15 Jahre vegan – meine Geschichte

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute vor 15 Jahren begann mein Weg als Veganerin. Darum möchte ich heute in diesem Jubiläumspost mal von meiner Geschichte erzählen: wie bin ich zur Veganerin geworden? Warum? Und was hat sich alles seitdem geändert?

Melanie an einem See in Neuseeland

Nach fast 15 veganen Jahren unterwegs in Neuseeland.

15 Jahre Veganiversary

Tatsächlich wusste ich lange gar nicht an welchem Tag ich genau angefangen habe vegan zu leben und bisher habe ich den Tag auch nicht gefeiert. Bei diesem Meilenstein von 15 Jahren (fast die Hälfte meines Lebens), wollte ich es dann aber doch wissen. Angefangen habe ich damals mit der Fastenzeit nach Karneval und die begann 2011 am 9. März.

Pacman Spiel aus Keksen und Smarties

Eine meiner ersten veganen Backversuche: mit veganen Schokolinsen und selbstgebackenen Keksen habe ich ein Pacman-Spiel nachgebaut.

Mein Weg zur veganen Ernährung

Schon etwa drei Jahre bevor ich vegan wurde, habe ich mich vegetarisch ernährt. Obwohl ich eigentlich schon immer wenig Fleisch gegessen habe, weil ich es nicht mochte, dachte ich lange ich könnte niemals Vegetarierin werden. Auch für Tierschutz habe ich mich teilweise schon als Kind eingesetzt und damals z.B. Protestmails gegen die Robbenjagd verschickt. Damals war mir der Unterschied, den ich zwischen meinen Lieblingestieren und den sogenannten Nutztieren machte, nicht bewusst.

Das änderte sich nachdem ich den Film „Fast Food Nation“ gesehen hatte. Darin geht es um Massentierhaltung in den USA für Fast-Food-Ketten und neben der Ausbeutung der Tiere werden auch die schlechten Arbeitsbedingungen für meist eingewanderte Arbeiter thematisiert. Ins Kino geführt hatte mich eigentlich meine Lieblingskünstlerin, Avril Lavigne, die dort eine kleine Rolle übernahm, aber die Themen beschäftigten mich Nachhaltig.

*Triggerwarnung: Beschreibung von Fleisch*

Kurz darauf sollte ich Zuhause ein einfaches Chili con Carne kochen. Das dafür aufgetaute Hackfleisch hatte meine Mutter mir schon bereit gestellt. In der Schale hatten sich mit dem Abtauwasser aber auch eine rote Flüssigkeit mit abgesetzt: Blut. Als ich das sah, überkam mich so ein Ekel und vermutlich verknüpfte sich hier endgültig der Zusammenhang zwischen den Tieren und dem Essen auf dem Teller. Der Beginn meiner Vegetarischen Ernährung.

*Triggerwarnung Ende*

Melanie bei den Niagara Fällen in Kanada

2010 bei meiner ersten Fernreise nach Kanada, damals war ich noch Vegetarierin.

Als Vegetarierin ging ich vielen meiner Freunde ständig damit auf die Nerven. Wie man das eben so macht als Jugendliche, die sich neue Werte aneignet (ich war damals 15 Jahre alt). Über meinen Freundeskreis lernte ich aber auch ein paar Veganerinnen kennen. Für mich war das Konzept Veganismus damals vollkommen neu, aber ich fand es sehr konsequent. Schließlich wollte ich so viel Tierleid wie irgendwie möglich vermeiden.

