Paris: praktische Tipps für deine Städtereise

Paris ist eine meiner liebsten Städte in Europa. Im laufe der letzten Jahre war ich mehrfach übers (lange) Wochenende, oder auch nur mal für einen Tag dort. Dabei habe ich viele praktische Tipps und Erfahrungen gesammelt, die ich in diesem Artikel an dich weitergeben möchte.

Paris Tipps

Anreise mit dem Zug:

Der erste Punkt bei der Reiseplanung ist bei mir immer die Anreise. Nach Paris reise ich am liebsten mit dem Zug. Ich fahre von Köln aus und von hier geht es mit dem Thalys bequem in 3 ½ Stunden zum Pariser Gare du Nord. Eine weitere schnelle Direktverbindung führt per ICE von Frankfurt zum Gare de l’Est. Tickets für den Thalys von Köln nach Paris gibt es bereits ab 32€ pro Strecke. Mit der Bahn von Frankfurt geht’s ab 39,90€ mit dem Supersparpreis los.

Ankunft mit dem Thalys am Gare du Nord

Paris hat nicht einen zentralen Hauptbahnhof, sondern mehrere große Kopfbahnhöfe. Von dort geht es Sternförmig in alle Himmelrichtungen und Regionen Frankreichs. Der Nord- und Ostbahnhof befinden sich im 10. Arrondissement und recht nah beieinander.

Und noch ein Tipp für die Rückfahrt oder falls ihr mit dem Zug innerhalb Frankreichs weiterfahrt: seid zeitig am Bahnhof. Bei den Kopfbahnhöfen gibt es meist keine festen Abfahrtgleise. Diese werden ca. 20min vor Abfahrt auf den Hinweistafeln bekannt gegeben. Dann sollte man sich schon auf den Weg machen und sein Ticket zum Vorzeigen parat halten. Bevor man auf den Bahnsteig geht gibt es meist noch eine kurze Ticketkontrolle, vor der es sich natürlich staut und je nachdem in welchem Waggon man sitzt, kann es sein, dass man erstmal die ganze Zuglänge ablaufen muss, bevor man seinen Platz erreicht.

Anreise mit dem Auto:

Wenn du mit dem Auto anreisen möchtest musst du dich als erstes um die französische Umweltplakette kümmern. Diese kostet knapp 5€ und kann hier online bestellt werden.

Auf den großen Autobahnen in Frankreich muss man Maut zahlen. Wenn man auf den kostenpflichtigen Abschnitt auffährt, zieht man eine Karte, wie im Parkhaus. Am Ende des Abschnitts (oder bei der Ausfahrt), zahlt man dann den entsprechenden Betrag je nach Fahrzeugklasse und gefahrener Strecke. Auf der Strecke von Belgien nach Paris ca. 15€ für ein normales Auto (Stand 2022). Zahlen kann man entweder Bar oder mit Kreditkarte. Dafür kommt man auf den Autobahnen meist deutlich entspannter durch als in Deutschland. Zumindest bis kurz vor Paris, wo der kostenpflichtige Abschnitt endet. Direkt um Paris sollte man mit Staus rechnen.

In Paris würde ich eine Unterkunft wählen, bei der man nicht allzu weit in die Stadt hineinfahren muss. Der Verkehr in Paris ist nicht gerade ohne. Außerdem sollte man sich unbedingt einen Parkplatz reservieren (kann man oft über die Hotels machen). Wir waren 2018 in einem Airbnb im 11. Arrondissement, wo wir einen Garagenplatz hinzu buchen konnten, außerdem war es nicht weit vom Boulevard Périphérique (der Stadtautobahn) entfernt. Damals hat es sich für uns gelohnt, da wir mit vier Personen unterwegs waren. Die Anreise mit dem Zug ist meiner Meinung nach jedoch deutlich entspannter.

