Caldo Verde (Grünkohlsuppe)
vegane Pasteis de Nata
Pao de Deus (süße Brötchen mit Kokoskruste)

Weiterlesen zu Portugal und Madeira:
Madeira vegan
Wandern auf Madeira
Sehenswürdigkeiten in Funchal
Lissabon: über Treppen, Tram fahren und den Tejo
Vegan in Lissabon
Algarve Travel Diary

Wandern im Siebengebirge – In 5 Touren über alle 7 Berge

Schon mein ganzes Leben habe ich im Siebengebirge gewohnt, gewandert bin ich hier aber seit meiner Kindheit nur sehr selten. Nachdem aber dieses Jahr klar war, dass größere Reisen erstmal nicht möglich sein werden, habe ich mir vorgenommen meine Region wieder mehr zu erkunden und in diesem Jahr alle 7 Namensgebenden Berge des Siebengebirges zu erwandern. In diesem Artikel findet ihr meine Routen zum Nachwandern sowie weitere Routenvorschläge zum Wandern im Siebengebirge.

Das Siebengebirge

Das Siebengebirge ist ein Mittelgebirge am Rhein, südlich von Bonn und an der Grenze zu Rheinland-Pfalz gelegen. Es ist vor über 25 Millionen Jahren entstanden und vulkanischen Ursprungs. Seinen Namen hat es wahrscheinlich sowohl von der Bezeichnung „Siefen“, was feuchtes Bachtal bedeutet, als auch von seinen sieben markantesten Bergen: Drachenfels, Wolkenburg, Petersberg, Nonnenstromberg, Löwenburg, Lohrberg und Ölberg. Tatsächlich gibt es im Siebengebirge aber über 50 Berge. Der Ölberg ist mit ca. 461m der höchste von ihnen.
Außerdem ist das Siebengebirge eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands (es wurde bereits 1922 unter Naturschutz gestellt). Der heutige Naturpark Siebengebirge umfasst ungefähr 4.800ha Fläche und 200km ausgeschilderte Wanderwege.

Tour 1: Runde über den Drachenfels und die Wolkenburg

Der Drachenfels ist mit Abstand das beliebteste Ziel zum Wandern im Siebengebirge. Zahlreiche Tagesausflügler lassen sich aber auch von der Zahnradbad ab Königswinter hinaufbringen. Bei meiner Wanderung habe ich Drachenfels und Wolkenburg zu einer Runde von ca. 11km kombiniert.

Aussicht auf den Rhein, auf dem Weg zum Dranchefels.

Start ist am Rhöndorfer Bahnhof, von hier geht es die Löwenburgstraße hinauf, bevor man nach ca. 600m links in den Weinberg abbiegt. Ab hier muss man bis zum Gipfel einfach den Rheinsteig Symbolen folgen, der Drachenfels ist als Ziel aber natürlich auch ausgeschildert. Vom Ulanendenkmal führt der Weg weiter in den Wald, wo es teils steil und über schmale Serpentinen hinaufgeht. Kurz vor dem Gipfel belohnt eine kleine Aussichtsplattform mit traumhaftem Blick über das Rheintal für den anstrengenden Aufstieg. Von dort geht es über ein paar Treppen zum Drachenfelsplateau. Die Burgruine befindet sich noch ein kleines Stückchen höher.
Wieder zurück vom Gipfel, folgen wir jetzt ein kurzes Stück der Straße neben den Schienen der Zahnradbahn, biegen aber bei erster Gelegenheit direkt wieder rechts in den Wald ab Richtung Milchhäuschen. Der Wanderweg umrundet hier die Wolkenburg. Der Weg über den Gipfel ist seit einiger Zeit gesperrt. Wir gehen weiter bis zum Milchhäuschen und von dort Richtung Königswinter. Hier führt der Weg an großen Wiesen vorbei. Gegenüber von einer dieser Wiesen kommt nach etwa einem Kilometer Schloss Drachenburg ins Blickfeld. Von hier biegen wir rechts ab ins Nachtigallental, das uns bis nach Königswinter führt. Wer möchte kann die Tour hier beenden und ab Königswinter Bahnhof zurückfahren, wir sind noch ein paar Kilometer weiter gewandert und an der Rheinpromenade zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.

Weg auf den DrachenfelsDas Drachenfelsplateau kurz unterhalb der Ruine.

Daten zu dieser Tour: 11,1km, Höhenmeter: 250m, Gehzeit: ca. 3 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dem Drachenfels, beim Milchhäuschen und in Königswinter.
Anreise: Entweder mit dem Regionalzug RB 27/RE8 (ab Köln oder Koblenz), oder der Straßenbahnlinie 66 (ab Bonn) bis Rhöndorf Bahnhof, oder mit dem Auto über die B42.

Alternativen zu dieser Tour: Wer nicht die Runde um die Wolkenburg laufen will, kann natürlich auch nur eine Wanderung auf den Drachenfels unternehmen. Diese kann man sowohl von Rhöndorf, als auch von Königswinter aus starten. Von Königswinter empfehle ich auf jeden Fall den Weg durchs Nachtigallental, dieser ist am schönsten. Zum Gipfel würde ich dann ab Schloss Drachenburg weiter über den Eselsweg. Von hier hat man einen tollen Blick auf das Schloss mit dem Rheintal im Hintergrund.

