Ein Wochenende in Frankfurt am Main: 2 Tage in Mainhatten

Neulich fiel wir mal wieder auf, dass ich von Frankfurt am Main fast nur den Flughafen kenne. Zeit das zu ändern! Also habe ich mich in den Zug gesetzt und mir zwei Tage Zeit genommen, die Stadt am Main zu erkunden. Was ich alles erlebt habe und ob sich ein Trip nach Frankfurt lohnt, liest du hier.

Blick auf die Frankfurter Skyline vom Palmengarten

Anreise mit dem Zug

Diesmal bin ich gemütlich mit dem Regionalzug bis nach Frankfurt gereist. Von mir aus dauert die Fahrt nicht so viel länger, als mit dem ICE und die Strecke führt am schönen Mittelrhein entlang. Da ich das Deutschlandticket abonniert habe, konnte ich mir so auch zusätzliche Kosten für ein Zugticket sparen. Frankfurt am Main ist aber grundsätzlich gut über den Fernverkehr angebunden und von ganz Deutschland aus mit dem Zug erreichbar. Da ich diesmal nur für eine Nacht weg war, habe ich mein weniges Gepäck in meinen Tages-Rucksack gepackt.

Tag 1: Jüdisches Museum, Main Tower und Zentrum

Als ich am späten Vormittag ankomme, erwartet mich die Freundin, die mich diesmal begleitet schon am Gleis. Zusammen laufen wir vom Hauptbahnhof runter zum Mainufer. Das Wetter ist schön sommerlich, die Bäume an der Nizza-Anlage spenden angenehmen Schatten. Am Gegenüberliegenden Museums-Ufer sehen wir zahlreiche alte Häuser, darunter das bekannte Städl Museum. Auch wir wollen als erstes ein Museum besichtigen. Das Jüdische Museum von Frankfurt befindet sich unweit des Main-Ufers im alten Rotschild-Palais. In der Dauerausstellung kann man mehr über das jüdische Leben in Frankfurt, jüdische Traditionen und drei wichtige jüdische Frankfurter Familien lernen. Das Wissen ist anschaulich aufbereitet mit einer Kombination aus Texten, Bildern, Ausstellungstücken, Modellen, Videos und Audio-Aufnahmen. Besonders toll finde ich die Funktion „Museum To-Go“. Hier kann man sich an verschiedenen Stellen zusätzliche Informationen auf einer bereitgestellten Karte speichern und diese dann im Nachhinein online abrufen.

Am Frankfurter MainuferSkulptur vor dem Jüdischen Museum Frankfurt

Nachdem wir uns die Ausstellung in Ruhe angesehen haben, machen wir eine Mittagspause im zugehörigen Restaurant. Das Life Deli ist komplett vegan und bietet frische Salate und israelische Gerichte.

Nach der Pause geht die Stadterkundung weiter. Heute haben wir noch einiges vor. Zuerst spazieren wir zum Main-Tower. Der Weg dorthin führt durch einen Park der von Hochhäusern umgeben ist. So muss es sich in New York anfühlen. Von der Aussichtsplattform im 56. Stock des Main-Towers hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und die Umgebung. Sogar den großen Frankfurter Flughafen kann man von hier aus sehen. Außerdem ist man auf Augenhöhe mit anderen Wolkenkratzern der Stadt. Der höchste ist aktuell 258 Meter hoch. Gut, dass wir hier keine Treppen laufen müssen, sondern bequem mit dem Aufzug hochfahren können.

Hochhäuser im Bankenviertel von FrankfurtBlick vom Main-Tower auf die Frankfurter Hochhäuser

Vom Main-Tower laufen wir nur wenige Minuten zur Alten Oper. Das Gebäude stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, wurde allerdings im zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder aufgebaut. Wir bleiben nur für einen kurzen Fotostopp, genauso wie beim nächsten Ziel dem Börsenplatz. Hier wollte ich mir einmal die Skulptur Bulle und Bär ansehen. Die beiden Tiere sollen mit ihrer Haltung das Auf und Ab der Börse repräsentieren. Weiter geht es vorbei an der Hauptwache und an der Zeil. Auf der Einkaufsstraße ist ganz schön Betrieb. Wir wollen weiter in die Kleinmarkthalle. Hier kann man an einigen Marktständen wunderbar nach ausgefallenen Gewürzen und Delikatessen stöbern. Auch viele andere Lebensmittelstände und Bäckereien gibt es.

