Posted on Februar 1, 2026
Phnom Penh: Sehenswürdigkeiten und Tipps
Neben dem Highlight Ankgor War wird der Rest von Kambodscha gerne mal übersprungen von vielen Reisenden. Ich wollte mir das Land aber genauer ansehen und auch in der Hauptstadt Phnom Penh habe ich einige Tage verbracht. Die wirkte für mich wie eine Mischung aus Bangkok, mit Palästen und Hochhäusern, nur noch nicht so groß und so modern, und Hanoi mit der wuseligen Altstadt und Märkten überall, allerdings mit deutlich weniger Straßenverkehr. Welche Sehenswürdigkeiten du in Phnom Penh entdecken kannst, liest du hier.

Zentrum von Phnom Penh
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich alle im Zentrum von Phnom Penh, da wo der Tonle Sap und der Mekong zusammenfließen. Das meiste kann man bequem zu Fuß erkunden. Im Süden gibt es dabei ein paar mehr Parks, wie den Wat Botum Park und den Park am Unabhängigkeitsdenkmal. Nördlich vom Royal Palace und vom Nationalmuseum taucht man dann in die kleinen Straßen ein, die mich so sehr an Hanoi erinnert haben. Einfache Häuser mit Balkonen zur Straße hin, im Erdgeschoss immer irgendein Laden oder ein Café. Überall parken Mopeds und Tuktuks, Straßenverkäufer rollen mit ihren Ständen durch die Gegend, und wenn man um die nächste Ecke biegt, landet man auf dem lokalen Lebensmittelmarkt. Dort schlängelt man sich hindurch zwischen Kisten von frischem Obst und Gemüse, Wasserbottichen mit teils noch lebenden Fischen und kleinen Garküchen, die einen würzigen Duft verströmen. Der Markt ist übrigens auch ideal um Gewürze für Zuhause zu kaufen. Für frischen schwarzen Kampot-Pfeffer haben wir hier gerade mal 1USD pro 100g gezahlt.

Royal Palace und Silberpagode
Im Königspalast verteilen sich mehrere wichtige Hallen und Gebäude mit dem typisch verzierten Giebeldächern auf dem Gelände. Dazwischen kleine Gärten und Beete. Das Zentrum bildet die Thronhalle, die mit ihrer Größe alle anderen Gebäude überragt. Ins Auge sticht auch die Pagode, die über der Halle in den Himmel ragt. An die Architektur des Bayon Tempel in Angkor angelehnt, zieren hier vier Gesichter die in alle Himmelrichtungen schauen, die Spitze.

Südlich an das Palastgelände schließt sich der Wat Preah Keo Morokat an, der Tempel mit der berühmten Silberpagode. Besonders schön sind hier auch die Malereien im Wandelgang rund um den Tempel. Im Tempel selbst wird unter anderem eine Buddha Staue aufbewahrt, die dem Smaragdbuddha aus Bangkok nachempfunden ist. Auf der Rückseite des Tempels gibt es eine kleines Modell von Angkor Wat.

Der Eintritt zum Königspalast und zum Tempel kostet 10USD pro Person. Beides ist teilweise dem Palast und Tempeln in Bangkok nachempfunden, in Phnom Penh ist aber viel weniger los.
Nationalmuseum
Einen kurzen Spaziergang vom Royal Palace entfernt befindet sich das Nationalmuseum von Kambodscha. Hier wird Khmer-Kunst und vor allem viele Figuren, teils aus dem Buddhismus, teils aus dem Hinduismus, ausgestellt. Viele der Figuren stammen aus alten Tempelanlagen wie Angkor Wat und wurden von dort entfernt um sie vor Zerstörung und Raub zu schützen.