Tour 2: Über den Rheinsteig auf die Löwenburg

Insgesamt drei Etappen des Rheinsteigs führen durchs Siebengebirge und bei fast jeder Wanderung läuft man ein Stück dieser Route. So auch bei meiner Tour auf die Löwenburg, die mit 455m der zweithöchste Berg im Siebengebirge ist.

Aussicht auf Drachenfels und Wolkenburg vom Großen Breiberg.

Wie schon die Wanderung auf den Drachenfels, startet auch meine Tour auf die Löwenburg am Rhöndorfer Bahnhof. Wir folgen wieder der Löwenburgstraße, biegen diesmal allerdings nicht in den Weinberg ab, sondern gehen weiter geradeaus in den Wald. Kurz hinter dem Waldfriedhof biegt der Rheinsteig dann nach rechts ab. Von hier aus sind es ca. 4km bis zum Gipfel der Löwenburg. Die ersten Kilometer gilt es schon einige steilere Abschnitte zu erwandern. Als wir an der Breiberg Hütte vorbeikommen entschließen wir uns außerdem spontan, diesen Gipfel auch noch zu erklimmen. Der Große Breiberg gehört mit ca. 313m zu den höheren Bergen im Siebengebirge. Vom Gipfel hat man einen tollen Ausblick auf Drachenfels und Wolkenburg.
Nach diesem lohnenswerten Abstecher folgen wir wieder dem Rheinsteig. Erst geht es weiter über schmale Wanderwege, dann stößt der Wanderpfad wieder auf einen breiteren Weg, der um den Gipfel herum und am Löwenburger Hof vorbei führt. Bis zum Gipfel der Löwenburg ist jetzt ein letzter steilerer Anstieg zu überwinden, bevor man die Burgruine erreicht.
Für den Rückweg entscheiden wir uns für den steilen Weg hinunter nach Rhöndorf. Dieser führt, recht gleichmäßig abfallend, entlang eines Bachlaufs hinunter durchs Löwenburger Tal.

Steiler Pfad am RheinsteigSchmale Pfade am Rheinsteig.Die Burgruine auf der Löwenburg

Daten zu dieser Tour: 10,9km, Höhenmeter: 380, Gehzeit: ca. 3 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es im Löwenburger Hof (kurz unterhalb des Gipfels) und in Rhöndorf.
Anreise: Entweder mit dem Regionalzug RB 27/RE8 (ab Köln oder Koblenz), oder der Straßenbahnlinie 66 (ab Bonn) bis Rhöndorf Bahnhof, oder mit dem Auto über die B42.

Alternativen zu dieser Tour: Es gibt viele Möglichkeiten auf die Löwenburg zu wandern. Eine beliebte Route führt z.b. auch ab Bad Honnef durch das Tretschbachtal (schwer). Wer nicht so viele Höhenmeter überwinden möchte, kann am Wanderparkplatz an der Margaretenhöhe starten. Aus der entgegengesetzten Richtung kommend, gibt es auch eine Route ab einem Wanderparkplatz im Schmelztal. Eine alternative Route ins Rheintal führt über den Drei Seen Blick Richtung Jungfernhard und über die Kuckstein Hütte. Auch ist es möglich ab Jungfernhard bis zum Milchhäuschen zu gehen und von dort nach Königswinter hinunter zu wandern.

Tour 3: Runde vom Kloster Heisterbach über Weilberg, Stenzelberg, Nonnenstromberg und Petersberg

Diese Tour führt insgesamt über vier Berge, von denen der Nonnenstromberg und der Petersberg zu den „großen“ sieben gehören. Es ist mit ca. 8km eine schöne, abwechslungsreiche Route, die vor allem am Wochenende auch sehr beliebt ist. Da die Route über so viele Berge geht und keiner einheitlichen Beschilderung folgt, habe ich diesmal öfter die Karte zurate gezogen.

Weg über den Stenzelberg.

Start der Wanderung ist am Parkplatz am Kloster Heisterbach. Hier machen wir einen Abstecher zur Klosterruine, dem ersten Highlight bei dieser Tour. Danach überqueren wir die Straße und folgen den Waldwegen Richtung Weilberg. Wir folgen allerdings nicht dem ganzen Weilberg Rundweg, sondern legen nur einen Stopp auf dem Aussichtspunkt ein, von dem man in den alten Steinbruch blicken kann. Weiter geht es Richtung Stenzelberg. Auf dem Weg kommen wir an zwei weiteren Wanderparkplätzen vorbei und überqueren erneut die Landstraße. Zunächst laufen wir ein Stück um den Stenzelberg herum, biegen dann aber auf den schmalen Pfad ab, der quer über den Berg führt. Auf dem Stenzelberg bietet sich eine tolle Landschaft, denn man durchquert hier einen weiteren Steinbruch, der eine spannende Abwechslung zu den restlichen Waldwegen bietet. Heraus kommen wir wieder an einer anderen Stelle des Rundwegs und biegen rechts ab Richtung Einkehrhaus. Von dort folgen wir dem breiten Weg Richtung Petersberg, biegen aber nur ein paar Meter weiter auf den schmaleren Pfad zum Nonnenstromberg ab. Dieser schlängelt sich in Serpentinen bis auf den Gipfel und auf der anderen Seite wieder hinunter. Hier stoßen wir wieder auf den Rheinsteig und folgen den Symbolen erst bis auf den Petersberg, wo wir schöne Ausblicke ins Siebengebirge und ins Rheintal genießen können, und anschließend auch beim Abstieg, bis zum Ausgangspunkt am Kloster Heisterbach.

