Posted on Juni 21, 2026
Neuseeland-Highlights auf der Südinsel
Wenn du dich bei deiner Reise nach Neuseeland für die Südinsel entscheidest, erwarten dich traumhafte Landschaften vom goldgelben Sandstrand bis zum alpinen Gebirge mit Gletschern. Neuseelands Südinsel ist völlig zu Recht ein Paradies für Outdoor-Fans und actionreiche Aktivitäten. Die Highlights von meinem Roadtrip über die Südinsel habe ich euch hier zusammengefasst.

Abel Tasman Nationalpark
Nachdem wir mit der Fähre von Wellington nach Picton übergesetzt hatten, ging es direkt weiter in den Abel Tasman Nationalpark. Hier hatten wir einen vollen Tag für einen Ausflug mit Wanderung auf dem Coast Track eingeplant. Zwar ist der Nationalpark der flächenmäßig kleinste in Neuseeland, bietet mit einer Landschaft zwischen Regenwald, felsiger Küste und goldenen Sandstränden aber eine tolle Kulisse. Du kannst den Abel Tasman entweder beim Wandern, z.B. auf dem Coast Track, oder per Boot erkunden.

Mehr über den Park liest du in meinem Artikel: „Abel Tasman Nationalpark – ein Tag unterwegs auf dem Coast Track“
Buller Gorge Swing Bridge
Unsere Route führte uns dann weiter an die Westküste. Um die lange Fahrstrecke etwas aufzuteilen, hatte ich vorab nach interessanten Stopps entlang der Strecke gesucht. Fündig wurde ich in der Nähe von Murchison mit der Buller Gorge Swing Bridge. Das ist eine kleine Hängebrücke über eine Schlucht. Wenn du sie überquert hast, warten mehrere kurze Wanderwege durch die hiesige Vegetation. Wer mehr Action möchte, kann auch an einer Zipline über den Fluss fahren. Nur für die Hängebrücke zahlst du 12NZ$ Eintritt.

Cape Foulwind
Angekommen an der Westküste, war zeitlich sogar noch ein kurzer Abstecher zum Cape Foulwind drin. Der lohnt sich nicht nur wegen der tollen Küstenlandschaft, sondern auch wegen der Seal Colony. Von einer Plattform auf den Klippen kannst du mit etwas Glück neuseeländische Seebären auf den Felsen unterhalb beobachten. Wir hatten Glück und konnten im Dezember sogar mehrere Jungtiere entdecken.

Pancake Rocks
Das Highlight, das wohl die meisten Besucher:innen an die Westküste Neuseelands zieht, sind wohl die Pancake Rocks. Die bizarr geformten Felsen werden von feinen Rillen durchzogen, sodass sie wie gestapelte Pancakes aussehen. Du kannst sie bei einem kurzen Rundgang entlang der Küste erkunden. Wenn du Glück hast, siehst du auch, wie Gischt durch eines der Blowholes spritzt. Da der Spot so beliebt ist, gibt es oben an der Straße einen großen Parkplatz für 5NZ$/h.

Franz Josef Glacier
Der Franz Josef und der Fox Glacier an der Westküste von Neuseeland sind ganz besondere Gletscher, da sie sich auf sehr niedriger Meereshöhe befinden. Tatsächlich waren sie einmal so groß, dass sie direkt ins Meer kalbten. Heute ist der Franz Josef Gletscher auch für die Forschung sehr bedeutend. Wir hatten bei unserem Roadtrip eigentlich eine längere Wanderung mit Aussicht auf den Gletscher geplant, an unserem Reisetag versteckten sich aber nicht nur die Berge hinter einer dicken Wolkendecke, es regnete auch ununterbrochen in Strömen. Am Nachmittag klarte es dann doch noch etwas auf und wir konnten zumindest eine kurze Strecke zu einem weiter vom Gletscher entfernten Aussichtspunkt laufen. Wer näher an den Gletscher ran möchte, kann im Ort einen Hubschrauberrundflug buchen.

Haast Pass
Nach einer Nacht in Franz Josef ging unser Roadtrip weiter den State Highway 6 entlang und über den Haast Pass. Hier überquerst du die Neuseeländischen Alpen auf gerade mal 560 Metern Höhe. Nimm dir für Stopps entlang der Route unbedingt genug Zeit. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte, kleine Wanderungen und Wasserfälle. Wir konnten leider nicht alle mitnehmen, da die kleineren Parkplätze zum Beginn der Weihnachtsferien teilweise komplett zugeparkt waren. Eine längere Pause konnten wir dann bei den Blue Pools einlegen. Bei dieser beliebten kurzen Wanderung gibt es einen größeren Parkplatz, hier waren allerdings auch viele Sandflies unterwegs, also vergiss nicht das Insektenschutz-Mittel.


