Bodensee: 9 Ausflugsziele und praktische Tipps für deinen Urlaub

Im Juni habe ich knapp zwei Wochen Urlaub am Bodensee gemacht. Für mich war es die erste Reise in die beliebte Urlaubsregion im Süden von Deutschland und so habe ich natürlich auch einige bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele erkundet. Meine Tipps für euren Bodensee Urlaub lest ihr in diesem Artikel.

Der Bodensee

Bodensee Ausflugsziele

Der Bodensee ist das größte Binnengewässer in Deutschland. Er grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz und wird in Obersee und Untersee unterteilt (bei feinerer Unterteilung gibt es auch noch den Überlinger See und den Seerhein). Wir haben die meisten Ausflüge am Obersee und innerhalb von Deutschland bzw. auf Baden-Würtemberger Seite unternommen (was auch den größten Teil des Seeufers ausmacht). In die Schweiz und nach Österreich haben wir jeweils einen Tagesausflug unternommen.

Ausflugsziele am Bodensee

Insel Mainau

Die Insel Mainau war unser erstes Ausflugsziel. Die Blumeninsel ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten am Bodensee. Sie ist ca. 45 Hektar groß und im Privatbesitz. Erreichen kann man sie entweder per Boot (z.b. von Meersburg oder von Konstanz) oder per Auto zum Besucherparkplatz auf dem Festland und dann zu Fuß über einen schmalen Damm.

Hortensienbüsche vor Seeblick auf der Insel Mainau
Zu sehen gibt es auf der Insel Mainau verschiedene Gartenanlagen, ein kleines Tiergehege und das alte Schloss. Für Familien mit Kinder gibt es auch einen großen Spielplatz mit Wasseranlagen.
Die vielen Blumenanlagen sind wirklich schön anzusehen. Meine Highlights waren die italienische Blumen-Wassertreppe und der Rosengarten. Auf vielen Schildern entlang der Wege wird Wissenswertes zu den verschiedenen Pflanzen vermittelt. Zwischendurch bieten sich tolle Ausblicke auf den Bodensee, der bei unserem Besuch türkisblau leuchtet. Außerdem angenehm an heißen Sommertagen: durch große Teile des Parks läuft man im Schatten unter alten Bäumen und vom See weht meist ein leichter Wind.

Blick vom Rosengarten auf das PalmenhausItalienische Treppe auf der Insel Mainau.

Mein Tipp: kommt am besten unter der Woche her und kauft eure Tickets vorab online. Damit spart ihr ein paar Euro gegenüber den Preisen Vorort. Ein Ticket für Erwachsene kostet dann z.b. nur noch 23€ statt 26€.

Meersburg

Diese süße Kleinstadt am nördlichen Bodenseeufer ist unbedingt einen Besuch wert. Sie unterteilt sich in Ober- und Unterstadt und hat sich mit dem tollen Seeblick, urigen kleinen Gässchen und der prunkvoll über dem See thronenden Oberstadt zu einem Besuchermagnet gemausert. Wir haben Meersburg an einem sonnigen Nachmittag erkundet. Wer auch die Burg besichtigen möchte, sollte etwas mehr Zeit mitbringen.

Geparkt haben wir in einem Parkhaus gegenüber der Autofähre (nicht ganz günstig, aber dafür im Schatten). Von dort ging es zu Fuß in den Ort. Die eher touristische Unterstadt haben wir nur kurz durchquert und sind relativ zügig in die Oberstadt hinaufgestiegen. Von einem kleinen Aussichtspunkt neben der Gutsschänke hatten wir einen tollen Ausblick auf die umliegenden Weinberghänge, den Meersburger Hafen und quer über den Bodensee, bis in die Schweizer Alpen. Anschließend sind wir ein bisschen durch die Oberstadt gelaufen und haben die vielen alten (Fachwerk)Häuser bestaunt. Eine weitere schöne Aussicht auf Meersburg und die alte Burg gab auf der Terrasse des neuen Schlosses. Diese konnte man während der Öffnungszeiten kostenlos besuchen. Zum Schluss haben wir uns noch die Magische Säule am Hafen angeschaut und sind entlang der Seepromenade zurück zum Parkhaus gelaufen.

Aussicht auf den Meersburger Hafen.

