Auf dem Rheinsteig durch das Siebengebirge: in 3-5 Etappen von Bonn nach Linz

Der Rheinsteig stand schon länger auf meiner Wanderwunschliste, schließlich bin ich im Siebengebirge schon öfter Teilstücke davon gelaufen. Im Herbst bin ich dann endlich gestartet und habe die ersten drei Etappen durch das Siebengebirge gemeistert. Da mir die offiziellen Etappen aber doch noch etwas zu lang sind, habe ich die Strecken weiter unterteilt und bin letztendlich in fünf Etappen von Bonn nach Linz gewandert. In diesem Artikel werde ich mich zwar an den offiziellen Etappen orientieren, erzähle aber natürlich, wo sich diese gut splitten lassen.

Aussicht auf Schloss Drachenburg, den Rhein und Bonn

Rheinsteig Etappe 1: Von Bonn nach Schloss Drachenburg/Königswinter

Mein Start auf dem Rheinsteig erfolgte bei bestem Herbstwetter. Die erste Etappe die mit 22km von Bonn nach Schloss Drachenburg führt, habe ich in zwei Abschnitte unterteilt. Am ersten Tag ging es knapp 14,5km vom Bonner Marktplatz bis zum Kloster Heisterbach, am zweiten 8,5km von Kloster Heisterbach bis Schloss Drachenburg in Königswinter.

Die Skyline von Bonn, auf den ersten Kilometern des Rheinsteigs.
Die ersten Kilometer ging es gemütlich am Rhein entlang. Morgens war es noch frisch, aber die Sonne hat sich langsam durch den Nebel gekämpft. Kurz vor der Bonner Südbrücke biegt der Rheinsteig ab und führt durch den Ort hinein in den Wald. Ab der B 42 wird es für ein kurzes Stück auch ganz schön steil. Über breite Waldwege ging es vorbei am Dornheckensee, an mehreren Aussichtspunkten und zum Skywalk Rabenlay. Hier war ganz schön viel los.

Aussicht vom Skywalk Rabenlay auf das Siebengebirge.
Von dort ging es weiter ein wenig hinab und wieder hinauf bis in die Weinberge in Oberdollendorf.
Jetzt fehlten nur noch wenige Kilometer bis zum Kloster Heisterbach, wo wir uns zum Abschluss unserer ersten Etappe ein leckeres Essen in der Klosterstube gegönnt haben (es stehen auch zwei vegane Gerichte auf der Karte).

Herbstliche Weinberge in Bonn Oberkassel.Chorruine am Kloster Heisterbach.
Im zweiten Abschnitt der Etappe wird es deutlich anspruchsvoller und pfadiger, auch mit einigen als Alpin eingestuften Wegen. Vom Kloster Heisterbach habe ich den recht steilen Aufstieg auf den Petersberg in Angriff genommen. Besonders auf dem Bittweg (ein alter Prozessionsweg, gesäumt mit Kreuzen) muss man wegen der vielen Steine ganz schön aufpassen.

Der Bittweg führt auf den Petersberg.
Auf der Aussichtsterasse am Hotel war am Morgen noch nichts los, der Ausblick war dafür umso schöner. Der Rheinsteig führt dann einmal auf der Rückseite um den Petersberg (nicht über den Parkplatz) und auf der anderen Seite wieder hinunter.

Aussicht vom Petersberg auf den Drachenfels.
Richtung Nonnenstromberg und später zum Geisberg verläuft der Weg teils auf breiten, teils auf schmalen steilen Pfaden. An einigen Abzweigungen muss man aufpassen diese nicht zu verpassen. Es geht ein gutes Stück bergab ins Tal, wo man die Landstraße überquert und anschließend wieder ein Stück bergauf. Zur Geisberg Hütte ist es dann nochmal ein kurzer, knackiger Anstieg. Der Ausblick auf das im Herbst bunt leuchtende Siebengebirge entschädigte dafür aber total.

Herbst genießen auf den Rheinsteig Etappen im Siebengebirge.Aussicht vom Geisberg auf Drachenfels und Wolkenburg.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter den Geisberg auf der anderen Seite wieder hinunter (ebenfalls sehr steil), am Schallenberg entlang und bis zum Milchhäuschen. Von hier ging es weiter Richtung Tal und kurz vorm Nachtigallental links hoch bis zur Drachenburg.

Fazit: Der Einstieg auf dem Rheinsteig erfolgt im ersten Teil mit schönen Aussichten, meist einfach zu gehenden Wegen und moderaten Höhenmetern. Der zweite Teil ist dann wesentlich anspruchsvoller, aber eine sehr schöne Etappe mit lohnenswerten Aussichten. Was die Kilometer angeht sollte man von Schloss Drachenburg aber noch die ca. 2km auf dem Schirm haben, die man bis nach Königswinter ins Tal noch vor sich hat. Oder man hängt wie ich den ersten Teil der 2. Etappe an und läuft noch über den Drachenfels bis nach Rhöndorf.