So setzte ich mir zum Ziel langfristig vegan zu werden. Da ich aber damals noch Zuhause lebte und schon froh war immer eine vegetarische „Extrawurst“ zu bekommen, war ich auf das Einverständnis meiner Eltern angewiesen. Also überlegte ich mir, wie ich das bekommen könnte. Der erste Schritt war der Verzicht auf Milchprodukte. Bei einem Allergietest wurde bei mir eine Reaktion auf Milcheiweiß abgelesen, und obwohl ich beim Verzehr von entsprechenden Produkten damals nichts merkte, war es für mich eine willkommene Gelegenheit um auf Sojamilch & Co. umzusteigen. Dann bereitete ich mein Umfeld darauf vor, dass ich vegan Fasten wollte. Das Fasten war für mich allerdings nur ein Vorwand. Ich war zwar damals auf einer katholischen Schule, aber ich bin nicht religiös und habe weder vorher noch nachher jemals gefastet. Außerdem hatte nicht vor am Ende der Fastenzeit wieder zur vegetarischen Ernährungsweise zurückzukehren. Ich erhoffte mir davon aber mehr Verständnis in meinem Umfeld, da das Konzept Fasten bekannter war. Das funktionierte und somit begann am 9. März 2011 meine Zeit als Veganerin und auch nach Ostern blieb ich dabei. In meiner Familie war das dann übrigens nie ein Problem, es wurde einfach getrennt gekocht und wahrscheinlich hätte ich gar keinen Vorwand für die Umstellung gebraucht.

vegane Schokotorte zum 95. Geburtstag

Vegane Torte zum 95. Geburtstag meiner Großtante. Als Veganerin habe ich schnell angefangen zu solchen Gelegenheiten etwas selbstgebackenes mitzubringen. Das kam meist gut an und so hatte ich auch etwas leckeres.

Vegan 2011 vs. Vegan 2026

Wenn ich zurückblicke ist die Entwicklung enorm. 2011 gab es Schätzungen zufolge etwa 60.000 Veganer:innen in Deutschland, heute sind es mehr als 1,6 Millionen. Das freut mich unheimlich und natürlich hoffe ich auch, dass ich mit meinem Blog einen kleinen Teil dazu beitragen kann Veganismus und vor allem veganes Reisen für einige zugänglicher und einfacher zu machen.

Gerade das Angebot an veganen Ersatzprodukten hat sich enorm entwickelt. In meiner Anfangszeit als Veganerin gab es ein paar grundlegende Sachen wie Aufstriche, Tofu, Pflanzendrink und Fleischersatz beim Discounter. Mehr Auswahl gab es aber nur im Bioladen oder Reformhaus und für veganen Käse musste ich bis nach Köln fahren. Heute bekomme ich eigentlich in jedem Supermarkt vegane Produkte und kann zwischen verschiedenen Marken wählen. Da heute auch immer mehr Flexitarier zu den veganen Alternativen greifen, ist der Markt auch wirtschaftlich lukrativ.

Scrambled Tofu mit Gemüse und Toast

Veganes Standardessen 2013: Rührtofu mit Gemüse und Toast mit Aufstrich

Zusammen mit dem Angebot ist auch die Bekanntheit und die Akzeptanz von Veganismus gestiegen. Was früher noch als sehr ungewöhnlich galt ist bei vielen inzwischen zur Normalität geworden. Gerade in Großstädten ist es inzwischen eher die Regel, dass ich Pflanzenmilch im Café bekomme und die Zeiten in denen ich als vegane Option im Restaurant auf Pommes und Salat zurückgreifen musste, sind zum Glück auch vorbei. Klar stehen einige Menschen dem Veganismus immer noch sehr ablehnend gegenüber, ich lasse mir davon aber nicht meine Stimmung verderben und lasse mich möglichst gar nicht erst auf Diskussionen ein. Die führen meiner Erfahrung nach sowieso meistens zu nichts.

Melanie am Strand an der Algarve

Bei einer meiner ersten Reisen als Veganerin am Strand in Portugal. Damals gab es genau ein veganes Restaurant in Portimao und wir waren jeden Tag dort essen.

Im WorldWideWeb und auf Social Media gibt es zahllose Informations- und Inspirationsquellen rund um Veganismus, Rezepte und Reisen, sowohl auf deutsch als auch international. Jedes Jahr starten mehr Menschen vegan in den Januar und probieren sich aus und gerade in jüngeren Generationen ist Veganismus stärker verbreitet und stärker normalisiert. Ich bin sehr gespannt, wie die weitere Entwicklung aussieht und ob vegan in 15 oder 25 Jahren das neue „Normal“ ist. Natürlich möchte ich weiterhin meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass es so kommt, also freut euch auf viele weitere vegane Rezepte und Reisetipps auf Mosaiksteine.

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