Updated on Februar 21, 2020
Rezept: schnelle Nussschnecken mit Blätterteig
Wer mich kennt weiß, dass es bei mir in der Küche meistens schnell gehen muss. Klar nehme ich mir für aufwendigere Gerichte und Torten auch gerne mal etwas mehr Zeit, aber im Alltag greife ich lieber auf einfach schnelle Rezept zurück. Meine Nussschnecken mit Blätterteig passen perfekt in diese Kategorie und sind super schnell fertig, wenn man mal spontan Besuch zum Kaffee bekommt.

Zutaten für ca. 20 Stück
1 Packung Blätterteig (270g)
100g Haselnüsse
2 EL Kokosblütenzucker
50g Margarine
1. Die Haselnüsse im Mixer zerkleinern, bis nur noch kleine Stücke übrig sind.
2. Die Margarine in einem Topf schmelzen, dann mit dem Kokosblütenzucker und den Nüssen vermischen.
3. Den Blätterteig auf der Arbeitsfläche ausrollen und die Nussmasse möglichst gleichmäßig darauf verteilen. Jetzt von der langen Seite her vorsichtig aufrollen.
4. Die Teigrolle in ca. 1-2cm große Stücke schneiden und diese auf einem Backblech verteilen. Die Nussschnecken etwa 15 min bei 180°C Umluft backen.

Die Nussschnecken kommen mit relativ wenig Zucker aus, ich habe Kokosblütenzucker verwendet, normaler Zucker oder brauner Zucker geht aber auch. Wer es süßer mag, kann die Schnecken noch mit etwas Schokolade verzieren. Eine weitere Variation wäre natürlich, z.B. Mandeln statt Haselnüsse zu nehmen, oder eine Mischung, wenn man angebrochene Packungen aufbrauchen will. Die Füllung für die Nussschnecken mit Blätterteig ist jedenfalls super schnell fertig. Das man dafür auch noch fertige Mischungen kauft, kann ich mir echt nicht erklären. Ich mache sowas lieber selbst, vor Allem da solche fertigen Mischungen meist sowieso nicht vegan sind. Nur den Blätterteig kaufe ich, weil es da doch sehr aufwendig ist, den selbst zu machen.
Für solche einfachen Rezepte habe ich eigentlich immer eine Packung fertigen Blätterteig im Kühlschrank. Auch sehr lecker, aber natürlich aufwendiger sind meine Hefeschnecken mit Puddingfüllung.
Weitere schnelle Kuchenrezepte:
Vegane Pasteis de Nata
Schokoscones
Kirschstreusel
Updated on Februar 21, 2020
Rezept: Taco Bowl mit Avocado Dip
Foodbowls sind nicht nur super lecker, sondern auch super fotogen (oder Instagramable wie manche sagen würden). Als Foodblogger macht es mir auf jeden Fall richtig Spaß, mir leckere Kombinationen zu überlegen und das Essen hübsch in einer Bowl anzurichten. So entstand letztes Wochenende diese Taco Bowl mit Avocado Dip.

Zutaten für 4-6 Portionen:
250g Reis
1 große rote Zwiebel
1 Dose Kidneybohnen
1 Dose Mais
2-3 EL Cashewmus
1 Avocado
5 EL Sojajoghurt
Orangensaft
1 Salat
½ Salatgurke
4 kleine Tomaten
Tortilla Chips
1. Den Reis in Salzwasser kochen. Währenddessen Salat, Gurke und Tomaten waschen und Gurke und Tomaten in kleine Stücke schneiden.
2. Für den Dip die Avocado halbieren, das Fruchtfleisch herauslösen und zusammen mit dem Sojajoghurt, einem großen Schluck Orangensaft und Salz und Pfeffer pürieren.
3. Das Cashewmus in 200ml Wasser einrühren, die Zwiebel schneiden und die Kidneybohnen in ein Sieb abgießen und kurz abspülen.
4. Wenn der Reis gar ist die Zwiebel mit etwas Olivenöl in einer großen Pfanne andünsten. Dann Reis, Kidneybohnen und Mais dazugeben und kurz mit braten. Mit der Cashewsahne ablöschen und unter ständigem Rühren ca. 5-10min weiter erhitzen. Zum Schluss nach belieben würzen.
5. Jetzt die Reispfanne zusammen mit dem Salat, Gurken und Tomate in einer Bowl anrichten. Dazu kommt dann noch eine Handvoll Tortilla Chips und in die Mitte ein großes Klecks Avocadodip.