Klosterruine Heisterbach.Steinbruch auf dem Weilberg.Steinbruch auf dem Stenzelberg.Waldweg am Nonnenstromberg.

Daten zu dieser Tour: 8km, Höhenmeter: 200, Gehzeit ca. 3 Stunden (mit kleinen Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dieser Route kurz nach dem Abstieg vom Stenzelberg und auf dem Petersberg
Anreise: Mit dem Regionalzug RB 27/RE 8 (ab Köln oder Koblenz) bis Niederdollendorf Bf und dann mit dem Bus 520 weiter bis Kloster Heisterbach oder mit dem Auto bis zum selbigen Wanderparkplatz. Alternativ gibt es die Straße weiter hoch noch zwei weitere Parkplätze. Wer mit dem Auto kommen möchte, sollte vor allem am Wochenende jedoch früh anreisen, da die Parkplätze oft schnell voll sind.

Tour 4: Runde um den großen Ölberg

Mit knapp 461m ist der große Ölberg der höchste Berg des Siebengebirges. Wir erwandern ihn auf einer kleinen Rundtour, ab der Margaretenhöhe. Auf einem der Parkplätze stellen wir für 3€ Tagesgebühr unser Auto ab und folgen dem Ölberg-Rundweg gegen den Uhrzeigersinn. Den ersten Kilometer geht es noch die Straße entlang und schließlich in den Wald, wo wir nach einem weiteren Kilometer einen kurzen Abstecher auf den Gipfel des kleinen Ölbergs unternehmen. Der gesamte Rundweg um den Ölberg ist 4km lang und ohne Steigung, hier sind wir etwa eine Stunde unterwegs.
Anschließend machen wir uns auf zum Gipfel des großen Ölbergs. Vom Parkplatz aus führt ein breiter Schotterweg nach oben bis zum Restaurant auf dem Gipfel. Ein bisschen acht geben muss man auf das ein oder andere Auto, das dorthin fährt. Zum Aussichtspunkt kommt man nur über die Terrasse des Restaurants. Von hier hat man einen tollen Blick über die gesamt Umgebung. Auf dem Rückweg nach unten werfen wir noch einen kurzen Blick in den alten Steinbruch. Der Weg dorthin ist aber jetzt im Sommer ziemlich zugewachsen mit Brenneseln und Brombeerranken und so bleibt es beim Blick aus der Ferne, bevor wir wieder ganz zur Margaretenhöhe absteigen.

Aussicht vom Großen Ölberg.Der kleine Ölberg.

Daten zu dieser Tour: ca. 7km, Höhenmeter: 140, Gehzeit ca. 2 Stunden (ohne Pausen)
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es an der Margaretenhöhe und auf dem Gipfel des großen Ölbergs.
Anreise: Mit dem Regionalzug RB27/RE 8 (ab Köln oder Koblenz) bis Königswinter Bahnhof und dann mit dem Bus 521 bis Königswinter Margaretenhöhe oder mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz dort. Es gibt einen großen Parkplatz rechts der Straße und einen weiteren links direkt am Ölberringweg. Das Parken kostet dort 3€ für einen ganzen Tag.

Tour 5: Durch das Tretschbachtal, rund um den Lohrberg und Abstieg über den Drachenfels nach Königswinter

Für den letzten Berg, den Lohrberg, habe ich mir eine längere, anspruchsvollere Route ausgesucht, die ich am Ende sogar noch spontan um einige Kilometer verlängert habe. Mit insgesamt 15,5km ist es meine längste Wanderung im Siebengebirge, aber auch hier gibt es einige kürzere Alternativen.

Wandern im Tretschbachtal.

Start ist an der Bahnstation der Linie 66 „Am Spitzenbach“, direkt am Rheinufer. Von hier geht es über die Brücke, dann links und bei nächster Gelegenheit direkt wieder rechts durch den Park Reitersdorf. Wir überqueren die Rhöndorfer Straße beim Zebrastreifen, laufen den Messbeuel hoch, biegen nach rechts in den Frankenweg und direkt wieder nach Links in die Schaffhausenstraße der wir weiter folgen. Etwa 1,5 km nach dem Start erreichen wir den Waldrand. Hier geht es erst ein Stück durchs Annatal und an der Anna Hütte biegen wir rechts ab Richtung Tretschbachtal. Im ersten Abschnitt des Tretschbachtals ist der Weg nicht gekennzeichnet. Er ist teils sehr schmal und man muss an einige Stellen über umgefallene Bäume klettern. Deswegen würde ich da auf jeden Fall den gekennzeichneten Weg empfehlen. Aber auch der zweite, längere Abschnitt der dann gekennzeichnet ist) hat es in Sich: immerhin ist es einer der Zuwege zum Rheinsteig. Auf einer Länge von ca. 1,2km geht es auf schmalen Wegen und über einige Holzstege neben dem Bach den Berg hinauf. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall Trittsicherheit und gutes Schuhwerk, denn die Wege können schnell matschig werden. Nebenbei überwindet man beim Aufstieg auch noch um die 140 Höhenmeter.
Nachdem wir das Tretschbachtal verlassen haben, nehmen wir den breiten Wanderweg Richtung Löwenburg, bis zum Löwenburger Hof. Ab hier folgen wir der Beschilderung des Lohrberg-Rundwegs gegen den Uhrzeigersinn. Dieser verläuft erst ein langes Stück auf asphaltierter Straße (hier kann auch schonmal ein Auto vorbeifahren) und biegt nach ungefähr einem Kilometer links auf einen gekiesten Waldweg. Hier tun sich jetzt zwischen den Bäumen einige schöne Ausblicke auf die anderen Berge des Siebengebirges auf. Besonders empfehlenswert ist auch der Aussichtspunkt „Drei-Seen-Blick“, bei dem man zwischen den Bergen hindurch an drei Stellen Teile des Rheins sehen kann. Der gesamte Lohrberg-Rundweg ist knapp 3km lang. Einen gekennzeichnet Weg auf den Gipfel des Lohrbergs gibt es nicht.
Kurz bevor wir wieder am Ausgangspunkt des Rundwegs ankommen, biegen wir scharf rechts ab und folgen zunächst den Schildern Richtung Milchhäuschen. Wer möchte, kann wie wir, ab der Lietschen Hütte eine Abstecher über den Geisberg und den Schallenberg einbauen. Hier folgt man wieder eine kurze Zeit dem Rheinsteig und vom Geisberg hat man nochmal einen schönen Ausblick. Nach diesem kurzen Umweg trifft man wieder auf den breiten Weg Richtung Milchhäuschen.
Mein Ursprünglicher Plan war es, vom Milchhäuschen direkt Richtung Königswinter abzusteigen. Spontan habe ich mich dann aber doch dazu entschieden noch einmal um die Wolkenburg und bis zum Drachenfelsplateau zu laufen und erst von dort den Weg nach Königswinter einzuschlagen. Das hat meine Tour zwar um ein paar Kilometer und Höhenmeter verlängert, der Ausblick auf das Rheintal hat dafür aber wieder entschädigt. Hinab ging es dann über den Eselsweg und ab Schloss Drachenburg links durchs Nachtigallental, das einen kurz vorm Regionalbahnhof wieder ausspuckt.