Das Museum ist nicht so groß, Erklärungen gibt es leider wenige. Größere Taschen und Rucksäcke muss man beim Eingang im Schließfach lassen. Der Eintritt kostet 10USD pro Person.
Promenade am Fluss und Bootsfahrt zum Sonnenuntergang
Wer die Promenade am Ufer des Tonle Sap entlang spaziert, kann hier nicht nur Einheimische beim Sport beobachten. Vor allem Abends starten hier zahlreiche Boote zur Sonnenuntergangsfahrt bis auf den Mekong. Dabei hat man tolle Ausblicke auf die Skyline von Phnom Penh, später auch beleuchtet. Dazu gibt es kleine Snacks wie gewürzte Nüsse und Frühlingsrollen und einen kühles Angkor Bier. Preise für die Fahrten starten schon ab 5USD pro Person.

Wat Phnom Tempel
Dieser Tempel im Norden des Zentrums ist Teil der Entstehungsgeschichte von Phnom Penh. Der Legende nach, fand eine alte Dame (Penh), mehrere Buddha Statuen in einem Baumstamm, der auf dem Fluss trieb. Für diese ließ sie eine heilige Stätte auf einem Hügel (Phnom) errichten. Auch heute noch erinnert eine Figur am Tempel an die alte Dame, in der Stupa daneben ist die Urne des Stadtgründers König Ponheo Yat beigesetzt. Wer den kleinen Tempel besichtigen möchte, zahlt 1USD Eintritt.

Phnom Penh Night Market
Ebenfalls im Norden befindet sich der Phnom Penh Night Market. Jeden Abend öffnen sich hier zahlreiche Stände auf einem Platz, der vom Flussufer wegführt. Gerade im Vergleich zu anderen Märkten in Südostasien hat mir hier die Auswahl aber nicht so gut gefallen. Hauptsächlich wurde Kleidung verkauft, augenscheinlich aus Industrieller Fertigung und viel aus Polyester. Am westlichen Ende des Marktes gab es noch ein paar Food-Stände, dazwischen eine Fläche ausgelegt mit Bambusmatten und Sitzkissen. Hier habe ich mir eine leckere Coconut Icecream gegönnt.

Central Market
Wer schon tagsüber Souvenirs shoppen möchte, der sollte zum Central Market gehen. Hier war die Auswahl auch größer als auf dem Night Market, wenn auch nicht so gut wie in Siem Raep. Auch hier gibt es hauptsächlich Kleidung, aber auch Schmuck, Taschen und in einer Ecke Stände mit Lebensmitteln. Die Souvenirstände haben sich alle in einem breiten Gang im Zentrum gruppiert.

Phnom Penh und die Roten Khmer
Keine Kambodscha Reise sollte vorbeigehen, ohne sich nicht wenigstens ein bisschen mit der Geschichte der Roten Khmer zu beschäftigen. Das ist kein leichter Stoff, die Fakten oft grausam. Während ihrer Herrschaft von 1975 bis 1979 ermordeten sie Schätzungen zufolge 1,5 bis 2 Millionen Menschen. Die Bevölkerung wurde damals aus den großen Städten vertrieben und gezwungen unter schweren Bedingungen auf dem Land zu arbeiten. Hinzu kam Unterversorgung und stetige Überwachung. Jede:r der sich auflehnte, oder des Verrats verdächtigt wurde, wurde ermordet. Im Jahr 2025 wurden einige der wichtigsten Kambodschanischen Gedenkstätten, darunter einige in und um Phnom Penh, ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.
Tuol-Sleng-Genozid-Museum
Eins der wichtiges Gefängnisse aus dieser Zeit der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wurde in einer ehemaligen Schule in Phnom Penh errichtet, heute befindet sich dort das Tuol-Sleng-Genozid-Museum. Nur wenige Insassen überlebten. Zwei von ihnen, saßen noch bei meinem Besuch im Hof des Museums, um von den schrecklichen Zeiten zu erzählen und aufzuklären. Die meisten jedoch, wurden hier nur so lange untergebracht, bis ihnen keine wichtigen Informationen mehr durch Folter abgerungen werden konnten. Danach wurden sie, wie so viele andere, zu den Killings Fields transportiert und dort ermordet. Der Eintritt in das Museum kostet 5 USD. Nimm dir hier unbedingt einen Guide um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Die meisten haben selbst noch einen persönlichen Bezug zu der Zeit.