Die alte Oper in FrankfurtStatuen Bulle und Bär am BörsenplatzDie Frankfurter Kleinmarkthalle

Nicht weit von der Kleinmarkthalle befindet sich die Paulskirche. Hier tagten 1848 und 1849 Delegierte der ersten Nationalversammlung. Heute befindet sich in dem ehemaligen Kirchengebäude eine Ausstellung zur Geschichte der Demokratie. Die hätte ich mir gerne angesehen, aber leider hatte die Paulskirche am Tag unseres Besuchs außerplanmäßig geschlossen.

Stattdessen sind wir dann weiter gegangen und haben uns das Goethe-Haus angesehen. In dem Haus am Großen Hirschgraben wurde der berühmte Dichter 1749 geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Schon hier entstanden einige seiner berühmten Werke. Einen kleinen Überblick darüber verschafft eine Zeittafel im Museum. Ansonsten ist das Museum vor allem architektonisch interessant, man bekommt Infos zur Nutzung der verschiedenen Räume und zu besonderen Einrichtungsgegenständen. Im Ticket für das Goethe-Haus ist auch der Eintritt zum Romantik-Museum enthalten. Da es schon relativ spät war, konnten wir uns das leider nicht mehr ansehen.

Das Goethe Haus in Frankfurt am Main

Am Abend sind wir wieder zurück zum Römerberg spaziert. Der alte Marktplatz ist gesäumt von Fachwerkhäusern. Auch diese wurden im zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört und später wieder aufgebaut. Schließlich überqueren wir den Main auf dem Eisernen Steg. Die markante Brücke ist über und über behangen mit Liebesschlössern. Außerdem ist sie ein beliebter Fotospot. Von hier hat man einen guten Ausblick auf die Frankfurter Skyline.

Fachwerkhäuser am Römerberg FrankfurtAm Eisernen Steg

Wir wollen nur rüber ins Viertel Alt-Sachsenhausen. Zwischen den teils alten Häusern finden sich einige interessante kleine Läden zum stöbern. Wir sind allerdings nur zum Abendessen hier. Ich habe eine, für den Stadtteil typische Weinwirtschaft entdeckt, in der auch pflanzliche Gerichte auf der Karte stehen. So kann ich die berühmte Frankfurter Grüne Soße probieren und dazu gibts natürlich klassisch einen Ebbelwoi (Apfelwein).

Danach geht es mit vielen gesammelten Eindrücken müde ins Hotel. Das lyf East liegt etwas außerhalb des Zentrums beim Osthafen. Mit der Tram sind wir aber recht schnell da und beziehen unser kleines, modernes Zimmer.

Tag 2: Palmengarten und Museum

Am zweiten Tag lassen wir es gemütlicher angehen. Zuerst frühstücken wir im Café im Hotel. Das habe ich deshalb ausgewählt, weil es komplett vegan ist. So gibt es hier nicht nur einen guten Cappuccino, sondern auch vegane Schokocroissants. Dann packen wir unsere Sachen wieder in den Rucksack und machen uns auf in die Stadt.

Unser Hauptprogrammpunkt für diesen Tag ist der Palmengarten. Der ist einer von insgesamt drei botanischen Gärten in Frankfurt, aber mit rund 19 Hektar sehr groß, mit mehreren Gewächshäusern und jetzt im Juni vielen blühenden Pflanzen. So viel Grün nach all dem Stadttrubel gestern tut gut!

Als erstes gehen wir ins Palmenhaus. Die warme, feuchte Luft schlägt uns entgegen. Drinnen fühle ich mich fast wie im Dschungel in Thailand. So vielen Palmen und Stauden mit riesigen Blättern. Sogar einen kleinen Teich mit Wasserfall gibt es. Draußen laufen uns dann die ersten Wasservögel über den Weg, darunter eine Streifengans, die ich mithilfe einer App identifiziere.

Große Monstera Blätter im Palmenhaus

Im hauseigenen Rosengarten blüht gerade besonders viel. Es gibt Rosensträucher in zig verschiedenen Farben. Auch die Fuchsien im Fuchsiengarten zeigen ihre Vielfalt und leuchten in kräftigen Tönen. Der befindet sich zwischen zwei weiteren großen Gewächshäusern mit tropischen Pflanzen und Kakteen. Einige, wie die die Welwitschia aus Namibia, erkenne ich von meinen Reisen wieder.

Blühende Rosen in vielen verschiedenen FarbenKakteen und weitere Wüstengewächse

Vor dem Gewächshaus werden wir durch lautes Quaken aufgeschreckt. In dem Seerosenteich verstecken sich zahlreiche Frösche. Es ist wie ein großes Wimmelbild. Je länger man hinschaut, desto mehr Frösche entdeckt man. Einige haben es sich auf den Seerosenblättern bequem gemacht, andere verstecken sich gut getarnt dazwischen.