Weg über Holzplanen im Tretschbachtal.Aussicht auf den Großen Ölberg.Wanderung am Lohrberg-Rundweg.Aussicht auf den Drachenfels vom Geisberg.Aussicht auf Schloss Drachenburg und den Rhein.

Daten zu dieser Tour: 15,4km; Höhenmeter: 350, Gehzeit: 3 Stunden 45 Minuten (ohne Pausen) ich war insgesamt 4 ½ Stunden unterwegs
Route zum Nachwandern auf Koomot
Einkehrmöglichkeiten gibt es am Löwenburger Hof, im Milchhäuschen, auf dem Drachenfels und in Königswinter.
Anreise: Von Bonn mit der Linie 66 bis zur Haltestelle „Bad Honnef – Am Spitzenbach“, zurück geht es dann ab Königswinter. Wer mit dem Auto anreist findet an der Endhaltestelle der Linie 66 „Bad Honnef – Stadtbahn“ einen Park & Ride Parkplatz. Von Königswinter kann man dann bequem mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurückfahren. Der Regionalbahnhof von Bad Honnef, an dem die Linien RB27 und RE8 halten befindet sich noch ein Stück weiter.

Alternativen zu dieser Tour: Wer den Lohrberg Rundweg wandern möchte hat mehrere Möglichkeiten: zum Löwenburger Hof führen mehrere Wege unter anderem kann man über den Rheinsteig von Rhöndorf aus aufsteigen (siehe Tour 2 zur Löwenburg). Statt in das Treschtbachtal abzubiegen, kann man auch weiter durch das Annatal laufen (hier ist ebenfalls ein Weg zur Löwenburg ausgeschildert). Wer nicht so viele Höhenmeter überwinden möchte, kann auch an der Margaretenhöhe starten. Bei dieser Variante kann man die Lohrberg Rundweg auch gut mit dem Aufstieg zur Löwenburg kombinieren.

Zusatztour: 7 auf einen Streich

Diese Tour ist nur was für sportliche, denn sie führt an einem Tag über alle sieben Berge des Siebengebirges. Das Wanderevent mit diesem Namen findet einmal im Jahr, im Mai statt. Die Route kann man den Rest des Jahres natürlich auch auf eigene Faust gehen.
Die Offizielle Route ist 26km lang und startet an der Endhaltestelle der Linie 66 in Bad Honnef. Von dort geht es am Rhein vorbei bis nach Rhöndorf, von wo der Aufstieg zum Drachenfels startet. Von dort geht es weiter um die Wolkenburg, bis zum Milchhäuschen und dann quer durchs Tal bis zum Petersberg. Weiter geht es in einer Runde um den Nonnenstromberg und mit einem Abstecher zum Stenzelberg hinauf bis zum großen Ölberg. Nachdem man nun den höchsten Berg erklommen hat, geht es ein Stück bergab, rund um den Lohrberg und hinauf zur Löwenburg. Am Schluss folgt dann der Abstieg wieder hinunter nach Bad Honnef.

Route zum Nachwandern bei outdooractive.

Allgemeine Tipps zum Wandern im Siebengebirge:

– Im Siebengebirge wandert man größtenteils auf gut ausgebauten Waldwegen, und kleinen Pfaden. Manchmal sind auch steinigere Wege dabei. In jedem Fall empfiehlt es sich ein gutes paar Wanderschuhe zu tragen.
– Die Wege sind mit roten und gelben Pfeilen markiert. Rot gekennzeichnete Wege sind für Wanderer freigegeben, gelbe auch für Radfahrer.
– Der Naturpark Siebengebirge ist ein Naturschutzgebiet. Deshalb halte dich bitte an folgende Regeln: laufe nur auf den gekennzeichneten Wegen und nicht abseits im Wald, hinterlasse keinen Müll und nimm Abfälle wieder mit, sammle keine Pflanzen, Pilze oder Beeren, Rauchen ist im Naturschutzgebiet verboten, Hunde sollten an der Leine geführt werden, parke dein Auto nur auf ausgewiesenen Wanderparkplätzen, wenn du mit dem Rad unterwegs bist, halte dich an die dafür freigegebenen Wege. Siehe auch Schutzfunktion des Naturparks.