Über den Salat könnt ihr auch noch eine andere Soße geben, ich habe etwas Essig-Öl Soße genommen. Wer es scharf mag kann zu dem Reis auch ruhig noch ein paar Chilliflocke dazugeben, auch gut schmeckt geschmolzener veganer Pizzakäse zu dem Reis. Falls ihr kein Cashewmus habt könnt auch einfach ca. 200ml andere vegane Sahne verwenden.
Den Avocadodip kennt ihr vielleicht schon von dem Rezept für Süßkartoffelpommes, das ich vor einiger Zeit mal gepostet habe. Bei mir ist er auf jeden Fall ein All time Favourite und wird immer wieder gemacht.
Was kommt bei euch so in die Gemüsebowl? Ich mag zum Beispiel gerne diese Variante mit Ofengemüse und Süßkartoffeln.
Updated on Februar 21, 2020
Rezepte aus England: vegane Cornish Pasties
Wenn man durch Südengland reist gehören Cornish Pasties genauso dazu, wie ein leckerer Cream Tea. Ich habe die leckeren Teigtaschen während meines Südengland Roadtrips für mich entdeckt und häufiger als Essen auf die Hand und für unterwegs gekauft. Klar, dass ich früher oder später auch zu Hause ein Rezept für Pasties ausprobieren würde. Mein Rezept für vegane Cornish Pasties mit leckerem Wintergemüse gibt es heute.
Zutaten für 8 vegane Cornish Pasties:
für den Teig:
450g Mehl
230g Margarine
1 TL Salz
100ml Wasser
für die Füllung:
¼ einer Sellerieknolle
2 Karotten
2 mittelgroße Kartoffeln
150g Champignons
3 EL Mais
etwas Kokosöl
Kräuter, Salz, Pfeffer und Muskat
1. Für den Teig Mehl und Salz in eine Schüssel geben und mit der Margarine und dem Wasser zu einem Teig kneten. Eine Kugel formen, mit Frischhaltefolie umwickeln und ca. 30min in den Kühlschrank stellen.
2. Für die Füllung Sellerie, Karotten und Kartoffeln schälen und würfeln und in einer Pfanne mit etwas Kokosöl ca. 5 min anbraten.
3. Die Champignons kleinschneiden und mit dem Mais in die Pfanne geben. Mit Kräutern, Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Einen Deckel auf die Pfanne setzten und das Gemüse ca. 15-20min garen.
4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, in acht gleich große Kugeln teilen und diese zu runden, flachen Teigstücken ausrollen. Mit dem Gemüse füllen und die Ränder gut zusammendrücken.
5. Die Pasties ca. 35min bei 200°C im Ofen backen.
Die Pasties sind wirklich einfach zu machen. Auch der Teig eignet sich super zum Füllen und reißt dabei fast nie. Für die Füllung kann man natürlich auch viele andere Gemüsesorten verwenden, ausprobiert habe ich z.B. auch schon ein Rezept für Kürbis Pasties. Eine Süßkartoffel-Karotten-Linsen Füllung schmeckt bestimmt auch sehr lecker. Ich werde bestimmt noch die ein oder Andere Variante ausprobieren. Zu Hause habe ich da ja alle Möglichkeiten, denn in England waren die meisten Pasties auch mit Fleisch oder Käse gefüllt. Wo ihr vegane Pasties in Südengland bekommt erfahrt ihr in meinem Vegan in Südengland Beitrag.
Updated on März 21, 2026
Vegan in Prag
Denke ich an die kulinarische Seite von Prag fallen mir als Erstes Bier und Knödel ein. Aber was kann die böhmische Küche sonst noch? Und wo kann man vegan in Prag essen? Im Dezember verbrachte ich ein Wochenende in der Stadt und habe natürlich auch wieder ein paar Restaurants getestet, meine Tipps für eine vegane Reise nach Prag gibt es hier.

