Vegane Reiseblogger im Interview – ichbindani

Dani von ichbindani ist im Sommer den Jakobsweg gelaufen, wie man dort vegan zurechtkommt und was sie für Tipps für (vegane) Wanderungen hat erfahrt ihr im Interview.

interview-ichbindani-51. Seit wann lebst du vegan und warum?

Ich lebe seit ca. 5 Jahren vegan. Diese Entscheidung kam spontan und quasi über Nacht mit der Erkenntnis, dass ich jahrelang eine Doppelmoral angewendet hatte: ich hatte mich immer für tierlieb gehalten, war als Kind mit Haustieren aufgewachsen die ich sehr geliebt hatte, interessierte mich für Umweltthemen – doch für mein Essen ließ ich Tiere töten und leiden?

An diesem Tag entschloss ich mich zur veganen Ernährung und weitete die neue Lebensweise nach und nach auf immer mehr Bereiche aus, zum Beispiel vegane Kosmetik, Vermeidung von Leder, achtsamerer Konsum… ganz nebenbei fing ich an, viel bewusster und mit vielen frischen Zutaten zu kochen, wurde sportlicher und fitter als je zuvor.

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interview-ichbindani-32. Du bist ja im Sommer den Jakobsweg gelaufen, wie schwer war es dort vegan zu Essen?

Entgegen dem Gerücht, dass es fast unmöglich sei, sich auf dem Jakobsweg vegan zu ernähren, ging es mit ein bisschen Vorbereitung und Planung erstaunlich gut! Erwartungsgemäß waren die meisten Restaurantmenüs zwar sehr fleischlastig, doch mittlerweile gibt es immer mehr rein vegetarische oder sogar vegane Restaurants, Bistros, Herbergen, Reformhäuser… spätestens alle paar Tage bietet sich die Möglichkeit, gezielt vegan einzukaufen oder essen zu gehen, selbst im kleinsten spanischen Dorf kann es passieren, dass man plötzlich einen frisch gekochten Soja-Chai vorgesetzt bekommt.

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Dazwischen gilt: planen, vorausschauen und genug Proviant bis zum nächsten Supermarkt einpacken. Viele Herbergen stellen eine Küche zur Verfügung und selbst der kleinste Laden hat Nudeln, Tomatensauce, Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst, Gemüse… dazu gibt es dunkle Schokolade in vielen, leckeren Varianten und das ein oder andere Mal konnten mich auch Oreos und Haferkekse vor dem Verhungern retten ;) Hier die genauen Infos zu meiner veganen Ernährung auf der Reise.

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3. Wer so eine lange Strecke zu Fuss zurücklegt braucht auch gute Ausrüstung. Hast du Tipps worauf man zb bei veganen Wanderschuhen achten muss und was man sonst alles benötigt?

Vegane Wanderausrüstung und Schuhe waren vor dem Start der Reise ein großes Thema für mich, da ich das Erste Mal in dieser Form unterwegs war und fast alles neu brauchte. Ich habe mich hierzu im Avesu, ein rein veganer Schuhladen in Berlin (sie besitzen auch einen Onlineshop), beraten lassen und Modelle von Lowa und Vivo Barefoot ausprobiert. Ich habe mich für das Modell Ferrox GTX von Lowa entschieden und war absolut glücklich mit der Entscheidung! Die knöchelhohen Wanderschuhe sind stützend, doch trotzdem sehr leicht und haben mich öfter als ein Mal vor dem Umknicken bewahrt. Auch wenn das Terrain meist gut begehbar ist, würde mich jedes Mal wieder für ein stützendes Modell statt einen noch leichteren Trailrunningschuh entscheiden.

Ansonsten habe ich meine Ausrüstung so minimalistisch wie möglich gehalten um Gewicht zu sparen, hierfür hatte ich statt einem Schlafsack zum Beispiel nur ein dünnes Baumwollinlet dabei.

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4. Welche Basics braucht man deiner Meinung nach für eine vegane (Mehr)Tageswanderung?

Ein gut sitzender Rucksack mit Beckengurt und bequeme Schuhe sind meiner Meinung nach das A und O und an diesen Ausrüstungsstücken sollte man auch nicht sparen. Alles Andere muss gar nicht besonders speziell oder teuer sein: je nach Wetterlage leichte und ausreichend schützende Kleidung, dazu eventuell ein leichter (Kunststoff-)Schlafsack und Zelt.

Auf dem Jakobsweg habe ich meine dicht schließend Tupperdose nicht missen wollen, in der ich gekochte Mahlzeiten transportieren konnte, um flexibler bei der Herbergsauswahl zu sein. Dazu kann eine kleine vegane „Notration“, wie eine Packung Nüsse, Energieriegel, Schoki oder Trockenfrüchte nicht schaden!

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5. Wo hast du bisher beim Reisen die Beste Erfahrung gemacht im Bezug auf vegane Ernährung? Gab es auch schlechte Erfahrungen?

Zwei Städte kommen mir da spontan in den Sinn: Berlin und Barcelona. Beide sind für mich vegane Oasen, wo es an jeder Ecke leckere Dinge zu probieren gibt! Aber es gibt überall etwas zu entdecken, so habe ich mich zum Beispiel in Belgrad und Antalya in die Wochenmärkte mit der unglaublichen Frische an Obst und Gemüse verliebt, in der Karibik in die Mangos und Kokosnüsse direkt vom Baum.. ich bin überzeugt, dass es mit ein bisschen Kreativität an jedem (Urlaubs-)Ort dieser Erde möglich ist, sich vegan zu ernähren!

Schlechte Erfahrungen hatte ich bisher tatsächlich sehr wenige. Dafür bin ich umso gespannter, wie es nächstes Jahr auf dem PCT werden wird auf den ich im Frühjahr starten werde! Ich denke vegan zu Fuß von Mexiko nach Kanada könnte schon eine kleine Herausforderung werden… aber wo ein Wille ist, ist auch ein [V]eg ;)

Alle Bilder von ichbindani.

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