Weiterlesen zu Bonn und der Region:
Das Siebengebirge im Herbst
Ausflugsziele im Frühling in Bonn und Umgebung
Ausflugsziele im Herbst in Bonn und Umgebung
Vegan in Bonn

Auf kulinarischer Schnitzeljagd durch Bonn: mein Erfahrungsbericht

Am letzten Samstag im Juli fand die erste kulinarische Schnitzeljagd in Bonn statt. Was sich hinter diesem Titel verbirgt, welche Restaurants ich bei der Tour entdeckt habe und ob die Schnitzeljagd auch was für Veganer ist, lest ihr in meinem Erfahrungsbericht.

Was ist die kulinarische Schnitzeljagd?

Die kulinarische Schnitzeljagd ist eine Eventreihe von Food-Touren, die es bisher in verschiedenen Städten in NRW gibt. Am 25.07.2020 fand das erste Mal eine kulinarische Schnitzeljagd in Bonn statt, die ich besucht habe. Anders als bei anderen Food-Touren ist man nicht in kleiner Gruppe mit Guide, sondern individuell unterwegs.

Bei jeder Schnitzeljagd machen ca. 10-15 Läden mit, die man dann am Eventtag besuchen kann. Dabei kann man die Reihenfolge selbst festlegen und natürlich auch Läden auslassen. Überall bekommt man dann eine Kleinigkeit zum probieren (wobei es von Laden zu Laden varriiert, wie groß die Probierportion ist).

Bei der kulinarischen Schnitzeljagd gibt es übrigens immer auch etwas vegetarisches zum probieren, oft auch etwas veganes. In der Restaurantliste die man sich auf der Webseite ansehen kann ist gekennzeichnet wo es was gibt (das grüne Blatt steht dabei für vegetarisch, das Blatt mit dem V für vegan). In unserem Fall haben wir in Bonn 11 der 14 Läden besucht, die an diesem Tag mitgemacht haben und überall haben wir etwas veganes bekommen. Darunter waren auch Läden wo es laut der Webseite „nur“ etwas vegetarisches geben sollte. Es lohnt sich also, auch bei anderen Läden vorbeizuschauen und zu fragen.

Kosten: Tickets für die kulinarische Schnitzeljagd gibt es ab 30€ im Vorverkauf. Man bekommt als Ticket ein Armband zugeschickt, dass man während der Tour tragen muss.

Diese Läden habe ich während er kulinarischen Schnitzeljagd in Bonn besucht:

– Nishas Restaurant

In diesem Restaurant gibt es ayurvedische Küche aus Sri Lanka. Zum probieren konnten wir uns am Buffet eine kleine Schale mit Reis und verschiedenen Currys zusammenstellen.

Currys bei Nishas Restaurant

– La Sorbettiera

Bei dieser Eisdiele in der Bonner Südstadt konnten wir uns je zwei Kugeln aussuchen. Es gibt dort auch einige Sorbets, die alle vegan sind und vegane Waffeln. Wir probierten die Sorten Acai-Kokos, dunkle Schokolade, Himbeer-Ingwer und Pfirsich.

veganes Eis bei La Sorbettiera

– Juut Food

Weiter ging unsere Tour nach Poppelsdorf, wo wir bei der Imbissbude Juut Food jeweils eine klein Portion Pommes mit Currysoße zum probieren bekamen.

Pommes bei Juut Food

– Die Kichererbse

Auf dem Weg in die Innenstadt kamen wir bei einem weiteren Imbiss der „Kichererbse“ vorbei, wo es ein Falafel mit Hummus zum probieren gab.

Falafel von der Kichererbse

– Cassius Garten

Das nächste Restaurant auf unserer Route war der Cassius Garten in der Nähe vom Bonner Hauptbahnhof. Dort stand eine Portion Gazpacho für jeden bereit.

Gazpacho beim Cassius Garten

– Flaschengeist

In diesem Feinkostladen in der Bonner Innenstadt gab es außer ein paar Häppchen, die leider nicht vegan waren, auch Getränke zum probieren. Zum einen Weißwein mit Melone und ein Wasser mit Mangoessig.

Drinks bei Flaschengeist

– Iss dich Glücklich

In diesem kleinen Restaurant mit persischer Küche in der Nähe der Uni gab es zum probieren ebenfalls etwas Hummus mit Brot und gefüllte Weinblätter.

Hummus und Brot bei Iss dich Glücklich

– ZEN

Am Bertha-von-Suttner Platz konnten wir dann noch das vietnamesische ZEN Restaurant ausprobieren. Dort bekamen wir Sommerrollen als vegane Alternative.

Sommerrollen bei ZEN

– Coppeneur Chocolatier

Bei Coppeneur konnten wir verschiedene kleine Täfelchen Schokolade und je zwei Pralinen zum probieren mitnehmen. Dazu waren schon kleine Tütchen vorbereitet, die veganen Pralinen haben sie uns aber auf Nachfrage direkt aus der Kühltheke geholt.