Vegan’s Prague
Das Vegan’s Prague befindet sich in der Kleinseite direkt unterhalb der Burg. Das Restaurant ist im dritten Stock des Hauses (am Eingang daneben gibt es noch ein Bistro mit kleinere Snacks). Bis 2015 war hier noch das ebenfalls vegane Restaurant Loveg.
Auf der Karte stehen verschiedene internationale, aber auch traditionell tschechische Gerichte. Ich probierte das Old Bohemian vegan Feast. Das bestand aus einer Art Tarte Stücke aus Getreide und Gemüse, zum Beispiel Polenta, Dinkel mit Pilzen und Buchweizen mit Spinat mit ein bisschen Salat und einem Frischkäse-Dip. Ich fand es lecker, allerdings etwas getreidelastig. Die Zucchinilasagne, die meine Mutter bestellte, war ebenfalls sehr lecker. Mehr erwartet hatte ich mir dagegen vom Nachtisch: Knödel mit Blaubeersoße. Da fehlte es an etwas Süßem im Teig. Preislich liegen Hauptgerichte im Vegan’s Prague bei um die 200 Kronen bzw. etwa 8€.
Adresse: Nerudova 221/36
Website

Maitrea
Das Maitrea ist ein vegetarisches Restaurant mit großem veganen Angebot. Es ist eins der beliebtesten Restaurants in Prag bei Happy Cow und war eins der wenigen Restaurants das am Wochenende abends offen hatte. Es liegt sehr Zentral in der Nähe des Altstädter Ring.
Wir hatten nicht reserviert und Glück überhaupt noch einen Tisch zu bekommen. Dieser war dann aber recht ungemütlich in einem schmalen Gang untergebracht. Das Menü dort ist groß. Viele Gerichte sind Vegan oder lassen sich abwandeln. Die Gerichte sind sehr gut gekennzeichnet und es gibt ebenfalls glutenfreie und rohvegane Gerichte. Ich bestellte die Nachos mit Guacamole und den Maitreaburger. Die Kombination aus sehr deftig, sehr scharf und süßlich durch die karamellisierten Zwiebeln war aber leider gar nicht mein Fall. Meine Mutter bestellte das Gulasch und war damit zufrieden, wobei es auch sehr scharf war.
Preislich liegt das Maitrea leicht über dem Vegan’s Prague.
Zum Maitrea gehört ein zweites Restaurant das Lehka Hlava vegetarian Restaurant. Da mir das Maitrea aber nicht so gefiel entschieden wir uns gegen den Besuch dort.
Adresse: Týnská ulička 1064/6
Website

Country Life
Country Life ist ein veganes Restaurant im Buffet Style. Man nimmt sich was man möchte und zahlt dann nach Gewicht. Es gibt mehrere Standorte in Prag. Wir waren in dem Restaurant südlich vom Altstädter Ring. Das Restaurant liegt ein bisschen versteckt in einer Nebenstraße.
Zur Auswahl stehen verschiedene kalte Gemüsesorten und Salat und ein paar warme Gerichte. Ich stellte mir eine bunte Mischung zusammen und war mit dem Essen ganz zufrieden. Vor Allem der Preis ist hier super, auch wenn man nur eine Kleinigkeit essen will.
Adresse: Melantrichova 15

My Raw Café
In Prag gibt es sehr viele rohvegane Cafés und eins davon wollte ich auch testen. Die Wahl fiel auf das My Raw Café wo es außer Kuchen auch noch ein paar herzhafte Speisen gibt. Das wir die dann doch nicht probiert haben lag einzig daran, dass die Kuchen dort einfach zu lecker aussahen. Es standen so viele Sorten zur Auswahl, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Ich probierte dann einen Kuchen mit Himbeeren und Schokolade und einen Käsekuchen mit Blaubeeren. Dazu gab es einen Schokoladen-Milchshake mit Espresso. Meine Mutter, die zum ersten Mal rohveganen Kuchen aß nahm ein Stück mit Bananencreme und Nüssen. Alle Sorten waren sehr lecker und mächtig (ein Stück hätte wohl gereicht). Pro Stück zahlten wir 100 Kronen.
Adresse: Na Struze 5