Unteruhldingen

Der Ort Unteruhldingen ist besonders bekannt für sein Freilichtmuseum der Pfahlbauten. In den rekonstruierten Pfahlbauten wird gezeigt, wie Menschen in der Stein- und Bronzezeit am Bodensee gelebt haben. Zusätzlich werden zahlreiche Archäologische Funde dort ausgestellt.
Pfahlbausiedlungen wie diese, wurden im gesamten Alpenraum nachgewiesen. Seit 2011 gehören die Fundorte (nicht das Freilichtmuseum selbst) zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ich fand bei unserem Besuch besonders die Konstruktion interessant. Im Freilichtmuseum kann man mehrere dieser Pfahlbauhäuser besichtigen. Sie sind in kleinen Gruppen auf großen Holzplattformen erbaut und über Holzstege miteinander verbunden. Ein Rundweg führt über das Gelände. Der Eintritt beträgt 12€ für einen Erwachsenen.

Bodensee Ufer bei Unteruhldingen
Ansonsten hat Unteruhldingen auch eine ganz nette Seepromenade, mit kleinem Hafen, Kinderspielplatz und einem frei zugänglichen Strandbad.

Konstanz

Mit über 80.000 Einwohnern ist Konstanz die größte Stadt am Bodensee. In der Altstadt reihen sich wunderbar historisch erhaltene Häuser aneinander. Auf fast jedem Gebäude entdeckt man eine Verzierung oder Malerei. Eine Runde durch die Altstadt, verbunden mit einem Einkaufsbummel durch die kleinen Läden gehörte für mich zu den Highlights hier.

Blumendeko in der Altstadt von Konstanz
Wer möchte kann für 2€ Eintritt auf den Turm des Konstanzer Münsters steigen und die Aussicht über die Stadt und den See genießen. Auch eine Pause in einem der vielen Restaurants und Cafés darf nicht fehlen, denn in Konstanz ist die Auswahl besonders für Veganer am größten.

Konstanzer Münster durch eine Straße gesehen.
Wir haben bei unserem Besuch auch eine kleine Seerundfahrt unternommen. Los ging es am Anleger neben der berühmten Imperia, die über den Konstanzer Hafen wacht. Für 8€ Pro Person ging es eine Runde durch Konstanzer Bucht, bis zur Therme, mit einem Stopp auf Schweizer Seite und wieder zurück. Wer möchte kann an den Stationen auch aussteigen und später weiterfahren, die Tour eignet sich also auch für einen Ausflug.

Bregenz

An dem kleinen österreichischen Abschnitt des Bodenseeufers im Südosten befindet sich Bregenz. Den meisten sind wahrscheinlicher die Bregenzer Festspiele, mit Theateraufführungen auf der einzigartigen Seebühne ein Begriff. Wären wir zur entsprechenden Jahreszeit dort gewesen, wäre das sicher auch ein Highlight, dass ich mir nicht entgehen lassen würde. Außerhalb der Saison konnten wir aber immerhin einen Blick auf die Bühne werfen, die Zuschauertribünen sind dann tagsüber frei zugänglich.

Ausblick auf den Bodensee von der Seepromenade in Bregenz.
Nach dem kurzen Einblick dort und einem kleinen Spaziergang an der schönen Seepromenade ging es noch in die Bregenzer Oberstadt. Diese erreicht man durch ein Mittelalterliches Stadttor und oben warten kleine Straßen mit schönen Fachwerkhäusern und mehrere (Trink-)Brunnen. Unbedingt sehenswert ist auch der Martinsturm, das Wahrzeichen der Stadt Bregenz.

Der Martinsturm, das Wahrzeichen von Bregenz.

Pfänder

Zusammen mit unserem Ausflug nach Bregenz, haben wir einen Ausflug auf den Pfänder unternommen. Für 14,20€ (Berg- und Talfahrt) bringt einen die Pfänderbahn gemütlich in 6 Minuten auf den 1.064m hohen Hausberg der Stadt. Von oben hat man bei klarer Sicht einen wahnsinnig schönen Ausblick über den Bodensee und bis weit in die Alpen. Alleine dafür lohnt sich die Fahrt, wer möchte kann von hier aus natürlich noch einige Wanderungen unternehmen.

Aussicht vom Pfänder auf den BodenseeAussicht Richtung Berge vom Pfänder
Wir sind allerdings nur kurz von der Bergstation hoch bis zur Pfänderspitze (5-10min) und haben danach eine Runde durch den Alpenwildpark am Pfänder gedreht (30min, Eintritt frei). Hier konnten wir unter Anderem Hirsche, Mufflons, Alpensteinböcke und ein Murmeltier (leider nicht in freier Wildbahn) beobachten. Anschließend haben wir uns noch ein kaltes Getränk auf der Terrasse des Gasthauses gegönnt und etwas die Aussicht genossen, bevor es mit der Bahn wieder ins Tal ging.

