Südengland Roadtrip – Teil 3: St Ives, Land’s End und Tintangel Castle

„Welcome to Cornwall“ steht auf einem Schild am Straßenrand. Nachdem wir schon eine Woche in Südengland unterwegs sind, führt uns die Reise nun in wunderschöne Gärten, urige Fischerdörfchen und traumhafte Küstenabschnitte, wie sie nur Cornwall zu bieten hat.

Südengland Roadtrip Lydford Gorge White Lady Wasserfall

Lydford Gorge

Zuerst machen wir aber einen Abstecher ins Dartmoor, dort unternehmen wir eine kleine Wanderung in der Lydford Gorge. Wir nehmen den großen Rundweg, der ist ca. 5 Kilometer lang und führt uns erst oberhalb der Schlucht durch den Wald, dann geht es viele Treppen hinunter bis wir vor einem Wasserfall stehen. Der Wasserfall heißt „The White Lady“, ist ca. 30 Meter hoch und ist eins der Highlights in der Lydford Gorge. Danach führt der Weg weiter in die Schlucht hinein. Es geht immer am Bach entlang, auf teilweise schmalen Pfaden und über rutschige Treppenstufen, die in den Stein gehauen sind. Gegen Ende wir die Schlucht immer schmaler. Das Wasser hat sich hier durch den Stein gefressen und über dem Bach ragen moosbewachsene Felswände in die Höhe. An einer Abzweigung geht es dann wieder zum Parkplatz zurück.

Südengland Roadtrip Lydford Gorge Südengland Roadtrip Lydford Gorge

Lost Gardens of Heligan

In Cornwall wollen wir auf jeden Fall einen der vielen Gärten besuchen und entscheiden uns für die Lost Gardens of Heligan. Die Gärten gehören zu einem großen Anwesen, große Teile wurden währen der viktorianischen Zeit angelegt. Nach dem 1. Weltkrieg verwilderte das Anwesen dann zusehends und erst um 1990 wurde der Garten wieder aufgebaut. Heute ist er ein Besuchermagnet in Cornwall. Es gibt einen großen Landschaftsgarten, Ziergärten, Nutzgärten und den sogenannten Dschungel. Wir gehen zuerst zum Dschungel. Hier gibt es subtropische Pflanzen, kleine Teiche und eine Seilbrücke. Den Landschaftsgarten finden wir diesmal nicht so interessant und auch der Rest der Anlage kann mich kaum begeistern. Es gibt ein paar interessante Skulpturen, aber die lassen sich an einer Hand abzählen. In einem Teil des Gartens werden auch Nutztiere gehalten, unter Anderem Schafe, Pferde und Hühner, was ich immer sehr kritisch sehe. Wir schauen uns dann noch den Ziergarten an und gehen dann wieder. Auf einen langen Spaziergang haben wir nach unserer Wanderung heute morgen keine Lust mehr.

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St Ives

Am nächsten Tag geht es weiter nach Westcornwall, genauer gesagt nach St Ives. Hier findet man alles, was für ein kleines Städtchen in Cornwall typisch ist. Es gibt einen eigenen kleinen Sandstrand, ein kleines Hafenbecken und überall Bäckereien, die Cornish Pasties verkaufen. Da schlagen wir direkt zu und setzten uns mit unserem Picknick ans Wasser. Danach laufen wir zur Kaimauer, wo unsere Bootstour zur Seal Island startet. Seal Island ist eigentlich bloß ein etwas größerer Felsen, der ein Stück von hier vor der Küste aus dem Wasser ragt. Seehunde gibt es natürlich trotzdem und die faulenzen auf den Felsen oder lassen sich gemütlich im Wasser treiben. Die Tour dauert etwa eine Stunde und das kleine Boot mit dem wir unterwegs sind schaukelt ganz schön stark in den Wellen. Uns macht das zum Glück nicht viel aus und dank der süßen Seehunde bin ich sowieso in super guter Stimmung. Wir bummeln dann noch ein bisschen durch das kleine Städtchen und kaufen ein paar Postkarten.