Daten zur 1. Rheinsteig Etappe:

Länge: 22km
Höhenmeter: 600m bergauf, 470m bergab
Dauer: 7 Stunden
Schwierigkeit: schwer
An-/Abreise: Mit der Bahn nach Bonn Hbf oder bis zur Haltestelle Universität/Markt. Vom Endpunkt der Etappe an Schloss Drachenburg läuft man noch ca. 2km bergab bis Königswinter. Von dort hat man Anschluss an den RE8/RB27 nach Köln oder Koblenz und an die Linie 66 nach Bonn.
Alternativen: Ich habe die erste Etappe in zwei Teilstücke aufgeteilt. Direkt am Kloster Heisterbach befindet sich eine Bushaltestelle mit Anschluss nach Königswinter. So hatte meine erste Etappe 14,5km, 170m bergauf, 120m bergab und ich war 4 ½ Stunden unterwegs. Die Schwierigkeit würde ich als mittel einordnen. Im zweiten Teil lief ich 8,5km, 290m bergauf, 220m bergab und war ca. 3 ½ Stunden unterwegs. Diesen Abschnitt würde ich als schwer einstufen, da er einige Steile Passagen und schale Pfade enthält.
Touren zum nachwandern auf Komoot: Offizielle Route | Meine Route Teil 1 | Meine Route Teil 2

Rheinsteig Etappe 2: Von Schloss Drachenburg nach Bad Honnef/Selhof

Etappe 2 startet an Schloss Drachenburg in Königswinter. Man kann entweder mit der Zahnradbahn hochfahren oder sollte ca. 2km Zuweg mit einrechnen.

Von hier geht es über den Eselsweg recht steil auf das Drachenfelsplateau hinauf. Die Aussicht hier ist zurecht so beliebt und reicht bei guter Sicht weit in die Eifel und bis nach Köln. Entsprechend voll ist es an sonnigen Wochenenden.

Aussicht vom Drachenfels auf das herbstliche Siebengebirge.

Der Rheinsteig führt dann über ein paar Treppen und Serpentinen hinab nach Rhöndorf. Unbedingt einlegen sollte man eine Stopp auf dem Felsausguck nach den Treppen. In Rhöndorf landet man dann am Ulanendenkmal in den Weinbergen.

Aussichtspunkt kurz unter dem Drachenfelsplateau.

Von Rhöndorf geht es weiter Richtung Löwenburg. Der Weg beinhaltet schon früh einige steile Abschnitte und zwischendurch auch schmale, teils kurz Ausgesetzte Passagen. Mann sollte also auf jeden Fall schon Kondition und Trittsicherheit mitbringen. Unbedingt einplanen für tolle Aussichten sollte man Abstecher auf den Breiberg und auf die Löwenburg, diese sind allerdings in den offiziellen Kilometerangaben nicht enthalten.

Nachdem man die Löwenburg passiert hat, führt ein recht breiter Waldweg hinunter ins Schmelztal. Auf der anderen Seite der Straße wird es schnell wieder pfadig und anspruchsvoll. Es geht über (zur Zeit unserer Wanderung sehr matschige) Pfade durch leider sehr kaputte Waldbestände. Hier überwindet der Rheinsteig auch nochmals einige Höhenmeter.

Rheinsteigwege durch das Schmelztal

Blick vom Rheinsteig auf die Löwenburg.

Vom Weg Richtung Himmerich hat man ein paar schöne Ausblicke auf die Löwenburg und auf Bad Honnef. Dann knickt der Rheinsteig ab auf einen sehr steilen Weg ins Tal.

Kurz vor Ende der Etappe wird es wieder Flacher. Hier geht es noch eine Weile am Bach entlang bis man in Selhof die ersten Häuser erreicht.

Fazit: Teil 1 von Etappe 2 habe ich noch an Teil 2 von Etappe 1 drangehangen, bin also dann den Rheinsteig insgesamt von Kloster Heisterbach bis Rhöndorf gelaufen (insgesamt dann ca. 11km und 370hm). Beides zusammen ergibt eine schöne, aber auch schon anspruchsvolle Tour. Den zweiten Teil wollte ich auch schon lange mal laufen, empfehle die Etappe aber eher mit oben genannten Abstechern zum Breiberg, zur Löwenburg und zum Himmerich zu planen. Wir haben die bei unserer Wanderung weggelassen aber ohne fehlt es der Tour tatsächlich ein bisschen an schönen Aussichten und Highlights. Wem das auch wie mir zu viel ist der sollte lieber erstmal nur auf die Löwenburg.