Ein Murmeltier im Pfänder Alpenwildpark.Aussicht aus der Pfänderbahn auf den Bodensee und eine zweite Gondel

Tipp: Parken konnten wir in Bregenz übrigens recht günstig im Parkhaus der Pfänderbahn. Wer mit der Bahn fährt und sein Parkticket an der Kasse vorzeigt kann sich 3 Stunden gutschreiben lassen. Das lohnt sich bei einem Tarif von 2,40€ pro Stunde.

Heidenhöhlen

Anders als die anderen Ausflugsziele in dieser Liste, liegen die Heidenhöhlen nicht direkt am Bodensee, sondern etwas Landeinwärts bei Stockach. Dafür sind sie viel weniger frequentiert als die klassischen Touristenziele. Die Höhlen wurden von Menschen in den Sandstein gegraben und man kann sie heute noch erkunden. Sogar einen kleinen Tunnel gibt es, der im Winter als Rückzugsort für Fledermäuse dient.

Die Heidenhöhlen.
Wir haben die Heidenhöhlen bei einer kurzen Rundwanderung erkundet. Trotz über 30°C war es hier schön kühl (Höhlen und Rundweg liegen beide im Wald) und es ging ein leichter Wind. Auch wenn die Wanderung nicht lang ist, sollte man Trittsicher und Schwindelfrei sein, denn der Weg führt teilweise recht schmal an den Felsen vorbei.

Ruine Altbodman

Ein weiteres schönes Ziel für eine kleine Wanderung ist die Ruine Altbodman. Hier ist es einerseits spannend die Ruine zu erkunden, andererseits hat man auch einen schönen Ausblick auf den Bodensee. Man kann natürlich auch vom See aus hinauf wandern. Wir sind jedoch mit dem Auto bis zum Hofgut Bodenwald gefahren (zu dem Restaurant führt ein nicht asphaltierter Weg durch den Wald) und in knapp 15min hingelaufen.

Alte Mauer der Ruine AltbodmanAussicht von der Ruine Altbodman auf den Bodensee

Rheinfall von Schaffhausen

Unser letztes Ausflugsziel führte uns für einen Tag in die Schweiz zum Rheinfall von Schaffhausen. Da ich Wasserfälle liebe, wollte ich unbedingt hin. Schließlich gehört der Rheinfall mit 23m Höhe, 150m Breite und durchschnittlich 373.000 Litern Wasser, die pro Sekunde hinunterfließen, zu den größten Wasserfällen Europas.

Der Rheinfall von Schaffhausen mit einem Ausflugsboot.
Bei mir kommt bei dem Besuch die Erinnerung an die Niagara Fälle auf. Denn auch am Rheinfall ist es sehr touristisch und die Stadt ragt direkt daneben in die Höhe. Das tut der Schönheit des Wasserfalls meiner Meinung nach aber keinen Abbruch. Um noch mehr zu sehen, unternehmen wir eine Bootstour auf den Felsen in der Mitte (Kosten 20CHF pro Person). Das ist eine der vier verschiedenen Routen, die in der Sommersaison angeboten werden. Dabei legt man vor dem Felsen in der Mitte an, kann dort Aussteigen und über steile Treppen hinauflaufen. Auf der Rückfahrt geht es nochmal ganz nah an den Wasserfall ran, inklusive Gischt-Dusche. Unsere Tickets haben wir spontan Vorort gekauft, was bei unserem Besuch kein Problem war. Man kann aber auch schon vorab über getyourguide (*Affilifate-Link) ein Ticket für eine bestimmte Uhrzeit buchen.

Felsen in der Mitte vom Rheinfall
Die Boote fahren von der Neuhausener Seite ab. Hier kann man auch besser um den Rheinfall herumlaufen und die Felsen von oben betrachten. Auf der anderen Seite gibt es dafür eine Aussichtsplattform direkt neben dem Wasserfall. Wer den Rheinfall von beiden Seiten besichtigen möchte, kann per Boot übersetzen.

Praktische Tipps für deinen Bodensee Urlaub

Unterkunft: Wo übernachtet man am besten?

Wir waren auf einem kleinen Campingplatz etwas abseits vom See. Beim nächsten Mal würde ich aber eher eine Unterkunft in direkter Seenähe wählen. Gerade im Sommer ist es schön auch nach dem Ausflug einfach nochmal kurz ans oder ins Wasser zu gehen. In Unteruhldingen haben wir auch Hotels gesehen, die einen eigenen Badezugang zum See hatten. Wer ohne Auto unterwegs ist, für den bietet sich Konstanz als Übernachtungsort an. Von dort kann man viele Ausflugsziele per Zug oder Boot erreichen. Eine große Auswahl an Unterkünften gibt es bei booking.com (*Affiliate-Link).