Pralinen von Coppeneur

– Yomaro Frozen Yogurt

Hier konnte sich jeder einen kleinen Frozen Yogurt mit einem Topping und einer Soße nach Wahl zusammenstellen. Es gibt sowohl eine vegane Joghurtbasis, als auch verschiedene vegane Toppings und Soßen. Ich entschied mich für Manner Waffeln und Erdbeersoße.

Veganer Frozen Yogurt

– Pizzeria Spaccanapoli

Zum Abschluss unserer Tour ging es über den Rhein nach Beuel, wo es in der Pizzeria Spaccanapoli auch eine Pizza Marinara zum probieren gab.

Pizza Marinara

Mein Fazit: Lohnt sich die kulinarische Schnitzeljagd auch für Veganer?

Allgemein gefällt mir das Konzept der kulinarischen Schnitzeljagd sehr gut. Zum einen dass man individuell unterwegs ist, zum anderen, dass die vegetarische und/oder vegane Alternative direkt mitgedacht wird. Letzteres ist vor allem ein Pluspunkt, wenn man so eine Tour mit nicht veganen Freunden machen möchte, da so jeder etwas findet, dass ihm schmeckt und man kann so viele neue Restaurants auf einmal in einer Stadt entdecken. Einige von den Restaurants, die ich bei der Tour kennengelernt habe werde ich sicher nochmal besuchen. Wenn genügend Restaurants mit veganen Optionen mitmachen, würde ich so eine Tour sicher auch nochmal mit nicht veganen Freunden machen. Ansonsten fände ich vor allem eine komplett vegane Schnitzeljagd, wie es sie schonmal in Düsseldorf gab interessant.

Positiv überrascht war ich davon, in wie vielen Läden ich letztendlich doch etwas veganes bekommen habe. Laut der Webseite wären es 5 gewesen, letztendlich habe ich aber in allen 11 Läden in denen wir waren etwas veganes bekommen. Es lohnt sich also sehr, auch bei den anderen Läden vorbeizuschauen.

Die Probiergröße war von Laden zu Laden sehr unterschiedlich. Insgesamt war es so, dass man gut alle Läden an einem Tag besuche konnte, ohne das Gefühl zu bekommen, dass man zu viel gegessen hat. Wären es für Veganer allerdings tatsächlich nur die 5 Läden gewesen, wäre das im Nachhinein betrachtet etwas wenig gewesen.

Discliamer: Ich wurde zu der kulinarischen Schnitzeljagd vom Veranstalter eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine Meinung bleibt aber natürlich meine Eigene.

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Sehenswürdigkeiten in Funchal – Die Hauptstadt Madeiras entdecken

Funchal liegt im Südosten Madeiras und ist mit ca. 120.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel und auch ihre Hauptstadt. Außerdem ist Funchal das touristische Zentrum Madeiras. Die meisten Urlauber übernachten hier in einem Hotel, oder kommen von einem der Kreuzfahrtschiffe die im Hafen vor Anker liegen. Funchal ist aber nicht nur Ausgangspunkt für Erkundungen auf Madeira, sondern bietet selbst auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen. Dabei kann man, egal ob man nur einen Tag Vorort ist oder mehr Zeit hat, wie ich, jede Menge Entdecken. Welche Sehenswürdigkeiten in Funchal du nicht verpassen solltest erfährst du hier.

Straße mit Ausblick auf die Kathedrale von Funchal

Das Zentrum erkunden und an der Hafenpromenade entlang schlendern

Das Zentrum von Funchal ist relativ überschaubar und lässt sich gut in ein paar Stunden zu Fuß erkunden. Besonders schön ist es dabei, an der mit Palmen gesäumten Promenade entlang zu laufen und den Blick auf den Hafen und das Meer zu genießen. Für Fußballfans gibt es am westlichen Ende der Promenade das erste Highlight: das CR7 Museum, das dem Fußballer Christiano Ronaldo gewidmet ist, der in Funchal geboren ist. Gegenüber davon führt eine Treppe hinauf in den Parque de Santa Catarina, einer der vielen kleinen Parks, die sich über die ganze Stadt verteilen. Von hier geht es weiter hinunter ins Zentrum, wo kleine Läden zum stöbern und Restaurants zum verweilen einladen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Funchal zählen hier noch die Kathedrale von Funchal und die Câmara Municipal (die Stadthalle). Wer sich durch die Straßen treiben lässt, wird auch noch weitere interessante Gebäude entdecken. Für einen tollen Blick über die Stadt lohnt sich ein Aufstieg bis zum Fortaleza de São João Baptista do Pico.

Statue von Christiano Ronaldo an der Promenade in Funchal.Die Kathedrale von Funchal.Straße mit Bäumen im Zentrum Funchals.Parque de Santa Catarina in Funchal

Delfine beobachten bei einer Katamarantour

Delfin schwimmt an Katamarin vorbei.