Unterkunft:

Für meine Unterkunft für den Paris Trip würde ich als erstes immer innerhalb der Périphérique, bzw. der Metrozonen 1 und 2 suchen. Von weiter außerhalb muss man sonst immer mehr Zeit einplanen um zu den Sehenswürdigkeiten zu kommen und zahlt außerdem einen höheren Metrotarif. Eine gute Metroanbindung ist für mich das zweite wichtige Kriterium. Bei meiner letzten Paris Reise habe ich im ibis Paris Gare du Nord (*Affiliate-Link) übernachtet. Das war von der Lage her optimal, da wir nur zwei Tage in der Stadt waren und so nach der An- und vor der Abreise ohne große Umwege unser Gepäck dort abstellen konnten. Das Hotel war zwar einfach, aber viel mehr als ein Bett und eine Dusche brauche ich für eine Nacht auch nicht.

Einfaches Zimmer im ibis Paris

Wenn ihr mit dem Zug anreist ist ein Hotel in Bahnhofsnähe auf jeden Fall eine gute Wahl. Dort gibt es auch eine große Auswahl. Ich buche meist über booking.com (*Affiliate-Link). Wer ein veganes Hotel sucht wird mit dem HOY Paris (*Affiliate-Link) fündig. Auch mit veganem Angebot, aber für die meisten vermutlich weit außerhalb des Budgets: das fünf Sterne Hotel Shangri-La (*Affiliate-Link).

Eine weitere gute Anlaufstelle für die Unterkunftsuche ist Airbnb. Hier gibt es sehr viele Angebote über die ganze Stadt verteilt. Achte hier auf die Lizenznummer im Inserat. In Paris müssen Vermieter seit ein paar Jahren eine Registrierungsnummer beantragen und dürfen ihre Wohnung nicht mehr unbegrenzt an Touristen vermieten.

Reisezeit und Dauer

Wer wie ich schön öfter in Paris war, dem reichen auch 1-2 Tage um neue Ecken zu erkunden. Für den ersten Trip sind meiner Meinung nach 4-5 Tage ideal. Wenn man auch nach Disneyland und/oder nach Versailles möchte, würde ich dafür noch einen Tag mehr einplanen.

Am liebsten mochte ich Paris im Frühling, aber auch die anderen Jahreszeiten eignen sich für einen Besuch. Im Juli und August gibt es z.b. die Paris Plages zum entspannen am Wasser, im Dezember die weihnachtlich geschmückten Kaufhäuser.

Paris Plages an der Seine, ein Bateaux Muches fährt vorbei.

Sprache

Wer nach Paris reist, sollte sich wenigstens ein paar Brocken Französisch merken. Aufgrund der vielen Touristen ist zwar meist auch Englisch kein Problem, es macht aber schon einen Unterschied, ob man eine Unterhaltung wenigstens mit einem „Bonjour“ beginnt.
In den Restaurants wurde uns meist auch eine Englische Speisekarte angeboten. Deutsch spricht hingegen kaum jemand.

Unterwegs in der Stadt

mit der Metro:

Die Metro ist die einfachste und günstigste Option um in Paris größere Strecken zurückzulegen. Das Liniennetz zieht sich durch die ganze Stadt und meist muss man nicht länger als 5 Minuten auf die nächste Bahn warten. Ein paar der Linien sind inzwischen sogar komplett automatisch unterwegs. Eine einfach Fahrt in Zone 1-2 kostet aktuell (Stand 2022) 1,90€. Günstiger ist ein Carnet (10 Einzelfahrscheine) mit 16,90€. Das kann man sich auch zu mehreren gut aufteilen und ist bei 2-3 Fahrten am Tag die günstigste Option. Wer öfter fährt für den lohnt sich ein Tagesticket (Ticket Mobilis) für 7,50€ in Zone 1-2.

Oberirdische Metro in Paris

Den Metroplan lade ich mir vor der Reise als Bilddatei aufs Handy. So kann ich einfach die schnellste Verbindung heraussuchen.

