Veganen Alltag langfristig meistern – auf diese Punkte solltest du achten

Wenn du vegan leben möchtest umfasst das noch mehr als nur die Ernährung. Denn auch wenn du dich zu 100% pflanzlich ernährst, gibt es im Alltag noch viele weitere Dinge, auf die du achten solltest. Welche das sind und meine wichtigsten Learnings aus über 15 veganen Jahren teile ich hier.

Vegane Kosmetik – wie du tierversuchsfreie Alternativen findest

Neben Lebensmittel ist Kosmetik eins der Hauptverbrauchsprodukte im Alltag. Auch hier solltest du als Veganer:in auf die Inhaltsstoffe achten. Zum Glück ist das inzwischen super einfach, da die meisten Produkte in der Drogerie entsprechend gekennzeichnet sind. Wer möchte kann auch noch weitergehen und auf Naturkosmetik oder Produkte ohne Plastikverpackung achten (z.B. mit festem Shampoo).

vegane Kosmetik mit Veganblume als Kennzeichnung

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Tierversuche. Diese werden leider noch häufig durchgeführt um Kosmetik zu testen, auch wenn die Inhaltsstoffe vegan sind. Bei Peta kannst du online recherchieren, ob die Marken deiner bevorzugten Produkte auf Tierversuche verzichten. Teilweise gibt es auch entsprechende Siegel auf den Verpackungen.

Vegane Kleidung – nicht alles ist deklariert

Wenn du auf vegan umstellst musst du nicht gleich deinen Kleiderschrank ausmisten. Wenn du dort noch alte Wollpullover, Lederjacken oder Seidenblusen hast, kannst du sie ruhig weitertragen, oder verkaufen und verschenken. Wichtiger ist beim Neukauf auf das Material zu achten. Checke also unbedingt das Etikett. Strickware enthält z.B. oft Anteile an Wolle, auch wenn der Preis es nicht unbedingt verrät. Tierische Materialien sind oft immer noch günstiger und werden darum noch häufig genutzt. Auch vermeintlichen Fake-Pelz solltest du genau prüfen, oder wie ich gar nicht erst tragen. Ich setzte lieber auf natürliche Materialien wie Baumwolle oder Viskose und kaufe Kleidung auch gerne Secondhand.

Blick in meinen veganen Kleiderschrank

Aber auch bei Bestandteilen die nicht auf dem Etikett angegeben werden ist manchmal Vorsicht geboten. Das kann das nicht deklarierte Lederpatch an der Jeans sein, oder Knöpfe aus Perlmutt und Horn. Das sind Dinge, die man beim Kauf nicht unbedingt auf dem Schirm hat.

Vegane Schuhe – warum du auf mehr als ohne Leder achten musst

Das Veganer:innen keine Lederschuhe mehr kaufen ist klar, aber wusstest du, dass du auch auf andere Materialien achten musst? Dass können natürlich Schuhe mit Filz sein, aber auch der verwendete Kleber ist häufig nicht vegan, deswegen können auch Stoffschuhe nicht vegan sein. Bei Schuhen müssen die Materialien außerdem nicht detailliert aufgeführt werden. Unter dem Begriff „Natürliche und synthetische Textilien“ kann sich auch Wolle verbergen.

Auf Nummer sicher gehst du darum am besten, wenn du nur Schuhe mit veganer Kennzeichnung kaufst. In vielen Online-Shops gibt es inzwischen entsprechende Filter. Und von den Modellen her eine Auswahl von den schicken Sandalen, über bequeme Sneaker hin zu robusten Wanderschuhen. Ich habe z.B. seit Jahren vegane Wanderschuhe von Lowa und habe mir vor kurzem ein paar vegane Barfußschuhe zugelegt.

vegane Wanderschuhe und vegane Barfußschuhe

Nährstoffe und Supplements – worauf du besonders achten solltest

Nährstoffmangel bei veganer Ernährung ist ein von Kritiker:innen gern verbreiteter Mythos. Meiner Erfahrung nach achten die meisten Veganer:innen viel stärker auf eine ausgewogene Ernährung aus ausreichender Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen, als die meisten Mischköstler:innen. Trotzdem gibt es natürlich ein paar Dinge, auf die du besonders achten solltest.

Besonders wichtig ist das Vitamin B12, das nach bisherigem Stand nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Es gibt aber viele vegane Produkte, die damit angereichert sind und du kannst es natürlich auch in Form von Kapseln supplementieren.

Weitere Nährstoffe auf du die achten solltest sind z.B. Kalzium, Jod, Zink, Eisen, Selen, Vitamine B2, C und D, Omega-3 Fettsäuren und ausreichend Proteine. Diese kannst du aber mit einer ausgewogenen veganen Ernährung gut abdecken.

Wichtig: Nimm nicht einfach so Nahrungsergänzungsmittel zu dir, sondern mach im besten Fall einmal pro Jahr einen Checkup bei deine:r Hausärzt:in. Nur wenn du deine Werte genau kennst, kannst du entsprechend supplementieren.

Vegane Einrichtung – worauf du neben Ledersofa und Daunenbett noch achten solltest

Auch bei der Einrichtung deiner Wohnung kannst du bei Neuanschaffungen auf vegane Eigenschaften achten. Sei es bei Kissen- und Sofabezügen oder dem nicht veganen Federbett. Genau wie bei Kleidung und Schuhen musst du dann aber nicht gleich alles austauschen.

Allerdings gibt es auch bei der Einrichtung Punkte, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Das können Griffe oder Dekoelemente aus Horn oder Perlmut sein, schwieriger wird es bei Kleber mit tierischen Bestandteilen, Farben mit tierischen Inhaltsstoffen oder Möbelpolitur aus Schellack. Da Möbel in der Regel seltene Anschaffungen sind, lohnt sich hier der Aufwand einer Anfrage beim Hersteller um Klarheit zu schaffen.

Mein Motto: so vegan wie möglich

Eins ist leider klar: wir leben in einer nicht veganen Welt und auch wenn man noch so sehr drauf achtet, es wird leider immer Dinge geben, bei denen es (noch) keine Alternative gibt. Daher lebe ich nach dem Prinzip: so vegan wie möglich. Denn auch bei der Produktion von Smartphones kommen tierische Bestandteile zum Einsatz und wenn ich ein wichtiges Medikament brauche, ist mir meine Gesundheit wichtiger. Aber es geht auch gar nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum langfristig eine Veränderung zu erreichen. Und wenn ich die 15 Jahre zurückblicke, die ich nun schon vegan lebe, hat sich da so viel getan. Also gehe deine ersten Schritte, bleib dran und dann sehen wir, wie es in den nächsten Jahren aussieht.

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