Vom Hafen Funchals aus starten täglich mehrere Anbieter für eine Tour zur Wal- und Delfinbeobachtung. Delfine sind dabei ganzjährig in den Gewässern vor der Küste Madeiras anzutreffen, die Chance Wale zu sehen gibt es von Juni bis Oktober. Wir waren im März dort, da ich aber noch nie Delfine in freier Wildbahn gesehen habe, wollte ich unbedingt eine Tour machen. Wir entschieden uns für eine dreistündige Katamarantour (Kosten 30€ pro Person), die am Nachmittag startete. Wir hatten Glück und trafen schon nach kurzer Fahrzeit auf eine Gruppe Delfine, die sich in Küstennähe vor Funchal tummelten. Ein wirklich tolles Erlebnis, wenn auch schwierig zu fotografieren, da die Delfine sehr schnell auf- und wieder abtauchen. Einen sah ich in einiger Entfernung sogar mehrere Meter aus dem Wasser springen. Unser Boot fuhr dann eine ganzes Stück aufs Meer hinaus, da dort wohl am Morgen ein Wal gesichtet wurde. Den haben wir aber leider nicht gefunden. Zurück ging es dann mit Blick auf die Steilküste am Cabo Girão, wo wir nochmal auf eine Gruppe Delfine trafen. Für mich war die Tour eins der Highlights bei meinem Madeira Urlaub und genau wie schon beim Whale Watching in Nordisland kann ich es nur empfehlen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Delfine im Wasser vor der Küste Funchals.Neugieriger Delfin im Wasser

Wer seine Tour schon im Voraus buchen möchte findet zahlreiche Angebote z.B. bei getyourguide (*Affiliate-Link).

Streetart und Drinks in Funchals Altstadt

Die Altstadt von Funchal liegt östlich des Zentrums. Von hier startet auch die Seilbahn nach Monte. Interessant sind die kleinen Gassen vor allem, weil man hier auf den Türen tolle Streetart entdecken kann. Sie gehören zum Projekt „Painted doors of Funchal“, dass die Altstadt zu einer eigenen kleinen Kunstgalerie macht. Wir haben auf jeden Fall einige tolle Motive entdeckt. In der Altstadt findet man außerdem nochmal einige schöne Restaurants, wo man auch nur auf einen Drink einkehren kann. Probieren kann man da auf Madeira z.b. den traditionellen Poncha (eine Mischung aus Madeira Rum, Zitronensaft und Honig), oder einen Nikita (ein Cocktail aus Madeirawein, Bier und Eis). Wir waren auch schön Essen in der Risotteria del Mundo, einem Restaurant mit Terrasse am Wasser, kurz hinter dem Forte de São Tiago.

Tür mit Meerjungfrau und Delfin bemalt.Tür mit Strelitzien bemalt.Gelbes Forte de Sao Tiago am Wasser.

Neue Obstsorten probieren auf dem Markt von Funchal

die Markthalle in Funchal

Vom Mercado de Funchal habe ich in meinem Madeira vegan Guide schon geschrieben. Er gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Funchal und ist dementsprechend auch sehr touristisch. Wer kann sollte unbedingt freitags herkommen, wenn auch Bauern aus der Umgebung ihre Waren in der alten Markthalle anbieten. Auch die Einheimischen erledigen dann hier ihre Einkäufe und man kann viele der Obstsorten zu einem wesentlich günstigeren Preis probieren, als an den touristischen Ständen, die die ganze Woche über da sind. Unbedingt probieren sollte man die verschiedenen Maracuja-Sorten (Achtung: die werden an den touristischen Ständen meist nachgesüßt), die Ananas Banane (die Frucht der Monstera Deliciosa) und die Cheremoyas (auch bekannt als Zuckerapfel). Aber auch viele hier bekannte Obstsorten wie Kiwis, Ananas oder Orangen schmecken auf Madeira um ein vielfaches besser, weil sie direkt dort angebaut werden.

Frisches Obst auf dem Markt in Funchel

Die Aussicht auf Funchal genießen bei einer Seilbahnfahrt

Ausblick aus der Seilbahn über Funchal.

Zwischen Altstadt und Promenade liegt die Talstation der Seilbahn von Funchal. Mit den Gondeln kann man sich bequem von dort bis nach Monte fahren lassen und kann währenddessen die Aussicht auf Funchal und die Küste genießen. Eine Fahrt dauert ca. 20 Minuten und kostet 11€ für die einfache Fahrt oder 16€ Return (Stand Juni 2020). Die Seilbahnfahrt kann man außerdem super mit zwei weiteren Sehenswürdigkeiten in Funchal verbinden: den Gärten (Monte Palace oder dem botanischen Garten) und der Korbschlittenfahrt in Monte.

Blumenvielfalt bestaunen in den Gärten von Funchal

Blüte einer Strelitzie

Madeira ist ja als Blumeninsel bekannt und am besten erkundet man diese Seite der Insel in den Gärten von Funchal. Es gibt über die ganze Stadt verteilt immer wieder kleine Parks, die größte Vielfalt findet man aber im botanischen Garten von Funchal und im Monte Palace Tropical Garden. Beide liegen weit oben am Hang und man kann sie vom Zentrum aus gut mit der Seilbahn erreichen. Der Monte Palace befindet sich direkt links von der Bergstation der großen Seilbahn. Um zum botanischen Garten zu gelangen, nimmt man eine zweite Seilbahn, die ein paar hundert Meter rechts von der Bergstation über ein Tal führt. Wer den botanischen Garten besuchen und mit der Seilbahn fahren will, kann direkt ein Kombi-Ticket kaufen. Darin enthalten sind für 31,40€ Return Tickets für beide Seilbahnen und der Eintritt in den Botanischen Garten (6€ für Erwachsene). Tickets für den Monte Palace Tropical Garden kosten 12,50€. (Alle Preise Stand Juni 2020).