Wenn ihr mit der Metro unterwegs seid, empfehle ich unbedingt bequeme Schuhe. Die Laufwege innerhalb der Metrostationen und je nachdem wo man umsteigen muss sind nicht zu unterschätzen. Manchmal liegen die Bahnsteige auch mehrere Stockwerke Tief unter der Straße und Barrierefreiheit ist in der Metro leider meist überhaupt nicht gegeben. Es gibt viele Treppen und eher selten Rolltreppen oder Aufzüge. Das sollte man auch auf dem Schirm haben, wenn man mit einem schweren Koffer unterwegs ist, etwa zum Hotel, oder wenn man den Bahnhof wechseln muss.

Treppen in der Pariser Metro

Mit dem Batobus:

Der Batobus ist praktisch ein Hop-On Hop-Off Boot. Er hält an insgesamt 9 Stationen entlang der Seine, etwa am Eiffelturm, am Louvre und bei der Île de la Cité. Er lohnt sich vor allem als Verkehrsmittel, wenn man die Highlights entlang der Seine besucht. Außerdem muss man an den Anlegestellen nicht so viele Treppen laufen wie oft in der Metro. Dafür ist die Metro aber deutlich günstiger. Ein Tagesticket für den Batobus kostet 19€ für Erwachsene (Stand 2022), ein Ticket für zwei Tage allerdings nur 2€ mehr.

Tipp: wer sein Ticket online bucht kann ein paar Euro sparen. Tickets gibt’s z.b. über getyourguide (*Affiliate-Link).

Batobus unterwegs auf der Seine.

Eine Bootsfahrt auf der Seine lässt sich damit nicht unbedingt ersetzen. Zumindest zu Fotografieren vom Boot aus ist es nicht so ideal, da die Schiffe ein abgerundetes Fensterdach haben.

Mit Hop-On Hop-Off Bus:

Natürlich gibt es auch in Paris ganz normale Hop-On Hop-Off Busse. Zwei große Anbieter sind der Toot Bus und der Big Bus Paris (*Affiliate-Links). Beide fahren die Top Sehenswürdigkeiten ab, ich persönlich habe mich aber bisher immer für die Metro entschieden, mit der man deutlich flexibler ist und auch an entlegene Ecken der Stadt kommt. Vielleicht ist es für dich aber genau die Richtige Option, darum liste ich sie hier mit auf.

Kosten

Eine Paris Reise muss nicht teuer sein, aber wie so oft ist nach oben alles offen. Grundsätzlich würde ich mit einem Budget von 100-150€ am Tag rechnen, wenn man in einem einfachen Hotel übernachtet, mit der Metro unterwegs ist, sich nicht zig teure Sehenswürdigkeiten am Tag anschaut und zum Essen auch mal ein Baguette auf die Hand nimmt. Wie du bei deinem Paris Trip sparen kannst liest du in meinem Artikel Paris Low Budget.

Beispielhaft Kosten bei meiner letzten Paris Reise:

An-/Abreise per Zug: 62€ (war ein sehr günstiges Angebot)
Hotel: 130€ für eine Nacht (für zwei Personen)
Metro: 16,90€ (ein Carnet für zwei Personen und zwei Tage)
Sehenswürdigkeiten: 19€ Batobus Bootsfahrt auf der Seine, 7€ Dome von Sacre-Coeur
Essen: 30-50€ pro Person für ein Mittag-/Abendessen im Restaurant, 7-10€ für ein belegtes Baguette in der Boulangerie

Essen und Trinken:

Preise zwischen 10-12€ für Vor- und Nachspeise und 15-20€ für ein Hauptgericht im Restaurant sind in Paris normal. Für ein Frühstück in einem Café kann man auch 15-20€ rechnen. Günstiger ist es z.b. in den Studentenvierteln im Quatier Latin, oder man hält nach Menüangeboten Ausschau. Meine Tipps für vegane Restaurants findet ihr in meinem vegan in Paris Guide.