Da ich nur zwei Tage in Prag war habe ich nicht noch mehr Restaurants testen können. So habe ich dann wenigstens noch ein paar Anlaufstellen beim nächsten Besuch. Habt ihr weitere Tipps für einen veganen Trip nach Prag?
Weiterlesen:
Ein Wochenende in Prag im Advent
Vegan Reisen: meine Tipps für den veganen Urlaub
Vegan in Budapest: Restaurants, Cafés und ungarische Spezialitäten
Updated on März 21, 2021
Rezept: Schoko-Kokos Cupcakes
Letztes Wochenende hatte ich Lust mal wieder was zu backen. Ich entschied mich für Cupcakes und schaute gleichzeitig, welche Zutaten ich noch im Vorratsschrank hatte. Heraus kamen diese Schoko-Kokos Cupcakes und das Rezept gibt es heute für euch.
Zutaten für 12 Stück:
für den Teig:
170g Mehl
100g Margarine
120g Zucker
1/2 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
40g Kakao
150-200ml Sojamilch
für die Creme:
125g Puderzucker
75g weiße Schokolade
35g Margarine
3 EL Kokosmilch
25g Kokosraspel
Schokoherzen zum Verzieren
1. Für den Teig alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen, Margarine und Sojamilch dazugeben und alle zu einem glatten Teig verrühren.
2. Den Teig gleichmäßig auf 12 Muffin Förmchen verteilen ,bei 180°C Umluft ca. 25min backen und abkühlen lassen.
3. Für die Creme die Margarine und die Schokolade vorsichtig in einem Topf schmelzen, die Kokosmilch dazu geben und alles gut verrühren. Den Puderzucker in eine Schüssel sieben und die Masse unterrühren, zuletzt die Kokosraspel unterrühren.
4. Die Creme in einen Spritzbeutel füllen und die Cupcakes damit verzieren.
Für den Teig habe ich das gleiche Rezept verwendet wie für meine Oreo Cupcakes, nur die Schokosplitter habe ich weggelassen. Den Umgang mit dem Spritzbeutel muss ich noch ein bisschen üben, denn optisch könnten die Cupcakes noch besser aussehen. Ein paar You-Tube Videos habe ich mir dazu schon angesehen. Auch würde ich für die Creme nächstes Mal eher Alsan als normale Margarine verwenden, dann wird sie vielleicht etwas weniger gelbstichig. Die Schokoherzen, die ich verwendet habe, sind von Biovegan.
Lecker waren die Cupcakes auf jeden Fall und da ich von der Creme zuerst die doppelte Menge gemacht hatte und den Rest eingefroren habe, mache ich die Cupcakes vielleicht heute gleich nochmal.
Habt ihr vielleicht Tipps für gute Tutorials zum Umgang mit dem Spritzbeutel?
Weitere Rezepte:
Kokos Brownies
Kokos Kirsch Kuchen
Haselnussmuffins mit Nougatkern
Vegane Oster-Cupcakes
Updated on Juni 9, 2025
Highlights einer Island Reise – Südisland und der Golden Circle
Im vierten und letzten Teil meiner Island Highlights geht es durch den Süden des Landes, mit vielen spektakulären Wasserfällen, dem Golden Circle und einem kurzen Besuch in Reykjavik.
Als wir unsere Rundreise von Hoffel aus fortsetzen haben wir wieder eine lange Strecke vor uns. Zuerst geht es an den Ausläufern das Vatnajökull Gletschers vorbei und wir kommen nochmal an der Gletscherlagune vorbei, die heute, bei anderen Lichtverhältnissen, schon wieder anders aussieht. Das erste Etappenziel für diesen Tag ist der Skaftafell Nationalpark.