Wir haben beide Gärten besucht und uns einen ganzen Tag dafür Zeit genommen. Beim Besuch sind unbedingt feste Schuhe und bequeme Kleidung zu empfehlen, denn die Gärten liegen am Hang und man muss einige steile Wege und Treppen bewältigen.

Botanischer Garten Funchal

Blumenteppich im botanischen Garten in Funchal.

Der botanische Garten ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Funchal. Er wurde 1960 eingerichtet und beherbergt auf 35.000 Quadratmetern über 2.500 verschiedene Pflanzen von allen Kontinenten. Der Garten ist dabei in verschiedene Bereiche aufgeteilt, unter anderem das „Amphitheater“ mit dem großen Blumenteppich, einem Bereich für endemische Pflanzen, wie die Strelitzie und den Kakteengarten, mit Sukkulenten die überwiegend aus Südamerika stammen. Letzteren fand ich dabei besonders spannend, da ich noch nie so große Kakteen gesehen habe und auch einige Pflanzen entdeckt habe, die ich noch gar nicht kannte.

Zwischen den Kakteen im botanischen Garten in Funchal.

Monte Palace Tropical Garden

Das Gelände des Monte Palace gehörte früher zu einem Hotel und wurde ab Ende der 80er Jahre in den heutigen Garten umgewandelt. Im oberen Teil führen die Wege durch einen tropischen Wald, in dem unterschiedliche Baumarten von verschiedenen Kontinenten angepflanzt sind. Weiter unten gibt es einen kleinen See, sowie einen japanischen Garten mit mehreren Kioteichen. Über das ganze Areal verteilen sich außerdem Skulpturen, sowie große Azulejos, auf denen die portugiesische Geschichte dargestellt ist. Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel von Wasser und Pflanzen im Monte Palace. Kleine Bäche fließen durch den ganzen oberen Garten und münden in Fontänen und in einem großen künstlichen Wasserfall in den See.

See im mittleren Teil des Monte Palace Tropical Garden.Eindrücke aus dem Monte Palace.Im japanischen Garten im Monte Palace Madeira.

Eine Korbschlittenfahrt unternehmen in Monte

Kirche in Monte

In Monte wartet die touristischste der vielen Sehenswürdigkeiten in Funchal: die Korbschlittenfahrt. Besonders viel los ist hier, wenn zahlreiche Gruppen von einem Kreuzfahrtschiff hier eintreffen. Dabei hat die Korbschlittenfahrt in Monte eine lange Tradition. Erfunden wurden die Korbschlitten Mitte des 19. Jahrhunderts und damals fuhren die Bewohner von Monte damit bis ins Zentrum von Funchal. Sie waren ein häufig genutztes Verkehrsmittel auf der Insel. Heute dienen die Korbschlitten allerdings nur noch als Touristenattraktion. Ab Monte geht es auf einer Strecke von knapp 2km hinab. Der Schlitten wird dabei von zwei Carreiros gelenkt und natürlich kann man am Ende der Fahrt zahlreiche Souvenirs und ein Erinnerungsfoto kaufen. Trotzdem macht die Korbschlittenfahrt Spaß und das Erlebnis ist genau so einmalig wie das Transportmittel. Eine Fahrt kostet 25€ für eine und 30€ für zwei Personen. (Stand 06/2020)

Carroeiros in Monte warten auf die Abfahrt mit dem Korbschlitten.
Tipp: Wir haben die Korbschlittenfahrt im Rahmen einer Tour nach Monte und ins Nonnental (*Affiliate-Link) gemacht. So wurden wir von unserem Bus am Endpunkt der Schlittenfahrt abgeholt und haben uns uns den steilen Weg zurück nach Monte, oder die teure Taxifahrt ins Zentrum gespart.

Hoteltipp für Funchal

Wenn du ein Hotel in Funchal suchst, kann ich das Madeira Panoramico (*Affiliate-Link) empfehlen. Hier haben wir angenehme zwei Wochen in einem kleinen, aber gemütlichen Zimmer verbracht. Besonders schön ist der Ausblick von der Terrasse auf die Stadt, den man auch vom Außenpool aus genießen kann. Am Buffet findet man auch als Vegetarier oder Veganer sowohl beim Frühstück, als auch beim Abendessen eine große Auswahl.
Das Hotel liegt außerhalb es großen Hotelviertels von Funchal, dank dem kostenlosen Shuttlebus kommt man aber trotzdem sehr flexibel ins Zentrum.

Mein Lieblingsort im Hotel: der Pool mit Ausblick

Weitere Unterkünfte in Funchal findet ihr z.b. bei booking.com (*Affiliate-Link).

Weitere Tipps:
– Für unseren Madeira Urlaub hatten wir den DuMont direkt Reiseführer (*Affiliate-Link) dabei. Darin finden sich auch zahlreiche Tipps für Funchal.
– Funchal ist der optimale Ausgangspunkt, wenn man ohne Auto unterwegs ist und viele geführte Touren unternimmt. Wir haben mehrere Touren im Vorfeld bei getyourguide (*Affiliate-Link) gebucht und wurden immer direkt bei unserem Hotel abgeholt. So konnten wir auch ohne selbst zu fahren viel von der Insel sehen.
– Renate von rausinsleben.de war ebenfalls im Monte Palace. Über ihre Eindrücke schreibt sie hier.

Weiterlesen zu Madeira und Portugal:
Wandern auf Madeira – 3 Levada Touren für Anfänger
Lissabon – Über Treppen, Tram fahren und den Tejo