Reisedauer: Wie viel Zeit sollte man für einen Urlaub am Bodensee einplanen?

Wer wenig Zeit hat, kann die Highlights am Bodensee auch gut innerhalb einer Woche erkunden. Entspannter unterwegs ist man mit 10-14 Tagen. Dann kann man auch mal einen Nachmittag im Strandbad einlegen, eine Wanderung oder eine Radtour unternehmen.

Unterwegs: Wie kommt man am besten zu den Zielen Vorort?

Rund um den See kann man viele Ausflugsziele gut mit dem ÖPNV erreichen. Je nachdem in welchem Ort man übernachtet, bekommt man von seiner Unterkunft auch eine Gästekarte mit der man in den jeweiligen Zonen kostenlos fahren kann. Z.b. die EBC (Echt Bodensee Card) oder die Bodenseecard West. Alternativ kann man auch ein Bodensee Ticket lösen.

Viele Ziele kann man auch per Boot ansteuern, einen Fahrplan findest du hier.

Mit dem Auto ist man sehr viel auf der B31 unterwegs. Diese ist an vielen, aber noch nicht an allen Stellen ausgebaut. So kann es auch öfter mal zu Staus kommen. Zusätzlich muss man überall mit Parkgebühren rechnen. Wer nach Österreich und/oder in die Schweiz möchte sollte beachten, dass man hier auf den Autobahnen eine Vignette benötigt, andernfalls muss man die Mautpflichtigen Straßen umfahren.

Baden: Wo kann man am Bodensee baden?

Wer in seinem Sommerurlaub am Bodensee schwimmen gehen möchte, der kann das an vielen Strandbädern tun. Diese sind teilweise frei zugänglich und teilweise kostenpflichtig. Ich war während meinem Urlaub im Strandbad Bodman (2,50€), in Unteruhlding (frei zugänglich) und in Friedrichshafen (2,40€). Da der Bodensee einen steinigen Untergrund hat, empfiehlt es sich Badeschuhe oder Flipflops zu tragen. In den Strandbädern gibt es allerdings meist auch betonierte Einstiegsstellen, oder Stege auf denen man so weit ins Wasser laufen kann, dass man von dort direkt losschwimmen kann. An vielen Strandbädern kann man sich auch Kajaks, SUPs oder Tretboote ausleihen.

Essen: Wo findet man veganes Essen am Bodensee?

Als Veganer hat man am Bodensee leider noch nicht super viele Möglichkeiten um lecker Essen zu gehen. Ich empfehle daher unbedingt sich zum Großteil selbst zu verpflegen, denn in den großen Supermärkten bekommt man alles, was man braucht. Ich hab Außerdem sowohl in Österreich als auch in der Schweiz einen Abstecher in einen Supermarkt unternommen, um das Angebot dort auszuchecken. Ein paar Dinge sind dann natürlich auch in meiner Einkaufstasche gelandet, z.b. das vegane Eis von Veganista, dass es in Österreich bei Spar zu kaufen gibt.

Aus Essen war ich nur selten. Etwa in Meersburg im „POP – Der Kaffeeladen“, wo ich einen veganen Frappee und ein Stück Möhrenkuchen bekommen habe, in Bregenz im „Cafesito“ (dort gab es ebenfalls Eiskaffee und einen veganen Brownie), oder in Radolfzell bei „Fernando Eis“ wo es vegane Sorbets auch in ausgefalleneren Sorten wie Kastanie und Kaktusfeige gab.

Die größte Auswahl an veganfreundlichen Restaurants findet man in Konstanz. Dort war ich in der Altstadt im vegetarischen Café „Das Voglhaus“. Dort gibt es eine Auswahl an Tagesgerichten und verschiedene Kuchen. Bei meinem Besuch entschied ich mich für Maultaschen und ein Stück Kirschweintorte zum Nachtisch.

Wo finde ich weitere Tipps für meinen Bodensee Urlaub?

Als Reiseführer für die klassischen Highlights würde ich den Marco Polo Reiseführer (*Affiliate-Link) empfehlen. Wer eher nach ungewöhnlichen Aktivitäten sucht, der wird sicher bei der 52 Eskapaden Reihe im Bodensee Band (*Affiliate-Link) fündig. Hier haben wir auch den Tipp für die Heidenhöhlen gefunden.

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