Wanderung zum Svartifoss
Im Skaftafell Nationalpark wollen wir eine kleine Wanderung zum Svartifoss unternehmen. Bis zum Svartifoss sind es vom Visitor Center aus knapp 2 Kilometer. Zuerst geht es ein Stück über den Campingplatz und dann steil den Berg hoch. Schon nach wenigen Minuten passieren wir den ersten Wasserfall. Oberhalb des steinigen Flussbetts geht es dann weiter Bergauf und schon bald kann man den Svartifoss von Weitem sehen. Von einer Hügelkuppe haben wir dann nochmal einen tollen Blick von oben, bevor wir einem Weg hinunter ins Flussbett folgen, der uns direkt vor den Wasserfall führt. Was schon von Weitem beeindruckend aussieht, ist aus der Nähe noch viel imposanter. Das Wasser fällt rauschend über die Felskante und bildet einen rauen Kontrast zu den glatten Basaltfelsen, die sich orgelförmig aneinander reihen. Ohne Zweifel einer der schönsten Wasserfälle, die ich auf dieser Reise bereits gesehen habe.
Zurück gehen wir auf der anderen Seite des Flusses. So sehen wir noch ein bisschen mehr vom Nationalpark. Auch hier kann man noch die ein der andere Gletscherzunge erspähen. Für eine Wanderung bis dorthin haben wir aber leider nicht genug Zeit, und so gehen wir immer weiter bergab und zurück zum Visitor Center.
Der Fjadrárgljúfur Canyon
Nach einer kurzen Pause brechen wir vom Skaftafell Nationalpark gleich wieder auf Richtung Westen, denn es ist schon früher Nachmittag und wir haben noch eine gute Strecke vor uns. Die Ringstraße führt hier jetzt eine ganze Weile durch karge Lavafelder, links und rechts der Straße ist hier nichts als schwarze Ödnis. Nur die Berge kann man im Landesinneren noch sehen. Je weiter wir Richtung Westen kommen, desto grüner wird es. Wir passieren mit Kirkjubaejarklaustur einen etwas größeren Ort und finden uns plötzlich in einer hügeligen Landschaft, in der die Felsen von grünem Moos überzogen sind. Kurz darauf folgt die Abzweigung zum Fjadrárgljúfur Canyon, den ich unbedingt sehen will, seit ich das erste Mal ein Foto davon auf Instagram entdeckt habe.
Die zerklüfteten Felsen des Canyons fallen bis zu 100 Meter tief ab und sind dick überzogen von tiefgrünem Moos. In der Mitte des Canyons schimmert ein Fluss. Wir laufen oberhalb des Canyons entlang und ich staune mal wieder über die eindrucksvolle Natur Islands. Am anderen Ende des Canyons entdecken wir einen Wasserfall, der aber weit weniger spektakulär ist, als der Canyon selbst.

Schwarze Sandstrände in Vik
Für einen letzten Stopp halten wir an diesem Tag in Vík í Mýrdal und machen einen kleinen Spaziergang am Strand. Der Himmel ist mittlerweile mit grauen Wolken verhangen und mit dem schwarzen Sandstrand sieht es aus, als währen wir in einem schwarz-weiß Film gelandet. Vor den Steilklippen ragen die spitzen Felsen aus dem Meer, versteinerte Trolle der Sage nach.
Da wir nicht zu spät in unserer Unterkunft ankommen wollen, machen wir uns aber bald auf den Weg und ich bin froh, dass wir noch mehr Zeit haben den Süden Islands zu erkunden.
Skógafoss, Seljalandsfoss und der Vulkan Eyjafjallajökull
Man könnte meinen, wir hätten während unserer Island Reise schon genug Wasserfälle gesehen, zwei besonders tolle warten aber heute noch im Süden auf uns. Da wäre der Seljalandsfoss, ein Wasserfall hinter dem man herlaufen kann, natürlich nicht ohne nass zu werden. Über den glitschigen Weg klettern wir vorsichtig einmal herum. Hinter dem Wasserfall fühlt man sich wie in einer Höhle und spätestens jetzt begreife ich, warum die Isländer an Feen und Trolle glauben.
Die Landschaft um den Seljalandsfoss ist grün, aber durchzogen von schwarzer Asche. Diese dürften zumindest zum Teil vom letzten Ausbruch des Eyjafjallajökull stammen. Jener berühmte Vulkan, der 2010 den Flugverkehr in ganz Europa lahmlegte. Im Infozentrum sehen wir einen kurzen Film, der die Naturgewalten des Ausbruchs und die Folgen für die Anwohner zeigt. In Natura bekommen wir ihn heute allerdings nicht zu sehen, denn die Spitze des Eyjafjallajökull versteckt sich hinter den Wolken.
Unsere Fahrt geht weiter zum Skógafoss, der zweite große Wasserfall für diesen Tag. 62 Meter rauscht das Wasser hier in einem Breiten Fall in die Tiefe. Ich komme mir ganz schön klein vor, als ich davor stehe. Neben dem Wasserfall führen mehrere Treppen den Hang hinauf und natürlich klettern wir hoch, um uns den Skógafoss auch von Oben anzusehen. Schöner ist der Blick von einem kleinen Podest auf halber Höhe, das allerdings nicht gesichert ist.