Tipp: In den meisten Restaurants kann man sich kostenlos eine Carafe d’eau, eine Karaffe Leitungswasser dazubestellen.

Typisches Pariser Restaurant

Wer in Paris beim Essen gehen sparen will, für den sind die zahlreichen Boulangerien eine gute Option. Dort gibt es reichlich belegte Baguettes, inzwischen oft auch Quiche oder Bowls und Salate zum mitnehmen. Zusammen mit einem Getränk kann man es sich dann z.b. in einem Park oder am Seineufer bequem machen.

Über die Stadt verteilt findet man immer wieder Wasserspender, an denen man seine Trinkflasche auffüllen kann. Die alten Wasserspender gibt es schon seit Ende des 19. Jahrhunderts. An den neueren Versionen kann man inzwischen sogar zwischen Stillem und Sprudelwasser wählen.

Klassische alte Pariser Trinkbrunnen

Trinkgeld

Beim Essen gehen ist es auch in Paris üblich 5-10% Trinkgeld zu geben. Anders als in Deutschland gewöhnt rundet man hier aber nicht den Betrag auf, sondern lässt etwas von dem Rückgeld nach dem Bezahlen auf dem Tisch, bzw. bei der Rechnung liegen. Insofern ist es ratsam etwas Kleingeld parat zu haben, auch falls man mit Karte bezahlt.

Sehenswürdigkeiten

In Paris ist es so wie in den meisten anderen Städten auch: am wenigsten los ist meistens früh morgens, wenn die Stadt noch schläft. Wer also eine Sehenswürdigkeit in Ruhe anschauen möchte, der sollte früh Vorort sein.

Für die meisten großen Sehenswürdigkeit wie den Eiffelturm oder den Louvre kann man sich im Vorfeld Eintrittskarten mit einem festen Zeitslot kaufen, das geht z.b. sehr einfach über getyourguide (*Affiliate-Link). So spart man sich das lange Anstehen am Tag selbst. Viele spannende Orte, wie Parks oder einzelne Stadtviertel kann man aber auch ohne festen Zeitplan besuchen. Bei meiner Planung setze ich meist auf eine Mischung und lege den Besuch von großen Sehenswürdigkeiten nach Möglichkeit an den Anfang des Tages.

Wer das erste Mal in Paris ist und sich viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit ansehen möchte, für den lohnt sich eventuell ein City Pass. Für Paris gibt es da etwa den Paris Pass (für Museen, Touren und die großen Sehenswürdigkeiten) oder auch nur einen Museumspass (*Affiliate-Links). Persönliche Erfahrungen damit habe ich aber nicht.

Weitere Tipps für deine Paris Reiseplanung

Bei meinen letzten Reisen hatte ich den Paris Reiseführer von Dumont Direkt (*Affiliate-Link) dabei. Der ist klein genug, damit man ihn auch Tagsüber im Rucksack dabeihaben kann und liefert alle wichtigen Tipps für die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Warst du schonmal in Paris? Oder planst du gerade eine Reise dorthin?
Falls du weitere Fragen hast, stelle sie gerne in den Kommentaren.

Weiterlesen zu Frankreich:
Der Mont-Saint-Michel bei Springflut
Normandie: Bayeux und die Landungsstrände von Arromanches
Wandern an der Côte de Granit Rose
10 Dinge in der Bretagne, die du nicht verpassen solltest

2 Comments on “Paris: praktische Tipps für deine Städtereise

  1. Hallo Melanie,

    wirklich ein toller Artikel.

    Wir waren auch schon mehrfach in Paris und sind immer wieder begeistert von dieser tollen Stadt.

    Zuletzt waren wir mit unserem selbst ausgebauten Van dort. Sogar das hat mit einem Campingplatz etwas außerhalb und der Metro super funktioniert :-)

    Viele Grüße,
    Tanja und Martin

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