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Land’s End

Bevor es nach Land’s End geht legen wir noch einen kurzen Stopp vor St Michaels Mount ein. Die Gezeiteninsel ist nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar, deswegen halten wir einfach am Strand davor und genießen ein bisschen die Sonne.
Als wir bei Land’s End ankommen beginnt gerade die Goldene Stunde und taucht die Küste in wunderschönes Abendlicht. Die Shops im Visitor Center haben alle schon geschlossen, aber wir gehen sowieso lieber nur zur Küste. Hätten wir mehr Zeit, wäre auch eine längere Wanderung über den Costal Path toll. So laufen wir nur ein kleines Stück und schauen immer wieder aufs Meer hinaus, wo man am Horizont riesige Schiffe und die Scilly Islands erahnen kann. Über 1000 Kilometer sind wir bis hierher schon gefahren und haben dabei Englands Südküste von Dover bis Land’s End erkundet. Ab morgen geht es übers Landesinnere wieder zurück.

Südengland Roadtrip Cornwall St Michaels MountSüdengland Roadtrip Cornwall Land's EndSüdengland Roadtrip Cornwall Land's End

Tintangel Castle

Bevor wir Cornwall wieder verlassen steht noch ein Besuch in Tintangel an, wo wir auf dem Weg Richtung Bristol einen Stopp einlegen. Hier besuchen wir Tintangel Castle, von dem aber nur noch wenige Ruinen übrig sind. Viel schöner ist mal wieder die Küste, die hier besonders rau und zerklüftet ist. An der Wasserkante gibt aus mehrere Höhlen, unter Anderem Merlins Cave. Tintangel Castle spielt in den Sagen rund um Merlin und King Arthur eine wichtige Rolle. Auf dem Burgareal findet sich auch eine Statue von King Arthur. Von dort Oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Küste. Cornwall will uns heute auch den Abschied schwer machen und zeigt sich nochmal von seiner besten Seite. Die Sonne strahlt, das Meer leuchtet blaugrün und für Mitte Oktober haben wir super Wetter erwischt. Schade, dass wir nicht noch länger bleiben können.

Südengland Roadtrip Cornwall Tintangel CastleSüdengland Roadtrip Cornwall Tintangel CastleTipps:
Die Lydford Gorge gehört zum National Trust und man zahlt ca. 9 Pfund Eintritt. Da die Wege teilweise sehr schmal sind, kann man bei dem Rundgang nur in einer Richtung laufen. An schwierigen Stellen gibt es ein Geländer an dem man sich festhalten kann, ich empfehle außerdem festes Schuhwerk. Mehr Infos hier.
Der Eintritt zu The Lost Gardens of Heligan kostet 13,50 Pfund pro Person. Mehr Infos gibt es hier.
Für die Seal Island Tour gibt es verschiedene Anbieter. Wir haben unsere Tickets bei einem kleinen Stand am Hafen gekauft und pro Person 12 Pfund bezahlt.
Der Eintritt zu Tintangle Castle kostet um die 9 Pfund pro Person. Mehr Infos hier.
In Cornwall gibt es viele sehr schmale Straßen, ein kleines Auto ist also von Vorteil. Wir haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass man hier sehr günstig tanken kann.

Rezept: schnelle Blätterteig-Nuss-Schnecken

Wer mich kennt weiß, dass es bei mir in der Küche meistens schnell gehen muss. Klar nehme ich mir für aufwendigere Gerichte und Torten auch gerne mal etwas mehr Zeit, aber im Alltag greife ich lieber auf einfach schnelle Rezept zurück. Meine Blätterteig-Nuss-Schnecken passen perfekt in diese Kategorie und sind super schnell fertig, wenn man mal spontan Besuch zum Kaffee bekommt.