Wanaka
Das kleine Städtchen Wanaka liegt inmitten von hohen Bergen und großen Seen und ist ein hervorragender Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen. Am beliebtesten ist wohl die Tour auf den Roys Peak, von dessen Gipfel du einen traumhaften Ausblick auf die umliegende Landschaft hast. Wir entschieden uns hier genau wie im Tongariro-Nationalpark auf der Nordinsel für eine einfachere Route, den Lake Wanaka Outlet Track. Der führt auf nur wenigen Kilometern relativ eben an einem Fluss entlang zum See. In den Bäumen entlang des Ufers konnten wir einige heimische Vögel beobachten, etwa den New Zealand Fantail. Am Wochenende waren auf der Route auch viele Einheimische mit dem Rad oder mit ihren Hunden unterwegs.

Zurück im Ort durfte auch ein Spaziergang am Wanaka Beach nicht fehlen. Hier findest du die bekannteste Sehenswürdigkeit: den Wanaka Tree. Der Baum steht komplett im Wasser und bietet mit der Kulisse der Alpen im Hintergrund ein schönes Fotomotiv.

Queenstown
Wenn du von Wanaka nach Queenstown weiterfährst, nimm unbedingt die Route durch die Berge über Cardrona. Die Landschaft mit den grasbewachsenen, kargen Hügeln erinnerte mich direkt an Rohan aus Herr der Ringe. In den kleinen Bachtälern und entlang der Straße wimmelte es dagegen im Dezember von lila blühenden Lupinen. Nachdem wir den Pass überquert hatten, gab es ein paar tolle Aussichtspunkte mit Blick auf Queenstown.

Auf dem Weg legten wir noch einen Stopp bei der Kawarau Gorge Suspension Bridge ein. Hier können sich Adrenalin-Junkies an einem Bungee-Seil in den Fluss stürzen. Wir haben lieber nur zugeschaut. Stattdessen sind wir weiter in die Stadt gefahren und am Ufer des Sees in den Queenstown Gardens spazieren gegangen. Eine schöne und kostengünstige Alternative zu all den Aktion-Aktivitäten wie den Jetboot-Fahrten auf dem Lake Wakatipu oder den Gleitschirm-Fliegern auf dem Bob’s Peak, die wir von dort beobachten konnten.

Arrowtown
Die alte Goldgräberstadt Arrowtown liegt etwas nördlich von Queenstown und ist auf jeden Fall einen Stopp wert. In den alten Häusern im Westernstil entlang der Hauptstraße befinden sich inzwischen gemütliche Cafés und ein paar Geschäfte, um nach Mitbringseln zu stöbern. Ich wollte aber vor allem hin, um mir zwei Herr der Ringe Drehorte anzusehen, die sich direkt neben dem Ort befinden und ausnahmsweise mal einfach zugänglich sind. Beide kannst du mit einem kurzen Spaziergang am Fluss entlang entdecken. Einmal die Furt of Bruinen und näher am Ort die Gladden Fields.

Mehr dazu liest du in meinem Beitrag zu „Herr der Ringe“-Drehorten in Neuseeland.
Glenorchy
Auch die Fahrt nach Glenorchy steht für mich ganz unter dem Motto „Herr der Ringe“, denn entlang der Route kannst du wieder einige Drehorte besuchen. Aber auch abseits davon lohnt sich die aussichtsreiche Fahrt entlang des Lake Wakatipu. Zwischendurch gibt es immer wieder Wanderparkplätze und Aussichtspunkte. Je näher du Glenorchy kommst, desto spektakulärer wird die Aussicht. Besonders schön ist sie vom Bennets Bluff View Point.

Wir sind hinter Glenorchy noch ein bisschen weiter gefahren bis zum Dart River. Viel weiter ging es mit unserem gemieteten Van aber nicht, da wir keine Schotterstraßen fahren durften. Dafür waren wir dann im Ort noch ein bisschen am See spazieren.

Milford Sound
Der Milford Sound steht wohl auf der Bucketlist von jeder:m Neuseeland Besucher:in. Schließlich gehört der Fjord, der eingerahmt wird von über 1.000m hohen Bergen, zum UNESCO Welterbe und zu den Naturhighlights des Landes. Wenn du wenig Zeit hast, kannst du dorthin einen Tagesausflug von Queenstown aus buchen. Wir entschieden uns die lange Strecke von über 300km selbst zu fahren und übernachteten für zwei Tage auf einem kleinen Campingplatz im Eglinton Valley. Von dort ging es dann morgens zu Bootsfahrt in den Fjord.

Leider hatten wir bei unserem Aufenthalt nicht so viel Wetterglück. Es regnete beinahe ununterbrochen, die Temperaturen kletterten kaum über 5°C und nachts gab es in den Höhen sogar Neuschnee. Bei dem Wetter verzichteten wir auf Stopps entlang der Strecke durch das Tal, obwohl es hier bei gutem Wetter einige tolle Wanderungen, Aussichtspunkte und Wasserfälle gibt. Während unserer Bootstour durch den Milford Sound klarte es dann wenigstens etwas auf und wir konnten Hunderte von kleinen und großen Wasserfällen bestaunen, die sich ihren Weg entlang der Bergflanken ins Tal bahnten.