Killing Fields – Choeung Ek
Während der Herrschaft der Roten Khmer gab es über 400 Killing Fields, verteilt in ganz Kambodscha. Also Orte, an denen etwa durch Knochenfunde Massenmorde durch die Roten Khmer nachgewiesen werden konnten. Menschen wurden ganz gezielt hierher gebracht und systematisch ermordet. In der Nähe von Phnom Penh kann man eins davon, das Killing Field von Choeung Ek, besuchen. Alleine hier wurden schätzungsweise 15.000 Menschen mit grausamsten Methoden getötet. In der Mitte wurde eine Pagode mit dort gefundenen Schädeln als Mahnmal errichtet. Im Infozentrum kann man einen kurzen Film zu den Killing Fields sehen. Von Phnom Penh aus kannst du geführte Touren* (Affiliate-Link) hierher buchen, teilweise auch kombiniert mit dem Tuel-Sleng-Museum.


Praktische Tipps für deine Reise nach Phnom Penh
Wie komme ich am besten nach Phnom Penh?
Ich bin mit dem Flugzeug nach Phnom Penh gereist und am internationalen Flughafen gelandet. Dort bekam ich auch unkompliziert mein Visa-on-Arrival, das ich bar in USD am Schalter bezahlen konnte. Direktflüge nach Phnom Penh gibt es aus vielen asiatischen Metropolen, z.B. aus Bangkok, Hanoi oder Vientiane. Wenn du von Deutschland aus anreist, wirst du z.B. in Bangkok oder Hanoi umsteigen müssen. So war es bei unserem Heimflug mit Vietnam Airlines über Hanoi nach Frankfurt.
Wie viel Zeit sollte ich für Phnom Penh einplanen?
Ich empfehle für einen Trip nach Kambodscha wenigstens zwei volle Tage in Phnom Penh. Das Zentrum der Hauptstadt ist überschaubar, somit kannst du die Hauptsehenswürdigkeiten gut an einem Tag erkunden. Am Vormittag geht’s zum Palast und zum Nationalmuseum, am Nachmittag kannst du durch die Straßen streifen, auf dem Central Market stöbern und Abends geht’s zum Night-Market oder auf eine Sunset-Cruise. Einen weiteren vollen Tag würde ich einplanen, um sich mit der Geschichte der Roten Khmer zu beschäftigen. Dieses Thema kann sehr belastend sein, darum würde ich den Tag nicht zu voll packen und lieber etwas Zeit zum reflektieren einplanen.
Wo übernachte ich am Besten in Phnom Penh?
Ich habe in Phnom Penh in drei verschiedenen Hotels übernachtet, alle drei lagen relativ nah beim Zentrum auf der Seite des Tonle Sap. Ich würde dir auch empfehlen in diesem Umkreis zu suchen, um die Wege kurz zu halten. Für die Stadtbesichtigung ideal fand ich das Le Botum Hotel* südlich vom Königspalast. Von hier konnten wir alles gut zu Fuß erreichen, außerdem hatten wir einen Pool auf der Dachterrasse und einen schönen Ausblick. Mit der Reisegruppe waren wir im Home Chic Hotel*, etwas weiter außerhalb. Dafür gab es in diesem Viertel mehr Auswahl bei den Restaurants. Wenn wir ins Zentrum wollten, haben wir von dort dann ein Tuktuk genommen. Ganz am Schluss der Kambodscha Rundreise waren wir dann nochmal nördlich vom Palast im Ohana Palace Hotel*. Von dort war die Strecke zum Central und zum Night Market kürzer, allerdings herrschte hier tagsüber immer viel Gewusel durch den lokalen Lebensmittelmarkt, der in den Straßen drumherum stattfand. Weitere Hotels findest du auch auf Booking.com* oder bei Agoda* (alle Links mit * sind Affiliate-Links). Bei meiner Recherche fand ich besonders viele Hotels mit Rooftop-Pool und das zu relativ günstigen Preisen. Wir haben das auch genutzt und uns zum Abschluss unserer Südostasien-Reise nochmal etwas besonderes gegönnt.
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