Blätterteig-Nuss-Schnecken

Zutaten für ca. 20 Stück
1 Packung Blätterteig (270g)
100g Haselnüsse
2 EL Kokosblütenzucker
50g Margarine

1. Die Haselnüsse im Mixer zerkleinern, bis nur noch kleine Stücke übrig sind.
2. Die Margarine in einem Topf schmelzen, dann mit dem Kokosblütenzucker und den Nüssen vermischen.
3. Den Blätterteig auf der Arbeitsfläche ausrollen und die Nussmasse möglichst gleichmäßig darauf verteilen. Jetzt von der langen Seite her vorsichtig aufrollen.
4. Die Teigrolle in ca. 1-2cm große Stücke schneiden und diese auf einem Backblech verteilen. Die Schnecken etwa 15 min bei 180°C Umluft backen.

Blätterteig-Nuss-Schnecken

Die Blätterteig-Nuss-Schnecken kommen mit relativ wenig Zucker aus, ich habe Kokosblütenzucker verwendet, normaler Zucker oder brauner Zucker geht aber auch. Wer es süßer mag, kann die Schnecken noch mit etwas Schokolade verzieren.

Südengland Roadtrip – Teil 2: Stonehenge, Salisbury und Durdle Door

Früh morgens sitzen wir schon im Auto auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel. Das sagenumwobene Stonehenge darf bei einer Südengland Reise natürlich nicht fehlen und so haben wir einen kleinen Abstecher eingebaut. Nachdem es an den ersten Tagen von Dover über Brighton bis zur Isle of Wight ging, kehren wir der Küste nun für ein paar Tage den Rücken und erkunden Stonehenge und Salisbury, bevor es weiter an die Jurassic Coast geht.

Südengland Roadtrip Stonehenge

Stonehenge

Unsere Tickets für Stonehenge haben wir schon online gebucht und uns dafür entschieden früh morgens zu kommen, wenn noch wenig los ist. So sind wir auch die ersten Besucher, die in den Shuttlebus steigen, der uns zu dem berühmten Steinkreis fährt und können Stonehenge ohne Menschen im Bild fotografieren.
Stonehenge ist auf jeden Fall sehr beeindruckend, besonders wenn man bedenkt, dass die Steinkreise schon vor 4.500 Jahren entstanden sind. Natürlich ist es auch ein Wahrzeichen Englands und seit 1986 Weltkulturerbe. Nur über den Zweck streiten sich die Forscher noch immer und Theorien reichen von religiösen Kult- und Begräbnisstätten bis zu nach astronomischen Kriterien ausgerichteten Steinen. Viele der Theorien werden im neuen Besucherzentrum erklärt. Hier kann man auch dank einer 360° Projektion die Steinkreise von Innen betrachten und den Wandel in verschiedenen Epochen verfolgen.

Südengland Roadtrip Stonehenge

Winchester

Winchester ist die ehemalige Hauptstadt von England und hat einen schöne kleine Altstadt. Wir besuchen Winchester hauptsächlich wegen der Kathedrale, die eins der längsten Kirchenschiffe der Welt besitzt. In der Kathedrale befindet sich außerdem das Grab von Jane Austen, die bis kurz vor ihrem Tod in einem kleinen Landhaus in der Nähe wohnte.

Südengland Roadtrip Winchester Kathedrale

Stourhead

Zu Stourhead gehören sowohl ein altes Landhaus, als auch ein großer angelegter Landschaftsgarten. Wir besuchen erst das Haus, das im Vergleich zum Royal Pavilion in Brighton geradezu normal wirkt. Auch hier ist das Haus natürlich ausgestattet mit feinen, alten Möbeln, die Decken sind mit Stuck verziert und die Wände hängen voll mit riesigen Gemälden, dennoch kann ich mir sehr viel besser vorstellen, wie das Leben hier damals gewesen ist.