Daten zur 2. Rheinsteig Etappe:

Länge: 13,9km
Höhenmeter: 570m bergauf, 630m bergab
Dauer: 4-5 Stunden
Schwierigkeit: schwer
An-/Abreise: Nach Königswinter gelangt man mit der RE8/RB27 von Köln oder Koblenz oder mit der Linie 66 von Bonn. Vom Bahnhof hat man etwa 2km Zuweg zum Start der Etappe, oder man fährt eine Station mit der Drachenfelsbahn. In Selhof muss man etwas hinab in den Ort und hat dort Anschluss an eine Buslinie, Richtung Bad Honnef Bahnhof.
Alternativen: Diese Etappe habe ich in Rhöndorf gesplittet. Hier ist man fast direkt im Tal und hat nur ein paar hundert Meter bis zum Bahnhof. Der erste Teil ist damit auch recht kurz: 2,6km , 80m bergauf, 170m bergab und ca. eine Stunde. Beim zweiten Teil (ohne die Abstecher) legten wir 12km, 390m bergauf und 320m bergab in knapp 4 ½ Stunden zurück. Der zweite Teil war dann auch der wesentlich anspruchsvollere.
Touren zum nachwandern auf Komoot: Offizielle Route | Meine Route Teil 1 | Meine Route Teil 2

Rheinsteig Etappe 3: von Bad Honnef/Selhof nach Linz

Die Tour führt zu Beginn von Selhof aus stetig bergauf, vorbei am Leyberg und bis zum Auge Gottes. Hier ist der größte Aufstieg auch schon geschafft und der Platz bietet sich für eine kleine Pause an.

Rastplatz am Auge Gottes

Dann geht es steil hinab zur Breiten Heide. Hier waren auf dem Weg einige umgestürzte Bäume, man konnte aber ganz gut dran vorbeilaufen oder leicht rüberklettern.

Weiter geht es bergab am Breitbach entlang. Der Abschnitt zwischen Selfhof und Unkel ist ohnehin sehr waldreich und bachnah. Richtung Bruchhausen geht es nochmal ein bisschen Bergauf. Dann aber übers Plateau und an einem großen Pferdehof vorbei.

Pferdehof am Rheinsteig in UnkelBreite Wege auf dem Rheinsteig

Der Pfad hinunter nach Unkel wird dann nochmal recht schmal und steil und erfordert auf jeden Fall Trittsicherheit. Er belohnt kurz vor Ende aber auch nochmal mit einem kleinen Aussichtspunkt mit Blick auf Unkel.

Aussichtspunkt am Rheinsteig bei Unkel

Unten an der Straße ist der Ideale Punkt um die Etappe aufzuteilen, es ist etwa bei der Hälfte und der Weg zum Unkeler Bahnhof ist nicht weit.

Der zweite Teil der 3. Rheinsteig Etappe beginnt am Unkeler Wasserfall. Von hier geht es über den Stuxberg, wo eine erste Aussicht lockt. Dann geht es steil hinauf nach Orsberg, quer durch den Ort, wo einige Anwohner eine Rastmöglichkeit bieten. Über eine Pferdekoppel geht es weiter zur Erpeler Ley, eins der Highlights dieser Etappe. Von dort konnten wir schon traumhafte Ausblicke über das Rheintal genießen.

Kleiner Wasserfall am Rheinsteig: die Kaskade von Unkel.Aussicht von der Erpeler Ley.

Es folgt ein steiler Abstieg über teils noch etwas rutschige Wege und Treppen hinunter nach Kasbach. Der Rheinsteig unterquert die Kasbachtalbahn und windet sich über schmale Serpentinen auf der anderen Seite wieder den Berg hoch. Hier ist Trittsicherheit gefragt. Weiter geht es über schmale Pfade und immer wieder kurz durch die Orte. Schöne Ausblicke hat man nochmal unweit der Burg Ockenfels, bevor es zum Abschluss der Etappe hinunter in die Linzer Altstadt geht.

Unter dem Viadukt der Kasbachtalbahn.Schmale Pfade auf dem Rheinsteig bei Linz.
Fazit: Der erste Teil der Etappe bis Unkel ist recht einfach zu gehen, mit vielen breiteren Waldwegen und moderatem Anstieg zu Beginn. Der zweite Teil wird dann deutlich anspruchsvoller, mit einigen steilen An- und Abstiegen und schmalen, alpinen Pfaden. Er bietet aber auch deutlich mehr Highlights und schöne Aussichten.

Daten zur 3. Rheinsteig Etappe:

Länge: 17,9km
Höhenmeter: 520m bergauf, 570m bergab
Dauer: 6-7 Stunden
Schwierigkeit: schwer
An-/Abreise: Nach Selfhof gibt es Anschluss vom Bad Honnefer Bahnhof mit der Buslinie 566 bis zur Haltestelle St. Martinskapelle. Von hier erreicht man den Startpunkt der Etappe in knapp 5min. Von der Linzer Altstadt sind es wenige Minuten bis zum Bahnhof, wo die Linien RE8 und RB 27 Richtung Köln oder Koblenz fahren.
Alternativen: Diese Etappe lässt sich ziemlich genau in der Mitte, in Unkel aufteilen. Hier hat man ebenfalls Anschluss an den Unkeler Bahnhof und zu den Linien RE8 und RB 27. Den ersten Teil würde ich als Mittelschwer bezeichnen. Mit 9,75km, 22m bergauf und 180m bergab ist diese waldreiche Etappe mit meist einfachen Wegen gut zu meistern. Wir waren knapp drei Stunden unterwegs. Der zweite Teil bis nach Linz enthällt einige schmalere Pfade, für die Trittsicherheit gefragt ist, weswegen ich diesen Teil als schwer einordnen würde. Hier hatten wir eine Strecke von ca 9km, 190m bergauf und 160m bergab und waren vier Stunden unterwegs.
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