Ein Frosch neben einem Seerosenblatt

Wir spazieren noch ein bisschen durch den Garten und machen es uns schließlich auf einer Bank am großen See gemütlich. Gegenüber vom großen Wasserfall sonnen sich einige Schildkröten auf einem alten Baumstamm. Auch wir genießen noch ein wenig die Ruhe und die angenehmen Temperaturen im Schatten.

Grüne Oase am See mit Wasserfall im Palmengarten

Zum Mittagessen habe ich nochmal ein israelisches Restaurant gewählt. Das 269 ist komplett vegan und nur einen kurzen Fußweg vom Palmengarten entfernt. Hier gibt es leckere Spinat-Börek als Vorspeise und veganen Kebab mit Ofengemüse als Hauptgericht. Dazu gibts einen erfrischenden Eiskaffee.

Den Nachmittag haben wir wieder für Museen eingeplant. Da wir gestern im Jüdischen Museum ein Kombiticket für beide Häuser gekauft haben, fahren wir erst ins Museum Judengasse. Das beschäftigt sich mit jüdischem Alltagsleben ab dem 15. Jahrhundert. In der Frankfurter Judengasse, die als erstes jüdisches Ghetto Europas gilt, lebten damals schon bis zu 3.000 Jüd:innen. Im Museum kann man auch die Fundamente von alten Häusern sehen, die bei Bauarbeiten in den 1980er Jahren entdeckt wurden.

Fundamente der alten Häuser im Museum Judengasse

Nach der Besichtigung stellen wir fest, das uns für ein weiteres Museum nur noch wenig Zeit bleibt. Zu wenig um den vielen Kunstwerken im Städl Museum gerecht zu werden. Also verschieben wir das auf einen weiteren Frankfurt Besuch. Stattdessen gönnen wir uns bei heißem Sommerwetter ein Eis und laufen langsam am Flussufer entlang zurück zum Bahnhof.

Praktische Tipps für Frankfurt am Main:

– Der Bahnhof in Frankfurt ist ein Kopfbahnhof und riesig. Von hier aus kannst du praktisch in alle Himmelrichtungen in Deutschland fahren und fast jede größere Stadt erreichen. Oft sogar ohne Umstieg. Tickets und Verbindungen findest du z.B. über omio.com*.
– In Frankfurt gibt es ziemlich viele interessant Museen, z.B. entlang des Museumsufers. Wenn du einige davon besichtigen möchtest, lohnt sich vielleicht die Frankfurt Card. Damit bekommst du bis zu 50% Rabatt auf den regulären Eintrittspreis. Buchen kannst du sie z.B. über getyourguide*. Ich habe die Karte während meinem Besuch getestet. Ob sich der Kauf lohnt, liest in meinem Beitrag zur Frankfurt Card.
– Das Zentrum in Frankfurt ist relativ klein. Viel kannst du auch schon an einem Tag sehen und das meiste zu Fuß erkunden. Für mich waren zwei Tage ein ganz guter Zeitraum. An einem dritten Tag hätte ich noch weitere Museen besichtigt, vielleicht einen Ausflug ins Umland gemacht oder eine geführte Tour über den Flughafen unternommen.
– Übernachtet habe ich diesmal etwas weiter außerhalb des Zentrums im lyf East*. Das war einfach, aber modern und hatte ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Weitere Unterkünfte findest du z.B. über booking.com. Beachte, dass die Preise zu Messezeiten oft höher sein können.
– Da ich nur eine Nacht weg war, bin ich diesmal mit kleinem Gepäck gereist, das ich komplett in meinem Tagesrucksack verstauen konnte. Das ging auch deshalb, weil ich im Sommer unterwegs war und keine warmen Klamotten, oder eine dicke Jacke gebraucht habe. Falls du mehr Gepäck hast und es nicht in der Unterkunft unterstellen kannst/möchtest, findest du am Frankfurter Bahnhof auch Schließfächer.
– Rein vegane Restaurants und Cafés habe ich im Zentrum nur wenige gefunden. Mehr Auswahl gab es da z.B. in Bockenheim, oder im Nordend. Ein paar Tipps, vor allem mit israelischer Küche, habe ich trotzdem gesammelt. Die findest du wie immer in meinem Frankfurt vegan Guide.
– Spannende Aktivitäten gesucht? Bei konfetti* findest du kreative Kurse und Workshops.

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