Südengland Roadtrip Stourhead HouseSüdengland Roadtrip Stourhead HouseIm Landschaftsgarten wählen wir den großen Rundweg, der einmal um den See führt. Auf dem Weg passieren wir kleine, alte Häuschen und eine Grotte. Die Bäume zeigen mit einer leichten Verfärbung schon, dass der Herbst kommt. Am Schluss geht es einen kleinen Hügel hinauf, zum Pantheon, das 2005 als Kulisse für die Verfilmung von Stolz und Vorurteil diente.

Südengland Roadtrip Stourhead GardensSüdengland Roadtrip Stourhead Gardens

Salisbury

Nach dem Besuch in Stourhead geht es für uns nachmittags noch nach Salisbury. Hier steht wie in Winchester vor Allem die Kathedrale auf dem Programm. Der Turm der Kathedrale ist mit 123m der höchste in ganz Großbritannien. So hoch, dass man ihn kaum ganz aufs Bild bekommt. Außerdem ist hier eins der vier letzten erhaltenen Exemplare der Magna Carta ausgestellt. Am Besten gefällt mir in der Kathedrale aber der Kreuzgang, der mich von der Architektur her an Harry Potter erinnert, und sich genau so auch in Hogwarts befinden könnte.

Südengland Roadtrip Salisbury KathedraleSüdengland Roadtrip Salisbury Kathedrale

Corfe Castle

Mittlerweile sind wir schon sechs Tage in Südengland unterwegs und es geht von Salisbury wieder in Richtung Küste. Als erstes steht heute Corfe Castle auf dem Programm. Die alte Burgruine sehen wir schon bevor wir auf den Besucherparkplatz fahren und wie erwartet hat man von Oben einen schönen Blick auf das Dorf und auf die Umgebung. Auch einen alten Dampfzug sehen wir vorbeifahren. Viel gibt es dann auch nicht mehr zu sehen, den Eintritt für die Ruine hätten man sich auch sparen können und so fahren wir recht schnell weiter.

Südengland Roadtrip Corfe CastleSüdengland Roadtrip Corfe Castle

Durdle Door

Wieder an der Küste besuchen wir das Wahrzeichen der Jurassic Coast: Durdle Door. Die Jurassic Coast ist UNESCO Weltnaturerbe und besonders bekannt für die vielen Fossilienfunde, die von dort stammen. Landschaftlich sieht es hier schon wieder ganz anders aus, als noch bei den Seven Sisters, nur leider haben wir hier nicht so tolles Wetter. Trotzdem schimmert das Wasser hier in verschiedenen Blau- und Grüntönen. Wir laufen die steilen Treppen bis zum Strand vor dem Felsenbogen Durdle Door hinunter und laufen ein bisschen am Wasser entlang. Fossilien finden wir allerdings keine und so machen wir uns wieder auf den Weg, zur letzten langen Etappe für heute, die uns nach Exeter führt.

Südengland Roadtrip Durdle Door

Exeter

In Exeter stellen wir erst das Auto ab und machen uns dann auf den Weg in die Innenstadt. Hier habe ich ein Café entdeckt, das veganen Cream Tea anbietet und wir haben von unterwegs aus einen Tisch reserviert. Nach leckeren Sandwiches, Kuchen und Scones geht es weiter Richtung Kathedrale. Diesmal reicht ein Blick von Außen. Lieber schauen wir in einem nahen Park den Eichhörnchen zu, bevor es wieder zurück zur Unterkunft geht.

Südengland Roadtrip Exeter Kathedrale

Tipps:

Es lohnt sich Stonehenge früh zu besuchen, wenn noch weniger los ist. Eintrittskarten kann man schon online für eine bestimmte Zeit kaufen. Tickets kosten ab 15,50 Pfund für Erwachsene. Mehr Infos hier.
Der Eintritt zur Kathedrale in Winchester kostet 7.95 Pfund für Erwachsene. Mehr Infos hier.
Stourhead House & Gardens gehört zum National Trust. Tickets gibt’s ab 16 Pfund für Erwachsene. Mehr Infos hier.
In der Kathedrale in Salisbury gibt es eine freiwillige Spende statt eines festen Eintrittspreises. Für Erwachsene liegt die empfohlene Spende bei 7,50 Pfund.
Corfe Castle gehört zum National Trust, der Eintritt liegt für Erwachsene bei 9 Pfund. Mehr Infos hier.