Der Golden Circle und Reykjavík im Schnelldurchlauf
Viel zu schnell ist der letzte Tag unserer Reise gekommen. Aber auch am letzten Tag erwarten uns nochmal einige Highlights. Den Golden Circle, den die meisten Island Reisenden am Anfang besuchen, haben wir uns für den letzten Tag aufgehoben.
Zum Golden Circle gehören Gulfoss, die Geysire und der Pingvellir Nationalpark. Für uns geht es zuerst zum Gulfoss. Wie erwartet ist hier touristisch mehr los. Der Schönheit des Wasserfalls tut das zum Glück aber keinen Abbruch und auf den Wegen am Wasserfall verteilen sich die vielen Menschen ganz gut. Wir schauen uns den Gulfoss erst von Oben an und gehen dann zur Plattform an den Kaskaden. Der Gulfoss hat auch wieder etwas ganz Eigenes und Besonderes, aber ich bekomme sowieso nie genug von schönen Wasserfällen.
Nach dem Gulfoss fahren wir weiter zum großen Geysir, der zwar nicht mehr aktiv ist, der Geysir Strokkur daneben aber schon. Schon von Weitem sehen wir aus dem Auto eine Wasserfontäne in die Luft schießen, wenig später stehen wir selbst davor und nähern uns vorsichtig der Absperrung. Rundherum warten die Leute gespannt auf den nächsten Ausbruch. Dieser kommt ganz plötzlich und einige Leute werden unfreiwillig geduscht. Der Ausbruch ist aber von Nahem viel beeindruckender, wenn man sieht, wie sich die Wasseroberfläche anspannt, sich eine Blase bildet und das Wasser dann explosionsartig nach Oben ausbricht. Zum Glück bricht der Strokkur in relativ kurzen Abständen aus, denn so schnell wie das Ganze vorbei ist, reicht es mir nicht es nur einmal anzusehen.
Die letzte Station des Golden Circle ist dann der Pingvellir Nationalpark, wo die beiden Kontinentalplatten zusammentreffen. Und auch wenn es anders aussieht verläuft die Grenze nicht zwischen den Felsen, zwischen denen man dort entlangläuft, sonder ein Stück weiter im See, wo man in der Silfraspalte sogar schnorcheln kann. Wir laufen aber nur ein bisschen herum und schauen uns den Nationalpark an, bevor es nach Reykjavík geht.
Auf dem Weg dorthin merken wir schnell, dass es wieder städtischer wird. Nach den zwei Wochen Ruhe und Natur habe ich fast vergessen, dass es sowas wie Stau gibt. Es ist schon früher Abend, als wir endlich unsere Sachen im Hotel abladen und uns auf den Weg in die Stadt machen. Die Hallgrimskirkja ist dabei die erst Anlaufstelle. Die Architektur der Kirche ist wirklich markant und anders als alles, was ich sonst aus Europa kenne. Dann bummeln wir ein bisschen über die Laugavegur Richtung Hafen, wo es einige Street Art Werke zu sehen gibt. Den Abend lassen wir gemütlich bei einem Bier im Kaffee Vinyl ausklingen, bevor es früh am nächsten Morgen wieder mit dem Flieger nach Deutschland geht.



Tipps:
Die Wanderung zum Svartifoss dauert ca. 1,5 – 2 Stunden und ist recht stark frequentiert. Geht ihr auf dem Rückweg auf der anderen Flussseite ist aber weniger los.
Allgemein ist im Süden und besonders auf dem Golden Circle etwas mehr los als im Rest des Landes.
Der Eintritt zum Eyjafjallajökull Visitor Center kostet 850 Kronen pro Person.
Übernachtet haben wir in Südisland in Stóra-Mörk III, (Affiliate Link*) ein Stück hinter dem Seljalandsfoss und in Reykjavík im Guesthouse Sunna (Affiliate Link*), direkt neben der Hallgrimskirkja. Beide kann ich euch weiterempfehlen.
Gebucht haben wir die ganze Reise mit Flügen, Mietwagen und Unterkünften bei Contrast Travel.
Als Reiseführer kann ich euch das Outdoor Handbuch „Rund um Island auf der Ringstraße (OutdoorHandbuch)“*(Affiliate Link) empfehlen, besonders wenn ihr im Uhrzeigersinn fahrt, wie wir.