Aoraki/Mount Cook
Nach einem weiteren Zwischenstopp in Queenstown, um die lange Fahrtstrecke aufzuteilen, ging es weiter nach Norden zum Lake Pukaki. Unser Campingplatz hier lag in Glentanner, direkt am See und mit Ausblick auf den Mount Cook, der sich schon am Abend wolkenfrei zeigte.

Einen ganzen Tag hatten wir für Wanderungen hier eingeplant. Etwa auf dem beliebten Hooker Valley Track, der auf etwa 10km durch das Tal unterhalb des Mount Cook und seiner Nachbargipfel führt. Leider war während unserer Reise nur ein Teil der Route begehbar, da voraussichtlich bis Winter 2026 einige Hängebrücken repariert werden. Der Parkplatz am Beginn des Trails füllt sich trotzdem sehr schnell und ist inzwischen gebührenpflichtig.

Noch besser als der Hooker Valley Track gefiel mir die zweite kurze Wanderung zum Tasman Glacier Viewpoint am gleichnamigen See. Die Route führt hier vom Parkplatz kurz und steil über Treppen auf einen kleinen Aussichtspunkt mit Blick über den See, an dessen anderem Ende man den von Geröll bedeckten Gletscher erkennen kann. Mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund ist das ein tolles Panorama.

Oamaru
Unsere letzte Nacht im Camper verbrachten wir dann an der Ostküste in Oamaru. Der kleine Umweg hierher hatte einen besonderen Grund: In Oamaru gibt es eine Kolonie von Zwergpinguinen und ein Naturschutzzentrum, das sich um den Schutz der Pinguine kümmert und sie erforscht. Dort kannst du mehr über die Tiere lernen und sie abends dabei beobachten, wenn sie an Land kommen. Das Ganze findet in möglichst geschützter Atmosphäre für die Pinguine statt, ohne helle Lichter, klickende Kameras oder laute Geräusche. Eintrittsgelder kommen dem Schutz und der Forschung zugute.

Christchurch
Nach knapp vier Wochen mussten wir unseren Camper in Christchurch wieder abliefern. Vor unserem Rückflug hatten wir dann noch etwas Zeit, um die Stadt zu erkunden. Die verbrachten wir zum Teil mit einem Bummel durch die Innenstadt, vorbei an der Kathedrale und den vielen alten Trams bis zum Riverside Market, und zum Teil im Botanischen Garten, um uns vor dem langen Flug nochmal die Beine zu vertreten.

Häufige Fragen:
Wie viel Zeit sollte ich auf Neuseelands Südinsel einplanen?
Bei meiner Neuseeland-Reise, hatte ich den größeren Teil der Zeit auf der Südinsel eingeplant. Insgesamt etwa 15 Tage (vs. 10 Tage auf der Nordinsel). Damit konnten wir schon recht viel sehen, hatten aber auch ein paar lange Fahrtage dabei. Je nach Route würde ich mindestens 10 Tage für die Südinsel empfehlen, du kannst hier aber auch locker 3-4 Wochen verbringen.
Welche Highlights gibt es noch auf Neuseelands Südinsel?
Routenbedingt blieben bei unserer Reise zwei größere Regionen außen vor: die Süd- und Südostküste mit den Catlins und Dunedin und die Küste nördlich von Christchurch. Die Gegend rund um Kaikura soll toll sein, um Meerestiere zu beobachten. Außerdem wäre eine Fahrt über den Athurs’ Pass landschaftlich sicher toll gewesen, hat aber leider nicht mehr in unsere Planung gepasst.
Wie bin ich auf der Südinsel am besten unterwegs?
Auch auf der Südinsel waren wir mit einem kleinen Campervan unterwegs, den wir vorab über Camperdays* (Affiliate-Link) gemietet hatten. Von der Nordinsel sind wir mit der Fähre nach Picton übergesetzt und konnten den Camper am Ende unserer Roadtrips in Christchurch abgeben. Bei den meisten Vermietern zahlst du dafür eine Ein-Wege-Gebühr. Übernachtet haben wir genau wie auf der Nordinsel auf vorab gebuchten Campingplätzen.
Wenn du nicht selbst Auto fahren möchtest, kannst du auf der Südinsel auf Fernbusse zurückgreifen und geführte Touren unternehmen. Diese werden meist ab größeren Städten wie Christchurch und Queenstown angeboten. Zugverbindungen gibt es auf den Strecken Picton-Christchurch und Greymouth-Christchurch. Besonders Letztere ist als TranzAlpine berühmt und sicher eine Reise wert.