Rezept: Taco Bowl mit Avocado Dip

Foodbowls sind nicht nur super lecker, sondern auch super fotogen (oder Instagramable wie manche sagen würden). Als Foodblogger macht es mir auf jeden Fall richtig Spaß, mir leckere Kombinationen zu überlegen und das Essen hübsch in einer Bowl anzurichten. So entstand letztes Wochenende diese Taco Bowl mit Avocado Dip.

Rezept Taco Bowl mit Avocado Dip

Zutaten für 4-6 Portionen:
250g Reis
1 große rote Zwiebel
1 Dose Kidneybohnen
1 Dose Mais
2-3 EL Cashewmus
1 Avocado
5 EL Sojajoghurt
Orangensaft
1 Salat
½ Salatgurke
4 kleine Tomaten
Tortilla Chips

1. Den Reis in Salzwasser kochen. Währenddessen Salat, Gurke und Tomaten waschen und Gurke und Tomaten in kleine Stücke schneiden.
2. Für den Dip die Avocado halbieren, das Fruchtfleisch herauslösen und zusammen mit dem Sojajoghurt, einem großen Schluck Orangensaft und Salz und Pfeffer pürieren.
3. Das Cashewmus in 200ml Wasser einrühren, die Zwiebel schneiden und die Kidneybohnen in ein Sieb abgießen und kurz abspülen.
4. Wenn der Reis gar ist die Zwiebel mit etwas Olivenöl in einer großen Pfanne andünsten. Dann Reis, Kidneybohnen und Mais dazugeben und kurz mit braten. Mit der Cashewsahne ablöschen und unter ständigem Rühren ca. 5-10min weiter erhitzen. Zum Schluss nach belieben würzen.
5. Jetzt die Reispfanne zusammen mit dem Salat, Gurken und Tomate in einer Bowl anrichten. Dazu kommt dann noch eine Handvoll Tortilla Chips und in die Mitte ein großes Klecks Avocadodip.

Rezept Taco Bowl mit Avocado Dip

Über den Salat könnt ihr auch noch eine andere Soße geben, ich habe etwas Essig-Öl Soße genommen. Wer es scharf mag kann zu dem Reis auch ruhig noch ein paar Chilliflocke dazugeben, auch gut schmeckt geschmolzener veganer Pizzakäse zu dem Reis. Falls ihr kein Cashewmus habt könnt auch einfach ca. 200ml andere vegane Sahne verwenden.
Den Avocadodip kennt ihr vielleicht schon von dem Rezept für Süßkartoffelpommes, das ich vor einiger Zeit mal gepostet habe. Bei mir ist er auf jeden Fall ein All time Favourite und wird immer wieder gemacht.

Was kommt bei euch so in die Gemüsebowl? Ich mag zum Beispiel gerne diese Variante mit Ofengemüse und Süßkartoffeln.

Südengland Roadtrip – Teil 1: von Dover über Brighton zur Isle of Wight

Wir stehen an Deck der Fähre und lassen uns vom Wind durchpusten, während die weißen Kreidefelsen der englischen Küste immer näher kommen. Heute früh sind wir mit dem Auto in Deutschland gestartet und nun liegen zwei Wochen Roadtrip durch Südengland vor uns. Entlang der Südküste geht es bis nach Cornwall und mit ein paar Stopps im Landesinneren wieder zurück.
Der erste Teil unserer Reise führt uns von Dover über Brighton bis zur Isle of Wight.

White Cliffs of Dover

Die White Cliffs of Dover sind meist das Erste und das Letzte was man von England sieht, wenn man mit der Fähre anreist. Da ich die Küste aber auch aus der Nähe sehen wollte fahren wir nachdem wir die Fähre verlassen haben direkt zum Besucherparkplatz des National Trust und unternehmen einen kleinen Spaziergang. Schon wenn man nur ein kleines Stück oberhalb der Felsen entlangläuft bieten sich immer wieder tolle Ausblicke. Die Kreidefelsen sind teilweise über 100 Meter hoch. Bei unserem Besuch scheint die Sonne, die Felsen strahlen weiß und das Meer schimmert in verschiedenen Blau- und Türkistönen. Da dauert es nicht lange, bis Urlaubsstimmung aufkommt.

Südengland Roadtrip RyeRye

Rye ist das erste von einigen urigen englischen Dörfchen, die wir während unseres Trips besuchen. Der kleine Ort nimmt mich mit seinem Charme sofort für sich ein. So viele schnuckelige kleine Häuschen, altes Straßenpflaster und an der Kirche komme ich mir vor, als wäre ich in einem anderen Jahrhundert gelandet. Besonders schön ist die Mermaid Street. Hier hat jedes Haus seinen eigenen Namen. Wir finden zum Beispiel das Smugglers Cottage direkt neben dem Mermaid Inn, das früher von Schmugglern für ihre Geschäfte genutzt wurde.

Südengland Roadtrip, Rye

Hastings

Am Abend unseres Anreisetags kommen wir in Hastings an und bevor wir zu unserer Unterkunft fahren schauen wir uns noch ein bisschen an der Promenade um. Auf einem Hügel über der Stadt kann man eine Burgruine besichtigen und auf den gegenüberliegenden Berg fährt eine Seilbahn, die aber schon geschlossen hat, als wir ankommen. Am Hafen schauen wir uns stattdessen einige schiefe alte Holzhäuser an, diese gehören zum Stade Viertel und dienen den Fischern schon seit dem 17. Jahundert als Lagerschuppen. Der Rest der Promenade wird dominiert von Attraktionen wie einer Minieisenbahn und einem Minigolfplatz. Richtung Stadt finden sich viele Läden mit Spielautomaten. Hastings war früher ein beliebtes Seebad, nur die alte, für viele Seebäder typische Seebrücke fiel leider 2010 einem Brand zum Opfer.

Südengland Roadtrip, Hastings

Seven Sisters und Beachy Head

Bei bestem Wetter geht es an unserem zweiten Tag weiter die Küste entlang. Es geht zu einem der beliebtesten Ziele bei einer Südengland Reise: den Seven Sisters und Beachy Head. Wie in Dover strahlen hier die weißen Kalksteinklippen in der Sonne. Das Panorama ist hier durch den markanten Küstenverlauf noch schöner. Wir laufen runter zum Strand, von dem man einen herrlichen Blick auf die Seven Sisters hat und dann oberhalb der Klippen in Richtung Beachy Head. Leider haben wir nicht genug Zeit um ganz dorthin zu laufen und so genießen wir nur den Blick von Weitem auf die Klippen und den kleinen rot-weiß gestreiften Leuchtturm.

Südengland Roadtrip, Seven SistersSüdengland Roadtrip, Beachy Head

Brighton

Unser nächstes Ziel Brighton ist der Grund, warum wir uns von Beachy Head so schnell wieder verabschieden. Hier haben wir nur eine Nacht gebucht, aber es gibt einiges, dass wir uns in der Küstenstadt anschauen wollen. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden haben, geht es zuerst zum berühmten Brighton Pier. Die Seebrücke ist voll von Spielautomaten, Fast Food Buden und Karussels und ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Westen der Promenade stehen noch die Überreste des West Pier im Wasser und an Land ragt neuerdings der Aussichtsturm i360 in die Höhe.
Als nächstes steht der Royal Pavilion auf unserem Programm. Der Palast, den König Georg IV. im 19. Jahrhundert bauen ließ ist ein Meisterwerk im asiatisch-chinesischen Stil. Von der Außenfassade her könnte der Palast gut in Indien stehen, mit den vielen Kuppeltürmen und verzierten Fensterbögen. In der Inneneinrichtung kommt dann der chinesische Stil zum Vorschein. Besonders toll sind die riesigen Kronleuchter, die mit Drachenfiguren verziert sind. Gut eine Stunde verbringen wir in dem Palast und bummeln danach noch ein bisschen durch die Stadt.
Es geht erst in das The Lanes Viertel, wo es auf schmalen Sträßchen viele kleine Läden gibt. Hier finden wir auch das VBites in dem wir vegane Burger und Fish & Chips essen. Danach geht es in das etwas alternativere Viertel North Laines, hier gibt es kleine Boutiquen und Secondhand Stores. Viel interessanter ist aber die Street Art die man hier findet. Am nordwestlichen Ende in der Nähe des Bahnhofs kann man sogar einen berühmten Banksy finden. Das Original von „Two Policemen kissing“ wurde zwar verkauft, eine Kopie steht aber an der gleichen Stelle.

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Portsmouth

Von Portsmouth aus fahren wir am dritten Tag unserer Reise mit der Fähre auf die Isle of Wight. Eine Sache wollen wir uns in Portsmouth aber vorher noch ansehen und das ist der Historic Dockyard. Hier kann man mehrere historisch bedeutende Schiffe besichtigen. Wir entscheiden uns für die HMS Victory, ein riesiges Flaggschiff, das unter Anderem durch die Schlacht von Trafalgar und den Kapitän Lord Nelson berühmt wurde. Ein Rundgang führt über die verschiedenen Decks des Schiffes und auf wirkliche jedem Deck stehen unmengen an Kanonen.
Mit dem Ticket für die HMS Victory kann man vom Historic Dockyard aus außerdem eine kostenlose Hafenrundfahrt machen. Auf dieser sehen wir nicht nur die Kanalfähren, die auch von hier nach Frankreich übersetzten, sondern auch zahlreiche riesige Kriegsschiffe der britische Marine. Portsmouth ist eben auch der größte Stützpunkt der britischen Royal Navy, aber wo ich historische Kriegsschiffe wie die HMS Victory noch ganz interessant finde, so finde ich die modernen Kriegsschiffe doch eher gruselig.

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Osborne House

Auf der Isle of Wight besichtigen wir als erstes Osborne House, den Palast von Queen Victoria. Das Haus, mit großen Gärten und Parkanlagen drumherum liegt wunderschön im Norden der Isle of Wight. Während wir dort sind, wird gerade ein Film gedreht und so sind leider nicht alle Räume zugänglich. Die Räume die wir sehen, sind sehr opulent gestalltet, wenn auch nicht so ausgefallen wie im Royal Pavilion in Brighton. Besonders die verzierten Decken gefallen mir gut.
Die Gärten schauen wir uns natürlich auch noch an und hier kommt der mediterrane Flair, von dem im Zusammenhang mit der Isle of Wight und Osborne House oft die Rede ist, sehr zum Vorschein. Obwohl wir schon Oktober haben, blühen noch Lavendel und einige andere Blumen und die pastellgelbe Fassade des Palastes passt auch eher in südlichere Länder.

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The Needles

Nach dem Besuch in Osborne House fahren wir am späten Nachmittag noch zu den Needles im Westen der Isle of Wight. Als wir dort ankommen ist der Besucherparkplatz schon leer gefegt und auch die Seilbahn runter zum Strand in Alum Bay fährt nicht mehr. Wir nehmen stattdessen die Treppe, aber natürlich fährt um diese Uhrzeit auch keins der Boote mehr, die einen Blick auf die Needles vom Wasser aus ermöglichen. Also geht es für uns wieder nach Oben und zu Fuss weiter, um von irgendwo noch einen besseren Blick auf die Needles zu erhaschen. Auf der anderen Seite des Hügels finden wir schließlich einen Aussichtspunkt, von dem man die spitzen Felsen deutlich besser sehen kann und so fahren wir danach doch noch mit ein paar schönen Fotos im Gepäck weiter zu unserer Unterkunft.

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Tipps:
Wir sind mit DFDS von Dünkirchen nach Dover gefahren, die Fährüberfahrt dauert hier zwar etwas länger als von Calais, spart aber natürlich Strecke mit dem Auto.
Im Royal Pavilion in Brighton darf man leider nicht fotografieren, der Besuch lohnt sich aber. Tickets kosten ca. 12 Pfund. Mehr Infos gibt’s hier.
Im Historic Dockyard in Portsmouth gibt es verschiedene Ticketkombinationen, je nachdem was man sich alles ansehen möchte. Für die HMS Victory lag der Preis bei 18 Pfund, die Hafenrundfahrt ist da schon dabei. Mehr Infos hier.
Wir sind mit dem Auto auf die Isle of Wight gefahren um flexibler zu sein, günstiger ist aber ein Tagesausflug. Dabei kann man mit dem Hovercraft von Portsmouth aus fahren und nimmt dann auf der Isle of Wight den Bus.
Osborne House gehört zum National Heritage, als Nicht-Mitglied zahlt man 15 Pfund Eintritt. Mehr Infos hier.
Wenn man viele Sehenswürdigkeiten des National Heritage besucht kann sich ein Heritage Pass lohnen. Infos dazu findet ihr hier.

Rezepte aus England: Cornish Pasties

Wenn man durch Südengland reist gehören Cornish Pasties genauso dazu, wie ein leckerer Cream Tea. Ich habe die leckeren Teigtaschen während meiner Reise für mich entdeckt und häufiger als Essen auf die Hand und für unterwegs gekauft. Klar, dass ich früher oder später auch zu Hause ein Rezept für Pasties ausprobieren würde. Meine klassische Variante der Cornish Pasties mit leckerem Wintergemüse gibt es heute.

vegane Cornish PastiesZutaten für 8 Stück:
für den Teig:
450g Mehl
230g Margarine
1 TL Salz
100ml Wasser
für die Füllung:
¼ einer Sellerieknolle
2 Karotten
2 mittelgroße Kartoffeln
150g Champignons
3 EL Mais
etwas Kokosöl
Kräuter, Salz, Pfeffer und Muskat

1. Für den Teig Mehl und Salz in eine Schüssel geben und mit der Margarine und dem Wasser zu einem Teig kneten. Eine Kugel formen, mit Frischhaltefolie umwickeln und ca. 30min in den Kühlschrank stellen.
2. Für die Füllung Sellerie, Karotten und Kartoffeln schälen und würfeln und in einer Pfanne mit etwas Kokosöl ca. 5 min anbraten.
3. Die Champignons kleinschneiden und mit dem Mais in die Pfanne geben. Mit Kräutern, Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Einen Deckel auf die Pfanne setzten und das Gemüse ca. 15-20min garen.
4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, in acht gleich große Kugeln teilen und diese zu runden, flachen Teigstücken ausrollen. Mit dem Gemüse füllen und die Ränder gut zusammendrücken.
5. Die Pasties ca. 35min bei 200°C im Ofen backen.

vegane Cornish PastiesDie Pasties sind wirklich einfach zu machen. Auch der Teig eignet sich super zum Füllen und reißt dabei fast nie. Für die Füllung kann man natürlich auch viele andere Gemüsesorten verwenden. Eine Süßkartoffel-Karotten-Linsen Füllung schmeckt bestimmt auch sehr lecker. Ich werde bestimmt noch die ein oder Andere Variante ausprobieren. Zu Hause habe ich da ja alle Möglichkeiten, denn in England waren die meisten Pasties auch mit Fleisch oder Käse gefüllt. Wo ihr vegane Pasties in Südengland bekommt erfahrt ihr aber auch bald in meinem Vegan in Südengland Beitrag.